Schaun wir mal was als nächstes kommt

Es ist vorbei! Keine Sorge, mit mir geht es noch nicht zu Ende. 2 Wochen nach dem „Jetzt muss ich aber krampfhaft feiern und lustig sein“-Tag ist es natürlich recht einfach einen Jahresrückblick zu schreiben. Mal ehrlich, muss das sein? Ich bin der Meinung wir haben genug über, durch Schlamperei, verstorbene Menschen, dem Polizeisportverein „Grün-Weiß Knüppel aus dem Sack“ oder dem magischen FC St. Pauli gehört und gelesen. Wir haben uns gefreut und haben geflucht. Funktionäre in ein reales Moorhuhnspiel gewünscht und mit verschmitztem Lächeln zugesehen wie Frau Westerwelle die eigene Partei systematisch unter die 5 % drückt. – An dieser Stelle ein dickes „DANKESCHÖÖÖÖN!“ an den Guido.

 

Persönlich wird jeder von uns seine Höhen und Tiefen durch das Jahr geschleppt haben. Glücklicher weise sind wir Menschen ja oft mit soviel Hirn ausgestattet das wir nicht nur dem „schwarz-weiß“ – Denken verfallen. Vieles dürfen wir auch gerne mit gemischten Gefühlen sehen, so muss es oft auch sein, denn was Heute Schwarz ist kann morgen Weiß sein oder es interessiert uns schon gar nicht mehr. Von mir an dieser Stelle gern genommen ist das „Wort des Jahres“ – WUTBÜRGER. Den einen wird es persönlich freuen, genüsslich lässt man dieses Wort auf der Zunge zergehen und stößt die Gläser auf ein Prosit des Aufstandes an, auf die Erkenntnis das der Bürger wieder ernst genommen wird. Ein anderer wird sich persönlich angegriffen fühlen, da er sich missverstanden fühlt. Wütend ist er doch eigentlich nicht, nur ein wenig aufbrausend, seinem Charakter entsprechend, mehr aber auch nicht. Überhaupt will man ja keine Revolution, zu anstrengend ist die ganze Marschiererei und vom ewigen Brüllen bekommt man doch eh nur Durst. Wer kann sich danach aber noch ein entspanntes kühles Leisten?

 

Wo wir auch schon beim nächsten Punkt sind, der Vollbeschäftigung. Ich habe mal gelernt, Vollbeschäftigung ist dann erreicht wenn die Zahl der Arbeitslosen unter 3 % der beschäftigungsfähigen Bundesbürger liegt. Diese 3 % kann es immer geben, da der ein oder andere mal umziehen muss, sich also eine Pause gönnt um alles organisieren zu können, oder der alte Arbeitsvertrag ausläuft und der Nächste erst in 2 Monaten in Kraft tritt. Dies sind nur 2 Beispiele die mir spontan einfallen. Herr Westerwelle meinte schon 2009, es müsse sich wieder lohnen zu arbeiten. Heute stellt sich mir die Frage für wen es sich lohnen muss. Ganz klar, die Unternehmen müssen wirtschaftlich überleben können. Blut und Schweiß stecken in jedem Unternehmen, an dieser Stelle darf mir aber die Frage erlaubt sein, wessen Blut und Schweiß das denn ist. Zeitarbeitsfirmen reiben sich die Hände, Deutschland verkommt zum Billiglohnland und jeder Arbeitnehmer bekommt es mit der Angst zu tun, wird er bei einem Vorstellungsgespräch gefragt was er denn verdienen möchte. Es fehlt an qualifizierten Arbeitnehmern, es fehlt an Führungskräften und die Schulen bilden keinen geeigneten Nachwuchs aus. Diejenigen die es schafften sich mit Arbeit durch das Studium zu schleppen bekommen hier keine geeignete Arbeit mit anständiger Bezahlung und „flüchten“. Derjenige der es nicht schafft, oder sich gar nicht erst für eine geeignete Berufslaufbahn qualifiziert, tingelt oft von Zeitarbeit zu Zeitarbeit und frustet vor sich hin. (Es wird klar warum die 4-Buchstaben-Zeitung so viele Leser hat!)

Aus einer internen Quelle bei der ARGE weiß ich, ich habe 2010 noch Glück gehabt, denn 2011 wird es Arbeitslosen ohne Berufsausbildung seeehr schwer gemacht. Umschulungen/Weiterbildungen wird es nur noch in Härtefällen geben und 1-Oiro-Jobs werd wohl auch nicht mehr so einfach verteilt wie geschnitten Brot. Begründung: Die Bundesregierung ist der Meinung es gäbe ja genügend Arbeitsplätze die noch zu besetzen sind. Ok, muss man hinnehmen, fragt sich nur ob es sinnvoll ist einen arbeitslosen Ingenieur ans Fließband zu stellen und dann zu behaupten es würde ja keine geeigneten Führungskräfte auf dem Arbeitsmarkt geben.

 

2011 wird, bestimmt, nicht nur für mich, ein spannendes Jahr. In Hamburg wird neu gewählt und wieder hat der Bürger die Wahl zwischen Selter und Champagner obwohl er doch ein gutes, kühles und ehrliches Astra braucht. Es bleibt auch abzuwarten wie sich das mit dem geänderten JMStV verhält. Wie wird sich das umsetzen lassen und welche Blogger werden sich verschüchtert in ein abgelegenes Land mit neuer Domain verkriechen? Der Kuschelpunker braucht sich nicht so wirklich drum zu kümmern, der Server steht in den USA und wird von denen kontrolliert. Frage: Was is besser?

Ich bin davon überzeugt, 2011 wird wieder viel passieren, es gibt wieder viel zu ärgern, für meine Leser hoffentlich viel erfreuliches und für den Bundesbürger im allgemeinen mehr Klarheit über das was mit ihm passiert.

 

Nun habe ich doch einen kleinen Rückblick auf 2010 gewagt, hoffe aber ihr stört euch nicht weiter dran. Versuchen wir uns gemeinsam auf das Jahr 2011 zu freuen und harren wir der Dinge die da kommen mögen. Man kann ja nie wissen welchen Streich uns das Leben als nächstes spielen wird.

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Ich lerne von dem Geld anderer, andere lernen es leider nicht

Wochenende können ja was schönes haben. Ich bin ja einer, der trotz Hartz IV immer noch auf Wochenenden steht. Viele Dinge sind hierfür verantwortlich. Zum einen sind die 2 Tage mit Sport gespickt. Ich meine hier nicht nur die Fußballbundesliga oder die 2. Liga. Zur Zeit läuft auch noch Snooker im TV. Snooker ist eine entspannende Sportart, die durch das sonore „klock“ der aufeinander prallenden Kugeln für die ideale Schlafstimmung sorgt. Da in diesen Tagen die WM in Sheffield (hoffentlich schreibt man das jetzt auch so) läuft, kann ich mir davon eine ganze Menge anschauen. Leider hat das mit dem Schlafen auch so seine negativen Seiten. Wie vielleicht einige von euch mitbekommen haben, läuft seit geraumer Zeit meine Umschulung/Fortbildung. Nun will ich das keineswegs als Ausrede für Schlafmangel(könnt aber durchaus stimmen), oder meiner mangelnden Blogpflege anführen. Dazu aber später mehr.

Ich hatte an diesem Wochenende das Vergnügen meine Freundin wieder einmal sehen zu können. Tolles Essen am Samstag, gemütlicher Abend und ein tolles Sonntagsfrühstück. Meine Liebste kam dann aber gleich nach ihrer Ankunft am Samstag auf die Idee, dass das tolle Wetter ja ausgekostet werden muss. Kann man ja mal machen, oder auch nicht. Zwei Stunden „spazieren gehen“, wir Kerle kennen das ja eher als zielloses umherirren während man redet und anderen Frauen unbemerkt auf joggende Brüste oder wiegende Hintern schaut. Ich habe es überstanden. Sonntag haben wir uns auf den Weg in die Hamburger Innenstadt gemacht. Kaum den parfümvernebelten Bus überstanden stopfen wir uns auf eine Sitzgruppe und hoffen, dass die 25 Minuten Fahrt schnell vergehen. Wäre ja nett gewesen, doch leider kamen sie wieder, sie kamen als hätten sie auf uns gewartet. Es geht doch nichts über die Musikterroristen, die ungefragt unmelodischen Liedermischmasch von sich geben und dann auch noch auf Geld hoffen. Ich habe nichts gegen ein wenig Bettelei, ich kann damit in jeder Fußgängerzone leben, aber nicht in einem Wagon in dem ich mindestens 2 Minuten mit sowas eingeschlossen bin. Da dreh ich durch. Es tut mir leid für diese Menschen, aber ich kann sowas nicht gebrauchen. Schlimmer ist nur noch ein Penisbruch während des Fortpflanzungsaktes!

Als wir es überstanden hatten und uns zur Belohnung noch ein Stück Kuchen einverleibten, setzten meine Liebste und ich uns erneut in die Bahn um meine Schwägerin in spe auf zu greifen. Was mussten wir wieder ertragen? Ihr ahnt es sicher schon. Ein verweiste DSDS-Kandidatin, oder so ähnlich. Mit goldener Bomberjacke stieg sie ein und mir fielen keine freundlichen Worte zu dem Aussehen ein, das könnt ihr mir glauben. Es dauerte keine Minute da trällerte die Gute auch schon los. Irgendwas ganz schreckliches mit schrecklicher Melodie. Sie ging dann so durch die Reihen und tatsächlich erbarmte sich eine junge Frau, die zufällig direkt vor mit stand, und gab ihr ihr Kleingeld. Es müssen wohl nur 1-5 Cent Stücke gewesen sein, denn die trällernde sah sich das Unheil an und gab der jungen Frau die Spende wieder zurück. Ääääähhhhh…..macht Kleinvieh nicht auch Mist? Ich bin mir ja nicht sicher, aber wenn ich Geld brauche, dann sammle ich doch alles was ich kriegen kann, oder irre ich? Entweder arbeitete die Dame für ne große Familie, oder Hartz IV ist wohl doch zu hoch. Ich könnte grad schon wieder ….ich lass das jetzt mal an dieser Stelle.

Wer jetzt noch politische Satire erwartet, der hat sich geschnitten. Mir ist die Laune danach erstmal ausgegangen. Was soll man schon noch schreiben über das Disaster am Hindokusch? Wie oft soll ich mich noch aufregen, dass andere unser Geld verbrennen und wir dann nur die Aschewolke aus Island abbekommen? Da kann man nur hoffen, dass man seine Kinder ordentlich erzieht, oder? Die BILD-Gesellschaft hat ja schon genügend Mitglieder!

Kommen wir aber mal kurz zu meine „dringenden“ Dingen in den letzten Wochen. Ich habe 13 Skripte zum durcharbeiten, damit ich eine Schnittstelle zwischen Journalismus und Technikfreak bilden kann. Klingt erstmal ganz nett, hab ich auch gedacht. Wie bei so vielen Zielen, ist auch dieses nicht ohne Arbeit zu erreichen. Also nehme ich mir artig ein Heft nach dem nächsten vor. „Grundlagen des Internets“, „Grundlagen des Online-Textens“ und vor wenigen Minuten mit der Hausarbeit zum Skript „Internetanwendungen in der Praxis II“ begonnen. Einmal die Themengebiete in der Übersicht:

Gliederung des Lernstoffes

  • Technisches Basiswissen
  • Grundlagen der Medien- und Informationstechnologie
  • Internet für Anwender
  • Erstellen einer Homepage
  • Internet-Publishing
  • Grundlagen des Webdesigns
  • Bildbearbeitung am PC
  • Grundlagen des Online-Textens
  • Stilistik
  • Grundlagen der Online-Recherche-Technik
  • Interaktivität im Netz
  • kommunikative Kompetenz
  • Rechtsfragen

(Quelle: www.ils.de)

Mit sowas darf ich mich also rum ärgern und das ist nur die gaaaanz grobe Gleiderung des Lernstoffes. Im Detail liest sich das etwa so:

Erläutern Sie wie eine Internetseite für ein Reisebüro aussehen kann, das für alles und jeden ein Angebot hat. Denken Sie speziell an die Struktur der Website und erläutern Sie ihre Vorgehensweise. (-hier geht es nicht um die Programmierung am Rechner, hier geht es nur um das schreiberische Ausführen)

Jetzt folgen dann a,b,c,d,e,f,g und h als Unterpunkte der Aufgabenstellung, die ich hier nicht näher erläutern möchte. Ihr seht also, dass ich von Tag zu Tag ein wenig schlauer werde und mich dem Wissenstand vieler Blogger annähere. Dennoch gibt es keinen Grund zur Sorge, denn dieser Blog bleibt weiterhin werbefrei, wird also nicht umziehen! Ich werde lediglich versuchen meine Schreibe ein wenig zu verbessern und somit wird das Schreiben in der ersten Zeit, mangels Übung, also auch mehr Zeit in Anspruch nehmen. Dies führt dann wiederum dazu, dass neben meinen Hausarbeiten und der Inanspruchnahme externer Hilfe, auch das Bloggen noch als Zeitfresser durch mein Leben läuft. Alles nicht so einfach, aber ich schaff das. Sollte ich meine Meinung ändern und das weiße Tuch werfen, dann hab ich mehr im Arsch als mir lieb sein kann und glaubt mir, so ein Schuh kann die Größe 40 durchaus auch mal deutlich überschreiten.

P.S: Sollte jetzt jemand auf die Idee kommen und mir Fachfragen stellen, so werde ich diese nicht beantworten, denn ich bin ja doch noch recht frisch in dem Ganzen. Ich werde, wie so viele andere Menschen mit jedem Tag ein wenig schlauer, unabhängig davon ob ich nun eine Umschulung mache oder einfach durch mein Leben gehe, Neugier ist etwas wundervolles. In meinem Fall hoffe ich, dass ich sie nie verliere!

Wieder artig nach unten getreten

Nach einer langen Zeit in der ich mich in meinen vier Wänden verbarrikadierte, habe ich mich am letzten Wochenende mal wieder aus dem Haus getraut. Ging ja auch nicht anders, hatte meine Liebste doch zum Auflaufessen geladen. Wer kann da schon nein sagen? Ich nicht, soviel steht mal fest. Erst am Montagmorgen verließen wir uns. Sie zur Arbeit und der Kuschelpunker wieder nach Hause. Erst noch schnell nach Hamburg-Altona ein Monatsticket kaufen. Windig und ein wenig feucht waren die Straßen. Köpfe sind nur halb, oft sogar noch unter einem Regenschirm verborgen, zu sehen gewesen. Ich schlich, ebenfalls in gedrungener Haltung, an den Mensch vorbei. Hier und da noch elfengleich einigen Regenschirmspitzen ausweichen, bahnte ich mir also meinen Weg. Ich blieb unverletzt.

Bevor ich das Bahnhofsgebäude betrat viel mein Blick auf einen älteren Mann. Alleine saß er auf einer Bank, zählte sein gesammeltes Leergut und schweifte mit seinem Blick immer wieder von der Pfandtüte hin zu seinem „Spendeneimer“. Ich konnte nicht sehen wie viel, oder ob überhaupt etwas in der Büchse gewesen ist. Ohne Kopfbedeckung und mit löchriger Kleidung saß der Mann mitten in diesem unwirklichen Wetter. Mein flüchtiger Blick zurück lies mich ein wenig Freude aufkommen. Versteht mich bitte nicht falsch, aber ich freute mich einfach, dass es immer noch 359 Oironen in meinem Leben gibt, die mich von so einem Schicksal trennen. Bekannter weise bin ich ja einer der Beschimpften des Herrn Westerwelle. Ich bin einer derjenigen, die zu faul sind zu arbeiten und den ganzen Tag nichts anderen machen als sich Trash-TV an zu tun und schon am Nachmittag die halbe Kiste Bier alle haben. Mein Oberstübchen ist fast leer. 2 Gehirnzellen habe ich noch, schade, dass die eine auf Urlaub und die andere Krank ist!

Ich habe in den vergangenen Tagen immer wieder die Zeitungen gelesen, meinen Feedreader aufmerksam durchforstet, mit dem Ergebnis, dass mir eine Welle der Verachtung entgegenschlägt. Ich bekäme für mein Leben noch zu viel Geld und sollte mich was schämen auf Kosten anderer zu leben. Gerade die große Boulevardzeitung mit den vier großen Buchstaben hat ordentlich, natürlich mit starker Hilfe ihrer Leser, auf mich eingedroschen. Das es irgendwann schon gar nicht mehr verfassungstreu vorging ist leider nicht verwunderlich. Die Würde des Menschen ist unantastbar? Entschuldigst wenn ich jetzt einfach mal laut loslache. Wenn ich höre oder lese, dass die faulen HartzIV-Schweine doch mal mit dem Saufen aufhören sollen, denn dann könnten sie sich ja einen Job angeln, dann ist das erniedrigend. Es ist, für mich persönlich, erniedrigender als meine Besuche auf dem Amt. Selbst die Erfahrung mich auf ein Bier einladen lassen zu müssen, denn nur so können mich meine Freunde überhaupt noch sehen – Geld ist bei mir halt Mangelware – ist nicht so schlimm wie solche gedruckten Worte. Zu gerne würde ich solchen Menschen mal gegenüber stehen. Doch was würde ich denen sagen? Ich glaube ich würde, aus Scham mich mit ihnen unter einer Sonne bewegen zu müssen, den Kopf schütteln und schweigend von dannen ziehen.

Ich frage mich, ob solche Menschen die Not ihrer Mitmenschen überhaupt realisieren. Haben die eine Ahnung von dem Minderwertigkeitsgefühl, das seit dem ersten Besuch auf dem Amt das Leben bestimmt? Kennen die vielleicht das Gefühl während der Woche sparen zu müssen, damit ein Wochenendbesucher nichts von den Umständen mitbekommt und nicht darunter leiden muss? Ich verstecke mich nicht, gehe offensiv mit dem Thema um. Seit 4 Jahren ohne Arbeit und mit genug Schulabschlüssen für drei Jugendliche ausgestattet lebe ich jeden Tag mit gut gemeinten Ratschlägen, mitleidigen Blicken und kritischen Aussagen (oft negativer Natur!) einiger Mitmenschen. Eigentlich kann ich keinem zitierten Leser einen Vorwurf machen, denn es gibt leider zu viele schwarze Schafe. Da ist es dann wieder, das von allen Menschen geliebte Schubladendenken. Immer feste von oben drauf. Erst treten, dann kann man ja immer noch fragen.

Es ist doch uninteressant, dass viele HartzIV-Empfänger sich in Fortbildungen befinden. Der Wille zum Erlernen neuer Fachkenntnisse ist also da. Ach ja, ich vergaß ja, dass diese Menschen in den offiziellen Statistiken nicht auftauchen. Also beziehe ich weiterhin mein Geld, lerne artig etwas über Mashups, dem Web 2.0 und der Auswirkung desselben auf die Strukturen in Verlagen. Was kann ich schon machen? Sollte ich den Schritt an die Öffentlichkeit wagen und mich der 4-Buchstaben-Zeitung als Interviewpartner anbieten? Ich glaube nicht meine lieben Leser. Dennoch wünschte ich, dass einige Menschen mal in ihrem Bekanntenkreis etwas genauer hinschauen, denn irgendwo verstecken auch die einen HartzIV-Empfänger unter ihren Bekannten, da könnt ich drauf wetten. Obowohl….lieber nicht, denn sollte ich gewinnen muss ich das angeben, was eine Kürzung, der von mir bezogenen staatlichen Spendengelder zur Folge haben könnte!

Ich gebe zu, dass viele meiner Mitmenschen, speziell die Arbeitslosen, auch von mir gerne gemieden werden. Ist nicht weiter schlimm, denn ich mag Menschen allgemein nicht so besonders. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass man einigen Menschen ihre Selbstaufgabe ansieht. Da wird nicht mehr auf das Äußere geachtet, die Kauleiste fault so vor sich hin und die Alkoholabteilung des naheliegenden Discounters ist das zweite Zuhause. So etwas zieht mich runter und so etwas kann ich mir zur Zeit nicht erlauben. Kann sich das überhaupt jemand erlauben? Wieso kann man aber diesen gescheiterten Existenzen wenigstens ein Schweigen entgegenbringen. Ist zwar auch ein wenig demütigend, aber immer noch besser als verbal oder körperlich auf sie ein zu dreschen. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, das ist jeden bekannt, so ignorant kann man ja nicht sein, aber wo Gewinner sind, da muss es auch Verlierer geben. Haben die Falschen verloren? Ich kann und möchte dies hier nicht beurteilen, aber vielleicht sollten sich einige mal fragen ob sie die Bewertung eines Menschen durch Geld nicht schon zu Verlierern macht.

Besser spät als nie

Könnte die Überschrift für die vergangene Woche lauten. Fefe und das Reizzentrum haben ganze Aufklärungsarbeit geleistet. Nimmt man dazu noch die einschlägigen Tageszeitungen mit ihrem Qualitätsjournalismus, ist man bestens bedient und aufgeklärt. Irgendwie kommt man sich auch ein wenig verarscht vor, oder? Wochenlang protestiert das Netz gegen Frau von der Leyen und nun scheint sie es endlich kapiert zu haben. Dieses tolle „Stoppschild“ wird eingemottet und durch Löschen ersetzt. Meine Mutter würde jetzt sagen: „Hab ich es dir nicht gesagt.“ Es wird also hoffentlich bald gelöscht was das Zeug hält, doch die Frage nach dem „Warum denn erst jetzt und nicht gleich so?“ müssen sich die herrschenden Parteien gefallen lassen. Interessieren wird es sie natürlich nicht, denn seit wann hört man schon auf den Wähler? Die Meinung des Volkes wird ja so interpretiert wie es gerade genehm ist. Währe ich Erstwähler würde ich mich nicht weiter wundern, aber als alter Kreuzchenhase schwanke ich noch zwischen Kopfschütteln und dem Ausleben meines Brechreizes. Mein Porzellanaltar steht gut vorbereitet in meiner Nähe.

Das alte Thema mit dem Volkswillen ist wohl immer aktuell, nicht nur in diesem Land. Kann mir vielleicht mal jemand sagen ob und in welchem Umfang die Afghanen „Hilfe“ von den Westmächten haben wollten? Klar, jetzt brauchen sie welche, kein Wunder, ist ihnen doch von uns das Land zerbombt worden. Ja, alle Menschen wollen und brauchen unsere Hilfe und wer sie nicht braucht, dem wird sie aufgezwungen, denn die Menschen wollen es so. Ich könnte hier darüber eine laaange Abhandlung schreiben, will ich aber nicht. Der Brechreiz meldet sich wieder. Schicken wir einfach wieder unsere Soldaten, ihr wisst schon, die die auf unser Land und unser Volk vereidigt wurden, in die Heimat der Soldaten – in den Krieg! Erschütternd, aber ich als Wähler kann wohl die nächsten Jahre nichts daran ändern. Wählt man nicht eine der „extremistischen“ Parteien, wird sich auch nichts ändern. SPD und Grüne haben ja auch nicht davor gescheut unsere Mitmenschen in einen Angriffskrieg zu schicken. Ja ja, ich weiß ich sollte weichere Worte wählen und nur Meinungen schreiben, die von offiziellen Pressestellen freigegeben worden sind. Brauch ich glücklicher weise aber keine Rücksicht drauf nehmen, denn es geht ja nur um MEINE Meinung, da kann Herr General XY mit seinem ganzen Lametta mich gerne mal da küssen wo nie die Sonne hin scheint. Überhaupt glaube ich das wir viel zu viel auf das geben, was uns die anderen Erzählen. Glaubt denn irgendeiner noch ernsthaft, dass die Bundesregierung im Sinne des Volkes handelt? Wer ist denn bitte so eingeschränkt, dass er den Zusammenhang zwischen Spendengeldern und Gesetzesentwürfen nicht erkennt? Überall wir gemogelt, vertuscht und sich was zurecht geschnitten. Sogar DSDS kann man nicht mehr trauen. Die Sprüche des TötensenDieter sollen angeblich im nachhinein eingefügt worden sein. Ich halts im Kopf nicht aus! Was kann ich eigentlich noch glauben? Irgendwer sagte mal, dass man sich auf das verlassen kann was man sieht. Gelogen, eiskalt gelogen. Fernsehen hat mich kuriert. Reportagen, Magazine, alles wird zuschauergerecht zugeschnitten. „Zensiert“ währe wohl das bessere Wort, da helfen auch keine Sendungen wie sie RTL gerne verbreitet. „Familien im Brennpunkt“ mit schlechten Laiendarstellen und Geschichten die ein drogensüchtiger Drehbuchautor geschrieben haben muss. Ich weiß ja, dass das Leben schon komische Geschichten schreibt, aber so komisch? Ich glaube ja langsam, dass solche Serien eine regierungsgesteuerte Arbeitsbeschaffungsmaßnahme sind. Hört ja hoffentlich bald auf. Das Verfassungsgericht in Karlsruhe hat die Hartz-IV-Sätze ja für nicht verfassungsgemäß erklärt und der Bundesregierung einen klaren Arbeitsauftrag für dieses Jahr mit auf den Weg gegeben. Ok, ich werde hoffentlich nicht mehr in den Genuss der erhöhten Regelsätze kommen, aber generell muss man doch sagen, dass 2,50 € mehr im Monat keinen Arbeitslosen reich machen und von der verischerungspflichtigen Arbeit abhalten, oder?

Ja ja, es ist wieder viel geschehen und zu viele nicht geschehen. „Wehret den Anfängen!“ – lautet ein alter Spruch der linken Szene. Ich befürchte diesen Zeitpunkt haben wir aber verpasst.

Ach Arno, du hast es wirklich nicht leicht

Es ist eingetreten woran niemand wirklich noch glaubte. Arno Dübel (54) hat nach 36 Jahren keine Chance mehr mit seiner Drückebergerei. Es ist vorbei mit seinem Leben vor dem TV. Ich frage mich gerade was man 36 Jahre lang so macht? Denkt man über die Fragen des Lebens nach? Popelt man sich so lange in der Nase bis sie blutet oder man auf Öl gestoßen ist? Den ganzen Tag hat Arno fern gesehen, den ganzen Tag geraucht, getrunken und das Trash-TV mit all seinen zweifelhaften Vorzügen genossen. Wie antriebslos und wie müde vom Leben muss jemand sein, der das 36 Jahre mitmacht? 300.ooo Oiro soll Arno vom Staat kassiert haben. Vergessen wir aber nicht seine Zusatzeinnahmen durch seine TV-Auftritte.

Der oberste Arge-Boss Hamburgs, Thomas Bösenberg, hat endlich mal die Faxen dicke. Der Arzt von Arno, er gab ihm ihm immer wieder den „gelben Schein“, spielte auch nicht mehr so mit. Als der Arzt dann nicht da gewesen ist, konnte Arno nicht mehr anders, er musste zur Arge und sich dem Gespräch mit Thomas Bösenberg stellen. Arbeitsmaßnahme – lautete das Urteil. Arno lernt jetzt Hauswirtschaft. Der 54 jährige hat keine Möglichkeit aus der Nummer zu entfliehen. Mich persönlich freut das ja ein bisschen. Musste ich mich, wie viele andere auch, doch da durch quälen. Geschadet hat es nicht, aber nervig wurde es mit der Zeit.

Jetzt wollen die Kommunen sparen, da fallen die 500 Oiro monatlich für den schmächtigen Arno ja gar nicht auf. Rechen wir das doch mal hoch. 10 Monate á 500 Oiro sind, wenn ich mich nicht verrechnet habe, 5000 Oiro. Fassen wir also zusammen – Arno hat in den letzten 36 Jahren etwa 300.ooo Oiro abkassiert, nun hat er eine Maßnahme aufgedrückt bekommen, die nochmals 5000 Oiro kostet. Alles in allem kostet Arno den Steuerzahler bis Ende der Maßnahme 305.ooo Oiro. Ob sein Hartz IV in dem Maßnahmegeld schon reingerechnet ist, kann ich hier nicht bestätigen. Ist dem nicht der Fall, dann kostet Arno den Steuerzahler nochmals 3590 Oiro.

Arno wird mit seinen 54 Jahren und seiner, nicht vorhandenen, Arbeitsqualifikation bestimmt die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Ist ja nicht so, als gebe es keine Kurzarbeit, Entlassungslust oder gut gefüllte Arbeitsämter mit qualifizierten Arbeitskräften. Arno wird bei Beendigung seiner Maßnahme wohl 55 Jahre alt und ohne Arbeitserfahrung sein, ich denke mal, dass er sich dann in die Reihe der „Unvermittlerbaren“ einreihen wird. Von Hartz IV direkt in die Rente. Mensch Arno, die 10 Monate wirste doch auch noch überstehen. Ich denke du wirst ruhig schlafen können. Schauste dir halt abends mal an, was in der Welt so vor sich geht. Mach dir keine Sorgen, auf der Daten-CD mit den Steuersündern wirst DU sicherlich nicht drauf stehen! Sollte die Regierung wirklich die erhofften 100 Mio zusätzlich kassieren, dann kann die Fehlentscheidung Arno nach 36 Jahren endlich zur Arbeit zu zwingen dem Steuerzahler mildernd verkauft werden. Besser spät als nie?

Sollten sich auch mal unsere Staatlichen Überwachungsorgane sagen und mal ein paar Strafanzeigen vor der Verjährungsfrist stellen. Es lebe Justiza, die soll ja angeblich auf einem Auge blind sein. Versteh ich gar nicht. Ist doch normal, dass in diesem Land mit zweierlei Maß gemessen wird. Ich erinnere an Herrn Zumwinkel, der für seine Steuerhinterziehung nicht mal 5 Jahre Knast bekomme hat und das obwohl er den Staat um Millionen an Steuergeldern betrogen hat. Nicht auszudenken, dass es Kinder gegeben hätte, die sich über einen Kita-Platz gefreut hätten. Blieb ihnen aber leider verwehrt. Sehr erfreulich finde ich es aber, dass unsere Bundesregierung nicht so richtig offensichtlich ihre Erpressbarkeit unter Beweis gestellt hat. Ich dachte eigentlich, dass das Kaufen und Verkaufen von Diebesgut unter Strafe steht. Muss ich mich dann wohl geirrt haben. Bin ja auch nur ein Wähler, da ist Dummheit wohl Voraussetzung zur Lebensberechtigung in diesem Land. Da muss man sich doch fragen, ob es überhaupt noch sinnvoll ist zu arbeiten. Ich meine, wenn man so mit unseren Steuergeldern umgeht, wozu dann noch welche zahlen? Einem Kind hätte man längst einen Vortag über den vernünftigen Umgang mit Geld gehalten und das Kind hätte daraus sicherlich was gelernt. Lernresistenz gibt es wohl nur noch in den Chefetagen von Banken, Versicherungen und vielen anderen Kapitalgesellschaften….und natürlich der Regierung!

Ach Arno, du hast es gut. Wenn du erstmal deine 10 Monate rum hast, kannst du wieder in dein tristes Arbeitslosenleben zurück, bekommst dein, aus Steuertöpfen finanziertes Geld und der Rest braucht dich nicht mehr zu interessieren. Die arbeitende Bevölkerung hat schon ihre Problemchen, du zum Glück nicht.