Spenden, gerne auch ohne #icebucketchallenge

Ich möchte ein guter Mensch sein! – Ein frommer Wunsch den sicher die Meisten unter uns so oder so ähnlich schon formulierten. Interesse an Dingen, Sachverhalten und den Mitmenschen zeigen. Doch der Mensch neigt zu einem eingeschränkten Horizont. Niemand kann alles und jeden unterstützen, fördern und sich aufopfern.

Es ist gut zu wissen das es Menschen gibt, die sich für Tiere einsetzen, Menschen, die sich für ihre Mitmenschen engagieren und es ist schön zu wissen das es auch Menschen gibt die sich für die Natur einsetzen. Doch könnten diese Menschen ihren Anforderungen gerecht werden, würden sie sich für 5 Ziele gleichzeitig einsetzen? Mag sein, doch gesund kann diese Anstrengung auf Dauer nicht sein.

Jeder von uns kann etwas tun. Es beginnt beim Recycling, geht über die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und führt über das Sparen von Wasser. Es gibt noch so viele Ideen wie man unsere Erde schützen und das menschliche Leben verbessern kann. Es bleibt jedem selbst überlassen in welcher Form und mit welcher Intensität dies gestaltet wird. Vorwürfe sind an dieser Stelle deplatziert.

Seit einigen Tagen zieht die #icebucketchallenge ihre Runden um die Welt. Zur Erklärung:

Es geht darum, sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf zu schütten, oder schütten zu lassen und/oder Geld für die Forschung über ALS zu spenden.

Viele Prominenten und weniger prominente Mitmenschen haben sich dieser Idee angeschlossen und so kam schon ein Millionenbetrag zusammen. Eine gute Idee wurde hier werbewirksam umgesetzt.

ALS ist eine noch wenig erforschte Krankheit, mit einer geringen Lobby, insofern ist diese Idee zu begrüßen. Mahner, die von verschwendetem Wasser sprechen gibt es natürlich auch. Sicherlich wird hier lebensnotwendiges Wasser verschwendet, doch mal ehrlich: Würden sich die Menschen das Wasser nicht über den Kopf schütten, es würde wohl leider auch nicht in den Gebieten ankommen, in denen es zum Leben benötigt wird. Wer Wasser da will wo es dringend gebraucht wird, der wende sich bitte an Viva con Agua, da landet euer Geld dort, wo es zweckgebunden sinnvoll verwendet wird.

Bedauerlicherweise wird aus einer ernsten Angelegenheit nur all zu oft ein Spaß ohne den Hintergrund zu kennen. Ich stelle hier mal die Behauptung auf das viele die heute oder morgen eine Herausforderung bekommen schon gar nicht mehr genau wissen worum es geht. Es geht dann nur noch darum einen Freund oder eine Freundin ein wenig leiden zu sehen, dass dies einen sehr ernsten Hintergrund hat haben bis dahin viele vergessen oder sie wussten es nicht einmal.

Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, es wird uns in diesen Tagen wieder bewusst. Bis das Thema in den Fernsehnachrichten erschien lief die Challenge schon einige Tage und schon heute liest und hört man über ALS fast nichts mehr. Geblieben ist ein Eimer voll Eiswasser und der Spaß Freunde zu ärgern.

Bleibt euch treu, kämpft und/oder spendet für das was euch wichtig ist. ALS, Krebshilfen, Kinder, Tierheime oder Greenpeace, alles hat seine Berechtigung und verdient Unterstützung, aber macht bitte nicht den Fehler und kritisiert andere, weil ihnen vielleicht ein anderes Thema wichtiger ist als euch!

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4 Responses to Spenden, gerne auch ohne #icebucketchallenge

  1. bibiblub says:

    Das mit der ice bucket challenge hat sich auf FB schon so weit gewandelt, dass es nicht mehr um die Spende geht sondern wer es nicht macht muss dem der ihn numminiert hat eine Flasche Rum oder ähnliches ausgeben.
    Es lebe die heutige Gesellschaft!!

  2. Bachsau says:

    So lange das Übel auf dieser Welt Menschengemacht ist, sehe ich nicht ein, warum ich einer von denen sein sollte, der diesen Kampf gegen Windmühlen führt.

    Erstmal müssten wir die verantwortlichen, schlechten Menschen töten. Dann lohnt es sich vielleicht etwas anzupacken.

    • Es steht jedem frei jemanden oder eine Organisation zu unterstützen. Niemand sollten jemanden zwingen. Jedes Individuum kann und soll selbst entscheiden.
      Das Töten von Menschen verurteile ich. Ob es nach dem Wegfall dieser „schlechten“ Menschen nicht vielleicht zu spät ist etwas an zu packen, wer weiß.

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