(Keine) Begegnung

Ein ganz normaler Tag mit ganz normalen Geschehnissen. Alles wie immer, alles wie es sein soll. Nur eine lose Verabredung mit einem Freund, einer Freundin, einem Bekannten. Eine kurze Terminbestätigung im laufe des Tages. Einen Kaffee, ein Glas Wasser, ein kleines Bier. Nichts auffälliges. Eine ruhige Unterhaltung, ein paar herzhafte Lacher. Nichts besonderes eben.

Eine Überraschung, ein fremder Mensch, ein unbekannter Gesprächspartner. Entspannte Eingliederung ins Gespräch. Unbefangen, ohne Gedanken. Ein Lächeln, ein Spruch, eine Idee. Unverfängliche Gesprächsminuten. Eine Verabredung. Mehr von diesem Beitrag lesen

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„Flausch“ vs „Arsch in der Hose“

Zuhause, im Büro, in der Bahn oder in Parkanlagen, immer und überall haben wir die Möglichkeit, so wir es denn wollen, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Keine Telefondose, die uns bremst, kein Kabel, das die Bewegungsfreiheit einschränkt. Ein Ladekabel, das ist wichtig, das müssen wir unbedingt haben. Ein Handy, aber bitte nur eines mit Internetfunktion. Den passenden Tarif bietet man uns, wohl wissend wir wollen uns nicht örtlich einschränken lassen, gleich bei einem Smartphonekauf mit an. Mehr von diesem Beitrag lesen

„Hi, ich bin der Kuschelpunker!“….“AUA!“

Nein, ich habe mich nicht gestoßen und mich hat auch niemand geschlagen. Mir geht es gut, danke der Nachfrage. Alles begann am 17. Oktober 2011, einem Montagabend. Ein Spiel des FC St. Pauli. Ja liebe Fernesehkommentatoren, es heißt nicht „Pauli“, vielleicht könntet ihr euch das bitte mal in euer Hirn meißeln!!! Mehr von diesem Beitrag lesen

Hochzeit des Gestern

Was freuen wir uns heute morgen alle. Die halbe Nation (Rentner, Schüler und Arbeitslose) sitzen vor ihrem Bilderempfangsgerät und und schauen sich eine Hochzeit an. Wer in seinem Freundeskreis solch verrückte Menschen hat, der kennt das Prozedere. Zwei Menschen verlieben sich, irgendwann ist der Sex so gut, dass Mann fragt: „Willst du mich heiraten?“ Ist sie von der Größe seines Geschlechtsteils überzeugt und kann sich vorstellen mit ihm noch öfter Sex zu haben, dann sagt sie mit breitem Lächeln: „JA!“

So weit so gut. Das Aufgebot noch schnell bestellt und die leisen Zweifel mit Sex und Alkohol betäubt und dann ist er da, der Tag an dem beide durch eine Unterschrift ihre Zugehörigkeit zueinander bestätigen. Gläubige Menschen kommen sogar noch auf die Idee vor Gott das Bündnis zu bekräftigen. Der Pfarrer (Pastor) ist erfreut, hat er doch mal wieder was zu tun und einen Grund zum Saufen gefunden.

Heute heiraten als ein Prinz und eine Bürgerliche. William und Kate tun das was Millionen vor ihnen auch schon taten und dennoch scheint es etwas ganz außergewöhnlich zu sein. Da heiratet ein Prinz. Hui…ehrlich…dachte der kocht auch nur mit Wasser, oder putzt der seine Zähne mit Goldstaub und ist deshalb etwas ganz besonderes. Würde ich diesen Menschen auf der Straße sehen, ich würde ihn wohl nicht einmal erkennen. Bei der hübschen Kate ist das schon was anderes, aber lassen wir die sexuellen Anspielungen mal beiseite.

Ein Gespräch mit einigen, mir bekannten, weiblichen Mitglieder der Gesellschaft ergab, dass viele sich doch nur an dem Glanz ergötzen und wissen wollen wer was trägt. Aha, dreht sich also alles um eine Traumwelt, um eine Mädchenfanthasie, die leise Hoffnung doch irgendwann einmal den Traumprinzen zu treffen.

Ich möchte jetzt schon Wetten abschließen wann den der gute Willy die Hofmagd beglückt, ist ja in Mode bei den Royals. Der Vater tuts mit nem Pferd, in Schweden ist der Gustav seiner (deutschen) Silvia auch wiederholt untreu geworden und was der alte Philip (auch deutscher) der Queen Elsbeth schon angetan hat will eigentlich keiner wissen. Zwangsehen, inzestuöses Treiben und die Legitimation von Gottes Gnaden….In Zeiten des investigativem Journalismus bleibt auch nichts verborgen. Was finden Menschen an diesem Treiben so toll?

Vor Jahrhunderten haben Könige und Kaiser Zwangsehen vollzogen, Bündnisse wurden so geschlossen. Katharina die Große ist nur eine von ihnen. Einem verarmten Adelsgeschlecht entsprungen musste sie den künftigen Zaren von Russland heiraten. War sie glücklich? Ich glaube nicht, oder wie lässt sich sonst mindestens ein uneheliches Kind erklären? Ist es also erstrebenswert einen Prinzen zu suchen, oder eine Prinzessin, wenn später, wie bei vielen anderen Paaren auch mehr Schein als sein ist und das Glück des anderen so viel Wert ist wie die Zeitung von letzter Woche? Ist den Menschen eigentlich noch bewusst was die Herrschaften von Gottes Gnaden so alles angestellt haben? Leibeigenschaft, Steuerverschwendung, Kriege….wo soll ich da aufhören. Schlimm nur, dass auch in der heutigen Zeit einiges noch nicht beendet wurde. Die Steuerverschwendung ist in meinen Augen immer noch ein eklatantes Problem. Würden sich die Royals selbst ernähren, könnte ich mit ihnen ja noch leben, aber auch in Zeiten der Wirtschaftskrisen der Bevölkerung das Geld zu nehmen zeugt nicht von Volksverbundenheit. Früher durch Soldaten eingetrieben, wird es ihnen heute freiwillig überwiesen. Ist die Leibeigenschaft abgeschafft? Ich denke nicht, nur lehnt sich dagegen niemand mehr auf.

Welche Funktion haben die Königlichen eigentlich noch?

Kurze Antwort: Keine!!!!

Repräsentativ schütteln sie Hände, sitzen im Auto und winken oder verspeisen mit 500 Menschen Essen…ja, wenns denn wenigstens was leckeres wie ne Currywurst wär, aber nöööö….die Herrschaften brauchen ja Tapeten vom Wohnzimmer, auf einer Spur Teppich mit dem Blumenwasser von gestern! Schinden wir mal Eindruck, haben zwar nicht mehr zu melden im Land aber solange auch nur 5 Menschen zujubeln sind wir gewollt, ansonsten gibt es ja noch die „Jubelperser“, man ist ja lernfähig.

Ich bedaure viele Mädchen/Frauen, die sich diesem Trugbild hingeben, es sich herbeisehnen und dabei doch nur ihrem eigenen verkorksten Leben zu entfliehen versuchen…auch wenn es nur für 6 Std. ist (so lange geht die heutige Übertragung des Hochzeitsdebakels). „Warum kannst du nicht mehr wie Prinz xy sein?“ – „Ok, bin dann mal deine Reittrainerin vernaschen!“

Gefangene der Glorifizierung

Du wirst geboren und beschützt bis du anderer Kassen nützt. – So in etwa kann man umschreiben was sich in den Kinder- und Jugendzimmern dieser Welt tut. Kaum auf der Welt gibt es nur 2 Bezugspersonen. Mama- und Papa – Erzeuger geben sich alle Mühe dem kleinen Zellhaufen das bei zu bringen was man allgemein hin als Benehmen versteht. Nicht schmatzen bei Tisch, beim Husten die Hand vor den Mund halten und nicht öffentlich, für alle sichtbar, in der Nase popeln. So gehen die ersten Jahres eines neuen Lebens dahin. Bilden sich dann die ersten Gedanken nach dem Motto: „Ich brauch das unbedingt, sonst kann ich nicht einschlafen!“, dann ist die erste Stufe der Glorifizierung erreicht. Es muss unbedingt die Hörcassette von xy sein, denn sonst schreie ich dir die Bude zusammen und das nicht nur einen Abend, wirst schon sehen was du davon hast! Da können kleine Schreihälse unerbittlich sein, man befrage hierzu bitte meine Mutter.

Mit dem Einzug der Pubertät in das Leben von Kind und Eltern, wird es nicht etwa leichter. Der Irrglaube es könnten neue Bindungen in Hirn geschaffen worden sein, welche rationales Denken fördern, ist schlichtweg Wunschdenken von Eltern. In Einzelfällen mag es Ausnahmen geben, allein der Glaube fehlt vielen Erziehenden. Auf einmal kommt zu dem „Ich kann sonst nicht einschlafen!“ ein entspanntes „Ich ohne das nicht leben!“. Die Fähigkeit sich Leben und Tod vor zu stellen fehlt meist, aber die Worte sind schon so geläufig, dass der inflationäre Gebrauch derselben nicht zu verhindern ist. Gemischt mit neuen körperlichen Entwicklungen und den emotionalen Verwirrungen des Erwachsenwerdens, erleben Eltern die ersten Kaufräusche der Kiddis. Poster der Lieblingsband, die neueste CD und im besten Fall das Trikot des Lieblingsspielers. Man muss einiges einfach haben, denn sonst ist man „out“, gehört nicht mehr dazu und verbringt seine Nachmittage trostlos zu hause. Ihr armen Kinder!!! Doch wer sagt den Heranwachsenden was sie haben müssen und was Pflicht ist um der Gruppe zu zeigen, dass man zu ihr gehört? Werbung? Sportsendungen? Es sind die Idole, die Anführer ihrer Gruppe. Trägt dieses Alphatier eine bestimmte Marke muss jeder andere sie auch haben. Nicht unbedingt nur um dazu zu gehören, es geht auch um die Akzeptanz des Alphatieres. Steht der Vorreiter der Gruppe z.B. auf zerissene Jeans und preiswerte ausgelatschte Treter – seine Familie hat vielleicht nicht so viel Geld – dann ist alles andere uncool, da versnobbt. Hat die Familie aber Geld und der Sprößling steht auf selbiges, dann….ich denke hier brauche ich nicht weiter zu schreiben oder?

Idole beeinflussen uns also schon in unserer Kindheit, einmal daran gewöhnt, kann man sich dem in höherem Alter auch nur noch schwer entziehen. Einmal die „Tour de France“ gewinnen, einmal Wimbledon gewinnen….oder einmal wie jemand sein, der man oft nicht sein kann. Speziell die Fußballnation hat an letzterem oft zu knabbern. Wer hat schon die Möglichkeit die Championsleague zu gewinnen? Wer darf denn richtig reich werden um sich die teuren Sportwagen zu kaufen? Doch so sein wollen wir alle, denn wir sind es so gewohnt. Fiktion und Wirklichkeit können gar nicht weiter auseinander liegen als in diesem Bereich. Dabei geht es auch anders.

2 Beispiele fallen mir spontan dazu ein:

Manuel Neuer, Torwart bei Schalke 04, stand schon als kleiner Jung in der Fankurve und ist seinem Verein bis heute treu geblieben. (Grad les ich, dass er ein Angebot von Schalke bekommen hat, laut dem er in den nächsten 3 Jahren 21 Mio Euro verdienen soll!) Wofür wird dieser Fußballspieler nun bezahlt? Für seinen Job sicherlich, für seine gute Arbeit, aber auch für seine Treue, für seinen Charakter.

Holger Stanislawski, noch Trainer des (magischen)FC St. Pauli, steht seit nunmehr 18 Jahren zu seinem Verein, zu seiner Stadt. 18(!) Jahre, Spieler, Vize-Präsident, Sportdirektor und Trainer…hat dieser „Hamburger-Jung“Millionen in der Tasche? Verdient haben wird er nicht schlecht, aber hat er soviel Geld wie ein Lionel Messi, ein mehrfacher Meister seinen Landes, Championsleague-Sieger und Weltfußballer? Stani wird sich auch einige male überlegt haben „Was passiert wenn?“ oder „Was hätte passieren können?“ alles in allem blieb er sich aber treu, blieb er seinen Fans treu.

In meinen Augen sind diese 2 Beispiele Vorzeigecharaktere, auch wenn sie jetzt gehen oder vielleicht zu einem anderen Verein gehen werden, so haben sie eine tadellose charakterliche Stärke bewiesen und sind in meinen Augen die Idole, die viel mehr Menschen brauchen könnten. In unserer schnelllebigen Welt, in der sich alles nur noch um das Gestern dreht, sich alles nur noch um das Geld von morgen dreht und Schwächen herauskristallisiert werden, damit auch das letzte Revolverblatt noch seine Auflage halten kann, wird viel zu wenig von den positiven Dingen in der Welt, der Welt der Idole berichtet. Sicherlich hat auch jedes unserer Idole seinen kleinen individuellen Fehler, aber genau deswegen mögen wir sie ja manchmal auch, oder?

Heldenverehrung im allgemeinen halte ich dennoch für unnötig. Jeder solle sich doch bitte an seine Erziehung erinnern, in sich gehen und sich morgens im Spiegel betrachten um zu überlegen wie er selbst behandelt werden möchte und wie er anderen in Erinnerung bleiben will…und dann braucht keiner mehr Idole, Führer oder gar einen Gott!