Stöckchen für Blogger

Die eigenen Eltern mag man, seine Haustiere mag man, Zeitschriften und Sportarten mag man, doch auch Blogs? Blogs, eigentlich Weblogs, sind Tagebücher, die Menschen schreiben, weil sie etwas mit zu teilen haben. Dies ist weder eine neue, noch eine wegweisende Erkenntnis. Nun verhält es sich mit Blogs aber ähnlich wie mit Menschen. Jemand kennt jemanden, der jemanden kennt und der wird eines Tages ein guter Bekannter, mit dem man die ein oder andere epische Stunde verbringt.

Ein Blog geht aber nicht in eine Kneipe oder auf eine Party, es sind die Menschen dahinter, die sich treffen können. Durch die Verbreitung des Internet ist es jedoch schwierig sich regelmäßig zu treffen, sich überhaupt einmal zu treffen. Mal ehrlich, welcher Blogger aus Sachsen fährt in ein kleines Dorf in Schleswig-Holstein? Es ist eher selten, ich denke da sind wir uns einig. Abgesehen von der Entfernung ist die Kompatibilität von Menschen nicht unbedingt gewährleistet nur weil man sich, bzw. den jeweiligen Blog des anderen liest. Eine gemeinsame Party macht noch keine dicke Freundschaft.

Wie also zu Lesern kommen? Ich schrieb hier bereits über die Problematik des Blogens, bzw. der Bindung von Lesern. In der Kurzfassung gesagt, man kann seinen eigenen Blog durch andere Social-Media Kanäle publik machen (Twitter, Facebook, G+), oder sich durch Freunde empfehlen lassen. Da aber nicht alle Freunde aktive Blogleser sind, viele das Internet nur für YouTube und Facebook haben, ist diese Quelle eher nicht sehr erfolgversprechend. Eine gute Alternative zu Freunden im realen Leben, sind „Freunde“ im Internet. Qualitativ hochwertig sind da Blogger. Diese Spezies verlinkt sich gelegentlich untereinander, oder zeigt in einer Blogroll wen sie gerne lesen. So eine Blogroll ist eine feine Sache, ein Klick und man hat einen Feedreaderausschnitt des anderen Bloggers. In den meisten Fällen ist die Blogroll jedoch so klein, man übersieht sie schnell. In vielen Fällen ist sie nicht vernünftig strukturiert ( ein gutes Beispiel für eine strukturierte Blogroll findet ihr hier ), oder, wie in meinem Falle, ist sie gar nicht erst vorhanden. Ich prokrastiniere einfach zu gerne.

Eine Blogroll an zu legen ist keine schwierige Sache. Aus meiner WordPresserfahrung kann ich sagen, es ist recht einfach. Auch eine vernünftige Struktur kann schnell gefunden werden. Eine kleine Beschreibung dazu und dem Leser wird die Entscheidung für einen Besuch des anderen Blogs schmackhaft gemacht. Da viele kleinere, zum Teil sehr private Blogs, werbefrei sind, geht es lediglich um das Lesevergnügen. „Ich verlinke dich, du verlinkst mich!“ – Blogger sind wenig angesehen und bekommen das hoffentlich auch oft zu spüren. Es geht um das Lesevergnügen, es geht um die Verbreitung eigener Interessen. Der eine Blogger schreibt nur über Sport, ist aber so vielseitig aufgestellt, er liest auch gerne mal über die Hauskatze eines anderen. Warum also nicht verlinken? Es kostet nichts und zieht so vielleicht noch einen User von einem anderen Blog auf den eigenen.

Der @ol_sen hat in seinem Blog auf die Miesere der kleineren Blogs aufmerksam gemacht. Zu wenig Leser und wenn welche da sind, dann wird nicht kommentiert (eigener Eindruck), oder der Blog wird nach einem Artikel wieder aus den Augen verloren. Ja, so ein Bloggerleben ist schon nicht einfach, überleben werden wir es trotzdem. In meinem Fall „gerade deswegen“. Ich wurde mit diesem Stöckchen beworfen, wurde als kleiner Blogger eingestuft. Danke! Ich freue mich sehr darüber. Einige wenige treue Leser, ein paar die über andere soziale Netzwerke zu dem Kuschelpunker finden und alles ist gut.

Kommen wir aber wieder zur Idee des Stöckchens. Es geht darum für kleinere Blogs mehr Leser zu generieren, es geht darum wieder ein Netzwerk auf zu stellen, eines das es eigentlich schon gibt und das dennoch stark vernachlässigt wird – die Blogroll muss leben! Ich soll an dieser Stelle, ich will es auch, 3 Blogs empfehlen, die nicht stark im öffentlichen Fokus stehen, die vielleicht nur 10 Besucher am Tag haben, die ich aber dennoch, oder gerade deswegen, für sehr lesenswert halte.

Ich musste leider vermehrt feststellen, viele der Blogs, die ich las, sind inzwischen tot, eingestellt, werden nicht mehr mit Content gefüttert, liegen brach. Bei vielen bedaure ich es zutiefst.

Kommen wir nun zu meinen Blogempfehlungen:

Ich lege jedem, der aus Hamburg kommt, oder der sich dem „Tor zur Welt“ verbunden fühlt ein Fotoblog ans Herz. Hier wird Hamburg gezeigt, wie es viele sicher noch nicht gesehen haben. Tolle Bilder von Ereignissen in Hamburg, emotionale Momentaufnahmen vom Hamburger Hafen oder einfach nur eine S-Bahntreppe die ins Nichts zu führen scheint.

Ganz anders und oft unverblümter geht es bei „denkdreck“ zur Sache, hier wird schonungslos gepotcastet was die Schnauze hergibt. Alltägliches, Skurieles und immer frei Schnauze. @LinaMadita redet wie es ihr passt…und mir passt das auch.

Bei „Hyde and Seek“ geht es dagegen etwas kuscheliger zu. Ein Blog rund ums Leben. Eine Reise, ein Pferd, eine Frau. Frau @Jeky hat eine emotionale, sehr gut nachfühlbare und gut zu lesende Schreibe. Die Betreiberin eines ehem. St. Pauli Fußballblogs zeigt hier das Fußball nicht alles ist, das das Leben so viel mehr zu bieten hat als viele denken.

Ich würde mir wünschen das die Leser meines Blog, die ebenfalls einen Blog betreiben sich das Stöckchen greifen und mitmachen, unaufgefordert, unbezahlt aber mit viel Leidenschaft. Einfach hier den Ursprungsgedanken noch einmal nachlesen und den eigenen Lesern helfen neue Blogs zu entdecken. Viel Spaß dabei!

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3 Responses to Stöckchen für Blogger

  1. Sehr schöne Einleitung… Und Hamburger Geschichten ist wirklich toll und gleich in den Feedreader gewandert.

  2. Und da möchten sich doch die „Hamburger Innenansichten“ gleich ganz herzlich bedanken! Sowohl für die tolle Beschreibung hier im Blog, als auch für den Kommentar von ol_sen.
    😀

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