„Occupy the couch!“ oder „Occupy the world!“

Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wird der Pöbel wohl nie verstehen. Eines davon ist das globale Finanzsystem mit all seinen Verstrickungen. Ein anderes ist sicherlich die Macht die das Volk haben kann. „Ich bleib zu hause, ich kann doch eh nichts verändern!“ – eine Aussage die, da bin ich mir ziemlich sicher, nicht nur mich auf die Palme bringt. Mehr von diesem Beitrag lesen

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Nachbarn bespitzeln 2011

Es herrscht also wieder Terror. Überrascht? Ich nicht. Erschrocken? Ich ja, jedenfalls ein wenig. Die Toten zu beklagen haben schon viele getan, da werd ich mich jetzt nicht einreihen. „Mein Beileid“ – wird hoffentlich reichen. Fast 100 Tote mit einer noch höheren Anzahl Trauernder, es reicht!

Einen Schuldigen hat man gefunden, zumindest für das Gemetzel im Jugendfreizeitcamp. Er ist weiß, Anfang 30, hört Techno und spielt Videospiele…ach ja…nicht zu vergessen – es ist KEIN Moslem! Nein nein, der Kerl ist doch tatsächlich Christ. Es stimmt liebe Leser, da ist einer, der die gleiche, oder zumindest eine ähnliche Konfession wie wir hat und der erschießt Jugendliche. Mehr von diesem Beitrag lesen

Was ist nur aus den Kühen, Kamelen und Schafen geworden?

Geld an sich ist eine feine Erfindung, denn mal ehrlich, habt ihr Lust mit Kühen, Kamelen oder Schafen durch die Landschaft zu ziehen? Die Prägung von Münzen ist einer der Meilensteine in der Zivilisation gewesen. Vieles wurde einfacher – oder? Die letzten Wochen, Monate, sogar Jahre haben dazu gedient den Menschen das Vertrauen in die Geldpolitik, die Wirtschaft zu entziehen.

In den alten Zeiten, als jeder noch mit Kühen und Kamelen durch die Lande zog war klar, man brauchte etwas zu essen, brauchte eine Absicherung der Familie, brauchte Tauschobjekte und gelegentlich auch mal eine Reserve für eine Mitgift. Die Grundbedürfnisse mussten abgesichert sein. 3 Kühe und man bekam Milch und Fleisch falls notwendig. In den Wüstenregionen dieser Welt dienten Kamele als Fortbewegungsmittel, Milchabgabestation oder zum Vergnügen eines Wettstreits. Nomadenvölker brauchten eine Grundlage, eine Absicherung ihres und des Lebens ihrer Frauen und Kinder. Wohlstand? Vornehmlich galt Kinderreichtum mal als Wohlstand, denn Kinder konnten bei der täglichen Arbeit mithelfen, konnten gegen aufdringliche Stämme mit verteidigen und versorgten die Eltern im Alter. Große Familie bedeutete man braucht mehr Vieh zum Absichern des Grundbedürfnisses. Leben. Es ging um das nackte Überleben, keine Heizung, keinen oder kaum Schutz gegen Wettereinflüsse und von sanitären Anlagen möchte ich hier erst gar nicht sprechen.

Die Münzprägung erleichterte den Tauschhandel ungemein. Keine Kuhherde die durch Landschaften und Dörfer getrieben werden musste, es reichte ein Säckchen mit Bronze- oder Silbermünzen, später kamen die Goldmünzen hinzu. Mit einem mal war eine dicke „Brieftasche“ Ausdruck von Wohlstand, von Reichtum und Macht geworden. Jeder wollte möglichst viele dieser Münzen sein eigen wissen. Irgendwann wurde den Wohlhabenderen auch dies zu müßig und, man misst den Italienern die größte wirtschaftliche Bedeutung zu, erfand man das Bankwesen.

Viele werden jetzt sagen, die Tempelritter hätten das schon eher getan, dies ist auch durchaus richtig, jedoch für die heutige Form des Bankwesens sind die Italiener prägnanter, daher auch noch viele Begriffe, die so heute noch verwendet werden – z.B. Agio, Disagio oder auch nur das Wort Bank, das sich aus dem italienischen ableiten lässt.

Mit dem Aufschreiben von Geldwerten wurde vieles einfacher, der ausgebeulte Umhang viel weg, wurde noch etwas anderes eingeführt – der Kredit. Bemerkenswert an dieser Stelle ist folgende Tatsache, die Verzinsung eines Kredites wurde als unethisch gebrandmarkt und führte zum Verweilen in der Hölle nach dem Tode. Für die Gläubigen jener Zeit, die Kirche hatte einen erheblichen Einfluss, es wahren nahe zu alle Menschen gläubig, eine sehr hohe Strafe. Geprägt durch Ehrlichkeit und dem Vertrauen auf das Wort des Geschäftspartners, konnte man diese Zeit als eine entspannte Zeit des Kapitalismus betrachten. Ethische Grundsätze wurden beachtet und Kontrollen meist unnötig. Vertragsbruch wurde natürlich auch in der Zeit geahndet und auch hier hatte der Staat, bzw. Stadtvorsteher, Ratsherr und ähnliche ein genaues Auge um die schwarzen Schafe schnell aus zu sortieren.

Im Vergleich zu jenen Tagen scheint sich nicht viel verändert zu haben, nimmt man die Kirche, das ethische Verständnis und die Einführung des Geldscheins mal außen vor. Es gibt nach wie vor einen Geldkreislauf der von den Staaten gesteuert wird, Gesetze sollen verhindern das sich Einzelne alles nehmen, gerade wenn es ihnen nicht zusteht und Verträge werden auch heute noch gebrochen. Dennoch ist einiges anders.

Die Weltbevölkerung wächst stetig und jeder möchte den ein oder anderen Geldschein in seinen Händen halten. Es ist also zwingend notwendig genügend Geld im Umlauf zu haben. Was aber passiert wenn „genug“ Geld im Umlauf ist, wenn es dem Arbeitnehmer genehmigt wird sich einen Kredit auf zu nehmen, oder Unternehmen Investitionskredite bewilligt bekommen?

Es wird Geld ausgegeben, von Produzenten bleibt dies nicht unbemerkt. Steigt die Nachfrage, das Angebot bleibt aber gleich, führt dieser Zustand auf längere Sicht zu einer Inflation, also einer Geldentwertung. Folge: Die Menschen brauchen immer mehr von diesen bunten Scheinen und den harten Münzen um das selbe Produkt kaufen zu können. Abgesehen von den Produktionskosten des Geldes, tritt der Staat auch als Auftraggeber in Erscheinung, er hat also auch mit steigenden Preisen zu kämpfen. So kommt es dann, der Staat hat die Lizenz zum Gelddrucken, schießt sich aber ins eigene Knie wenn er es übertreibt. Nebenbei mag noch erwähnt werden, die Banken haben ebenfalls die Möglichkeit neues Geld zu kreieren, Geld das sie nicht haben. Es wird also eine Blase aufgepumpt, die zwangsläufig platzen muss.

Was passiert wenn diese Blase platzt? Wir kennen es aus den vergangenen Monaten, Banken ersticken unter ihren Schulden, der Staat hilft und pumpt neues Geld in die Wirtschaft, von der er ja auch profitiert und es kann alles von vorne beginnen. Geld ist da, neues Geld kann geschaffen werden und eine neue Blase darf sich aufblähen. Dieser Kreislauf des Kapitalismus kränkelt an sich selbst, doch die Auswirkungen tragen nicht die Verursacher. Steuern müssen erhöht, Einsparungen vorgenommen werden und am Ende schafft man einigen wenigen wieder neue Möglichkeiten Geld zu nehmen, dass sie nicht brauchen würden hätten sie vorher ihre Gier im Zaum gehalten.

Mit Kühen, Kamelen und Schafen wär uns das vielleicht erspart geblieben!

Dankt unserer Jugend

Wieder einmal sind mir die Tage nur so zwischen den Fingern zerronnen. Aufstehen, Kopf klar kriegen, Gedankensortierung, Rechner an, E-Mails anschaun, Besucherzahlen auf meinem Blog anschaun und das Grausen bekommen. Gedanken für einen Post sortieren, feststellen das ich daraus nichts machen kann oder möchte. Lernheft in die Hand nehmen, feststellen das der Schreibtisch zu voll zum Lernen ist und an den Wohnzimmertisch wanken. Gedanken sortieren und mit dem Lesen beginnen. Anrufe entgegennehmen, auflegen und weiter lesen. Bemerken der Dunkelheit, Licht an, über meinen eigenen Schatten hinweglesen. Zwischendurch immer mal wieder eine Pause, rauchen, trinken und gerne auch mal eine Scheibe Toast in die Figur werfen. Am Abend dann Schluss mit Lustig, das TV anknipsen und stumpf eine Sendung nach der nächsten sehen. Zwischendurch wieder Pause, Freundin hat den Vorrang.

Erkenntnisse wollen mir nicht kommen, aber dafür ist es jetzt Zeit um auf VIVA zu schalten. Gleich kommt „Futurama“! Wer will sich schon das reportieren über neue Riesenburger, oder Riesenwürste auf Pro7 anschaun? Es läuft ein Musikvideo, also noch keine Zeit für Zeichentrick. Man kann eine SMS an VIVA versenden. Womit soll ich die denn bitte füllen? Da kommt schon wieder eine. „Juhuuuu“ – lautet der Text. „Juhuuuu“? Hab ich da was nicht mitbekommen? Eine normale SMS kostet mich schon 19 Cent. Ok, es gibt ja auch SMS-Flatrates, aber die ziehen ja bei solchen Sonder(müll)-SMS an VIVA nicht. Eine SMS für über 40 Cent. Ich konnte es nicht genau lesen, aber aus Erzählungen weiß ich, dass es solche SMS-Verschickung nicht für 19 Cent gibt. Wieso jammert dann noch jeder zweite über die Weltwirtschaftskrise, Eltern machen sich Sorgen um ihre Arbeitsstellen und Mathematiklehrer fordern schon seit Jahren mehr Schmerzensgeld?Mit der Jugend von Heute werden alle Probleme aus der Welt geschafft. Das elterliche Einkommen, egal ob Lohn, Dealergeld, oder Hartz IV wird in Mobilfunktarife oder CallYa-Karten gesteckt. Unter dessen Mithilfe sichert man gleich Arbeitsplätze bei Jamba, VIVA und wie sie nicht alle heißen. Die Eltern freut es, denn so tun die Kinderchen ja das was man ihnen gerne mal erzählt. „Sei nicht so egoistisch, denk auch mal an andere!“ – Perfekt.

Was haben nun aber die Mathematiklehrer damit zu tun? Gaaaanz einfach. Mathematikunterricht fällt in Zukunft einfach aus. Mal ehrlich, wenn Jugendliche Rechnen könnten, dann wären doch Arbeitsplätze in Gefahr. Will das jemand? Sicherlich nicht. Wo wir grad dabei sind, sollte dann auch der Unterricht in den Bereichen „Wirtschaft, Gesellschaft und Ethik“ ebenso wegfallen wie der Deutschunterricht. Jugendliche werden nämlich nur so zu Vorbildern erzogen. Die Sprache befindet sich im Wandel, sollte unbedingt jeder mitbekommen. Indem nun die Jugend ihr, bzw. das Geld ihrer Eltern auf den Kopf haut lesen das andere bei dem Informationssender VIVA. Es findet also ein steter Informationsfluss statt.

Warum aber sollte auch noch „Wirtschaft, Gesellschaft und Ethik“ wegfallen?

Es ist besonders wichtig für junge Menschen, dass sie wieder lernen auf ihre Eltern, besser den Älteren zu zu hören. Es ist wichtig, dass die Eltern wieder Einfluss auf ihre Pubertierenden bekommen, denn nur so können Werte, wie ich sie oben beschrieb, weitergegeben werden. Jeder bekommt mit wie in der Politik gemauschelt wird, wie dort der eine dem anderen etwas schenkt um im gleichen Atemzug ein Gegengeschenk zu erwarten. So funktioniert das nun mal. Die Welt besteht aus Geben und Nehmen und aus nichts anderem!

Ich stelle mir gerade vor wie die Eltern der Heranwachsenden stolz des Nachmittags vor dem TV sitzen, sich noch über die ein oder andere zitierte Aussage von Politikern ärgern, sich VIVA ansehen, auf ihre Tochter sehen und sie mit den Worten in den Arm nehmen: „Ich hab dich lieb! Schön, dass du den anderen da draußen mal beibringst wie man SMS-Nachrichten schreibt. Wir sind ja alle gar nicht so faul wie das manche Politiker sagen.“

Galileo sollte lieber wieder kleine Brötchen backen

Wer kennt sie nicht, die täglich flimmernden Reportagesendungen. „K1 das Magazin“, „Schau dich schlau“ und natürlich „Galileo“. Alle Sendungen sind mir unheimlich ans Herz gewachsen. Mal ehrlich, was können wir da nicht alles lernen? Das Kind lernt wie die Löcher in den Käse kommen (Wo ist eigentlich inzwischen die Sendung mit der Maus geblieben?), der faschistisch angehauchte Jugendliche kann schon einmal sehen wie man ein echter Soldat wird und Terroristen werden über die neuesten Sicherheitsmaßnahmen auf dem laufenden gehalten. Alles in allem nützliche Informationen, da sollte man den Sendern mal ein Kompliment machen. Der Informationsauftrag wird eben doch ernst genommen. Mehr von diesem Beitrag lesen