12.12.12 – Saufen, Grölen, bunte Plakate

Es dauerte ein paar Tage, es dauerte einige Gedanken. Manches will wohl überlegt, gerne eine weitere Nacht überdacht werden. So auch in diesem Fall.

12.12.12, ein Datum an dem viele heirateten, sich dem Kitsch hingaben. Für andere ist es ein Tag wie jeder andere gewesen, einer an dem Sonne, Nebel, Regen, Schnee, oder was auch immer den Tag bestimmte. Nicht so für den Fußballfan, den Ultra, den Stadionbesucher.

Schon vor dem 12.12.12 gingen Politik, die DFL und der DFB gemeinsam ins Bett, am Mittwoch, den 12. Dezember 2012 gebaren sie dann ihr Kind – das Sicherheitspapier. Dieses Sicherheitspapier soll das Zusammenspiel von Sport, Vereinen und Fans synchronisieren, eine Symbiose herbeiführen, die das „Erlebnis Stadion“ für alle sicher und erträglicher macht. „Erträglicher“? Nicht für den „echten Fan“, er sieht dies als den ersten Schritt zum Untergang seiner „Fankultur“. Zunächst möchte man zustimmen, möchte ihm ein herzliches Beileid ausdrücken, doch schaut man näher hin, so stellt sich unwillkürlich die Frage: Was ist Fankultur?

Wikipedia definiert Kultur wie folgt:

Kultur ( zu lateinisch cultura „Bearbeitung, Pflege, Ackerbau“, von colere „wohnen, pflegen, verehren, den Acker bestellen“) ist im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur. Kulturleistungen sind alle formenden Umgestaltungen eines gegebenen Materials, wie in der Technik oder der bildenden Kunst, aber auch geistige Gebilde wie etwa Recht, Moral, Religion, Wirtschaft und Wissenschaft.

 

Und was genau gestaltet der Fan nun? Inwieweit ist er künstlerisch tätig? Der Fan geht ins Stadion, geht zu einer Sportveranstaltung ohne sie zu verändern. Die Regeln bleiben, sofern nicht von Funktionären anders geplant, die gleichen. Man kauft sich ein Bier, etwas zu Essen und gibt auch gerne mal etwas für Merchandising aus. Bis hierhin erkenne ich keine Kultur.

Einzelne Gruppierungen machen sich Gedanken zu aktuellen Themen rund um ihren Verein oder ihre Stadt, es gibt Spruchbänder, Plakate werden gemalt. Hier erkenne ich Kultur.

Einfluss möchte man als Fan nehmen, mitgestalten, „künstlerisch“ tätig werden – vielleicht in einem Aufsichtsrat, oder einem Gremium? Kein Problem, der Fan erstreitet sich diese Möglichkeit. Ist das Kunst oder kann das weg? Ein Verein ist ein Wirtschaftsunternehmen, es lebt von Einnahmen aus vielen Töpfen, da ist, soweit sind wir uns wohl einig, der gemeine Fan mit seinen „Spenden“ nicht der dickste Fisch im Teich. Ein Maler möchte also nun über weitreichende Millioneninvestitionen mitentscheiden? Ich spreche dem Maler keine Intelligenz ab, jeder Mensch hat aber seine Neigungen und Fähigkeiten. Ist es also richtig wenn Menschen aus Branchen (den Maler habe ich exemplarisch genommen!), die wenig bis nichts mit den eigentlichen Bedürfnissen eines Unternehmens zu tun haben, hier wichtige Entscheidungen beeinflussen dürfen und können? Ich sage, das ist Kunst, das gestaltet etwas, das kann aber auch weg! Jeder möchte positive Entwicklungen für ein Unternehmen, diese entstehen aber nur, wenn das entscheidende Organ von seinem Wissen her befähigt ist und einen kühlen Kopf behält.

Viele Fans regen sich auf, fürchten um ihre Kultur, zieht man den Wikipedia Artikel jedoch zu rate, so bleibt dem Fan nicht viel. Der Begriff „Kultur“ fliegt ihm an dieser Stelle um die Ohren und alles was bleibt: Saufen, Grölen und bunte Plakate malen! – DAS ist seine Kultur und die darf er auch weiterhin ausüben, wie ich im Folgenden aufzeigen werde.

Warum dieses Papier?

Emotionen, es geht um den Ausdruck von Zuneigung, Freude, Abneigung und Hass. Jeder Mensch in menschlicher Gesellschaft kennt diese Gefühle, kann mit ihnen umgehen, akzeptiert sie als Teil seiner Selbst. Als Teil eines gruppendynamischen Prozesses lässt man sich doch nur all zu gerne, hat man sich sonst unter Kontrolle, mitreißen und partizipiert mit Freude an dem Gruppengefühl der Ausgelassenheit. Ausbrechen aus dem Alltag, sich und seinen bürgerlichen Anstand auf Links drehen. Dies wollen viele Menschen, aus den unterschiedlichsten Beweggründen, so nicht akzeptieren.

„Sicheres Stadionerlebnis“ ist hier das Stichwort, es geht um den gemeinen Fan, um denjenigen, der sich eine friedliche Freizeit wünscht. Ob er zu seiner eigenen Bespaßung ins Stadion geht, ob mit oder ohne Familie ist hierbei zweitrangig, es geht um ein entspanntes Aufregen über zu hohe Einkommen der Fußballspieler, das Anfeuern des Vereins und das Zusammengehörigkeitsgefühl unter Fans. Ein paar Bier, ein wenig Konfetti und die Bratwurst gehören dazu….Bedrohungen, gar Schlägereien sollen nicht dazu gehören. Das Wohl des Einzelnen darf nicht gefährdet werden. Es geht um Menschenleben, um Rechte, es geht um Eintrittsgelder und das Prinzip „Brot und Spiele“.

Was führte zu diesem Papier?

An dieser Stelle eine Chronik der Geschehnisse auf zu führen könnte leicht den Rahmen sprengen. Soviel sei gesagt, es geht um Hooligans, es geht um verabredete Schlägereien und es geht, auch wenn es viele nicht sehen wollen oder können, auch um den Tod von Adrian Maleika am 16. Oktober 1982. An diesem Tag trat der SV Werder Bremen gegen den Hamburger SV an. Nach diesem DFB-Pokalspiel trafen Anhänger beider Vereine aufeinander, es kam zu einer Schlägerei in Folge dessen auch Steine flogen. Adrian Maleika, ein Bremer Anhänger, wurde dabei tödlich am Kopf getroffen. Konnten sich Hooligans bis dahin noch „ungestört“ zu Schlägereien verabreden, so gerieten sie mit diesem Vorfall in den Fokus der Öffentlichkeit. Seit 1982 wurden vermehrt Übergriffe dieser und ähnlicher Art registriert. Als bei der Fußballweltmeisterschaft in Frankreich auch noch ein Polizist zum Krüppel geprügelt wurde ging ein Aufschrei durch Europa. Untereinander ist ja schon schlimm, aber auch noch einen Polizisten?

Jüngste Ausschreitungen im Pokal und der Liga führten schließlich zu der Sichtweise, den Fan per se als Bedrohung zu sehen. Von Einzeltätern wollte eine Zeit lang kaum noch jemand sprechen. Zu undurchsichtig schienen die Fanstrukturen für Außenstehende, zu komplex die Riten und Gebaren von Vereinsanhängern. Die Politik forderte und DFB und DFL sahen sich in der Pflicht das Ansehen und damit die Wirtschaftlichkeit des Fußballs zu erhalten.

Was steht in dem Sicherheitspapier und welche Änderungen gibt es?

Einiges dient organisatorischem, diese Punkte lasse ich hier zum Teil aus. Nachlesen könnt ihr alles hier.

In Antrag Nr. 2 wird gebeten den §5 der Lizenzierungsordnung um einen Unterpunkt 11 zu ergänzen. In dem Paragraphen geht es vordergründig um „Personelle und administrative Kriterien“. Die Ergänzung sieht vor, eine Verbindlichkeit von Kontakten zwischen Vereinen und Fanszene zu erreichen, so dass eine positive Fankultur sowohl im, als auch außerhalb der Stadien gewährleistet wird.

Die Vereine und auch Fanvertreter sprachen sich dagegen aus, es würde schließlich die „innere Akzeptanz“ fehlen, des weiteren würden die relevanten Inhalte von einer überragenden Mehrheit der Fans akzeptiert und umgesetzt werden.

Änderung für den Stadionbesucher: FEHLANZEIGE!

Antrag 3 sieht eine Änderung des § 6 (Infrastrukturelle und sicherheitstechnische Kriterien) sieht eine Änderung von Punkt 4 vor. Es geht um den, für Fans, wichtigen Zusatz:

„Die Befehlsstelle der Polizei ist mit einer Vorrangschaltung für die Videoüberwachungsanlage auszustatten“

Änderungen für den Stadionbesucher: Für den Fan, der sich mit einem Bier und der Zigarette in der Hand das Spiel ansehen will, gibt es keine nennenswerte Änderung. Derjenige, der mit krimineller Absicht ins Stadion geht wird es in Zukunft etwas schwerer haben unerkannt die Örtlichkeit zu verlassen. Sicherlich möchte niemand beim Flirt mit seiner Bürobekanntschaft gefilmt werden, diese Videosequenzen „sollten“ den Überwachungsraum aber nicht verlassen. Ich stelle hier mal die Frage nach dem Nutzen für die Polizei einen Fremdflirter zu verpfeifen.

Antrag Nr 5 bezieht sich auf die Ordner im Stadion. Hier geht es um das Mitreisen von Ordnungskräften der Auswärtsmannschaft. Es geht um Kenntnisse der Fanszene des Gastvereins und die Möglichkeiten des Eingreifens.

Änderungen für den Stadionbesucher: Wer meint bei Auswärtsfahrten einen auf „dicke Hose“ machen zu können, denn dort kennt ihn ja niemand, der kann sich durchaus an seinem Bier verschlucken. Der „Heim-Ordner“ vom letzten Wochenende weiß wer du bist! – Inwieweit die Ordner aber wirklich „ihre“ Fans kennen, ist fraglich. Der gemeine Vereinsanhänger, der zur Unterstützung seiner Mannschaft in eine andere Stadt fährt dürfte aber auch hier nichts zu befürchten haben. Für ihn ändert sich nichts.

Der Antrag Nr 8 bezieht sich auf die Kontrollen in und vor dem Stadiongelände. Der § 22 soll geändert werden. Unter Punkt 1 ist eine Erweiterung in Hinsicht auf die Gründlichkeit der Kontrollen vorgesehen, hier geht es aber um die Ordnungskräfte, sie sollen uns aber erst einmal nicht weiter interessieren. Spannender finden viele sicherlich den Punkt 2, dieser soll ebenfalls geändert, bzw. um eine Richtlinie erweitert werden.

„Gegenstände, die dazu bestimmt sind, die Feststellung der Identität einer Person zu verhindern“

Ich höre den Aufschrei: „Keine Schals mehr? Was ist wenn ich einen kratzigen Hals habe und mir ein Tuch um den Hals binden muss um denselben zu schonen?

Keine Sorge, der DFB erklärt:

„Gegenstände, die im Kontext des Besuchs eines Fußballspiels in einem Stadion dazu bestimmt, d.h. nicht nur geeignet sind, die Feststellung der Identität einer Person zu verhindern, sind z.B. Sturmhauben, Skimasken, Motorradhelme ( letztere zählen sicher auch aus anderen Gründen zu den nicht zulässigen Gegenständen ).“

Änderungen für den Stadionbesucher: Ich erkenne keine. Abgesehen von der Stadionordnung, die jedem Fan aus Sicherheitsgründen sowieso schon eine Menge Mitbringsel verbietet, sehe ich hier keine merklichen Änderungen. Mal ehrlich, wer von uns bringt schon seinen Motorradhelm mit ins Stadion? Sollte dies wirklich der Fall sein, so trägt der austragenden Verein Sorge für eine Aufbewahrung bis Spielende (dies steht so auch im Sicherheitspapier).

Eine Ergänzung zu Antrag 8 gibt es aber noch. Die Kontrollen sollen „…, insbesondere verhältnismäßig und sorgfältig, durchgeführt werden.“ Man erinnert sich an die Ganzkörperkontrollen bei dem Ligaspiel des FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt, die bei den Gästefäns durchgeführt wurden. Frankfurt erinnert sich auch, lehnt es aber nicht ab, trägt nur Sorge, dass durch einen Ergänzungsantrag, Ordner oder Vereinsbeauftragte bei den Kontrollen dabei sein müssen.

Änderung für den Stadionbesucher: Nun ja, sagen wir es einmal so, es stellt für mich einen Eingriff in die Würde des Menschen dar, da bin ich ehrlich zu mir und euch. Ich sehe es aber wie bei den Nacktscannern am Flughafen, wem es nicht passt, der soll nicht fliegen. Bei einem Stadionbesuch ist es gar einfacher, fliegen muss man evtl. aus beruflichen Gründen, ins Stadion zwingt einen aber niemand, oder?

Antrag Nr 9 sieht eine einheitliche Schulung des Ordnungspersonals vor. So soll Einheitlichkeit in Schulung und praktischer Ausbildung hergestellt werden.

Änderung für den Stadionbesucher: Wenn es eine gibt, so ist sie positiv. Geschultes Personal ist immer professioneller und entspannter in heiklen Situationen als ein Student, der dies nur ein paar mal, für seinen Nebenverdienst, im Jahr macht und bei vielen Fragen leicht überfordert scheint.

Um die Einrichtung einer ständigen Kommission „Stadionerlebnis“ geht es in Antrag 13. Dies sehe ich positiv, da es Ansporn sein kann, nicht nur für den Verein. Die Vergangenheit zeigte leider, die Fans untereinander sind nicht in der Lage sich selbst zu disziplinieren, anders sind stete Ausschreitungen in Stadien nicht zu erklären. ….und ja, mir ist bewusst, ist ein Block voll mit potenziellen Pyro-Zündlern, kann da kein Außenstehender eingreifen.

Fazit:

Es ist festzustellen, Veränderungen gibt es, aber sie sind doch sehr weit entfernt von dem was in schwarz gemalt wird. Der Fan darf weiterhin existieren, er darf sein Geld dem Verein geben, er darf weiterhin seine Plakate malen und weiterhin sein Bier trinken. Jeder der sich Fan nennt, dem wird bei seinen Stadionbesuchen keine nennenswerte Änderung auffallen. Derjenige, der sich nicht an Stadionordnungen oder DFB/DFL Richtlinien halten will, der wird sich aufregen und sich so enttarnen. Es gilt kühlen Kopf zu bewahren und sich selbst ein Bild der Veränderungen zu machen. Was den einen stört kann dem anderen egal sein, was den einen nach Revolution schreien lässt, ringt dem anderen vielleicht lediglich ein müdes Lächeln ab.

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29 Responses to 12.12.12 – Saufen, Grölen, bunte Plakate

  1. jeky says:

    Ich sehe, Sie haben sich das Papier in all seiner Teuflischkeit reingezogen. Stelle allerdings fest, dass Sie insgesamt sehr unaufgeregt wirken.

    Ich für meinen Teil habe ein Dasein als Event-Fan für mich beschlossen. Ins Stadion, ein Bierchen oder einen Softdrink, eine Bratwurst, die Jungs anfeuern (und zwar dann, wann ich es für richtig halte) und dann geh ich wieder. Es kann alles so einfach sein.

  2. Sie dürfen mir glauben, wenn ich Ihnen sage, es war nicht immer so. Die Aufregung legte sich aber, je intensiver ich mich mit dem teuflischen Werk auseinander setzte. Paranoia, die Panikmache vieler „Fans“ erfasste auch mich zeitweilig. Ich durfte allerdings, durchaus auch mit etwas Genugtuung feststellen, es wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Doch mal ehrlich, wer befasst sich schon freiwillig mit 30-40 Seiten Protokollen wenn er nicht muss? Ich für meinen Teil kann es, in diesem Fall, jedem raten. Halbwissen bringt den „Fan“ in der Diskussion um das Sicherheitspapier nicht weiter.

    Die Event-Fan Sache gewinnt für mich auch an Attraktivität, einfach mal Sport Sport sein lassen, „sein“ Team anfeuern und sich aus der Vereinsmeierei ein wenig raushalten. Reden wenn man Ahnung hat! Oder aber sich der Diskussion offen stellen und auch mal eine Meinung akzeptieren, die einem nicht so bequem erscheint….Grundregeln der Kommunikation eben.

  3. riest woed says:

    Nunja, es ist schön zu sehen das sich manche Leute noch damit auseinandersetzen was denn in dem Papier steht, bevor sie davon reden, dafür erstmal ein Lob, und auch ein Dankeschön.
    Der Einleitende Teil des Beitrags ist allerdings besorgniseregend.
    Zum einen hinkt die Auslegung der Definition von Kultur ein wenig.
    Kultur ist es eben auch schon wenn man in ein Stadion geht, denn auch wenn sich durch die „Kultur“ nichts ändert oder im engsten Sinne gestaltet, so kann man von Kultur sprechen.
    Es ist kulturell das wir alle Zahnbürsten benutzen, ebenso ist es Kulturelles Verhalten das wir unsere Nahrung zubereiten. All dies kann man schon als Kultur verstehen. Also merkt man schnell, zwischen Kultur und Fankultur ist ein großer unterschied.
    So ist das tragen von Vereinsfarben durchaus Bestandteil der Fankultur, nicht aber als „Kultur“ zu werten.
    Weiter muss man dies nun sicher nicht erörtern damit klar wird das der Begriff vollkommen unpassend ist. Was man allerdings noch sagen sollte, Fankultur und Ultra-Kultur unterscheiden sich nochmals sehr stark voneinander.

    Im weiteren möchte ich gerne auf die einzelnen(wenn auch nicht alle) Punkte eingehen, und andere Sichtweisen aufzeigen. Diese spiegeln nicht grundsätzlich meine eigenen Ansichten wieder!

    „Die Ergänzung sieht vor, eine Verbindlichkeit von Kontakten zwischen Vereinen und Fanszene zu erreichen, so dass eine positive Fankultur sowohl im, als auch außerhalb der Stadien gewährleistet wird.“

    An und für sich ist das ja erstmal toll, wie oben auch gesagt wurde, doch was heißt das denn nun wirklich?
    Nun, eine positive Fankultur, was ist das? Also fragen wir (gedanklich) mal Menschen die es wissen müssen.
    Für den Fan sind wichtige Bestandteile wohl- Fahnen, Doppelhalter, Spruchbänder, (Zettel-, Schnipsel-, Kassenrollen-, Rollfahnen-, Blockfahnen-)Choreografieen so wie, Gesänge, Fanmärsche und so weiter.
    Was hält aber der Verein von diesen Dingen?

    Fahnen sind ja grundsätzlich toll- außer man hat einen Mörder drauf(Hannover) dann kann das(nach „Hinweis“ durch die Presse)auch mal weniger toll sein. Soetwas wie „ACAB“ sollte da besser auch nicht mehr auftauchen, laut dem Papier hat man ja mit seinen Fans gesprochen. Haben die also derartige Fahnen, so kann man davon ausgehen das der Verein der Ansicht zustimmt!?(Wirtschaftliche Folgen einer solchen Situation sind denkbar?)
    Und was hält der Verein davon wenn sich die Fahnen gegen die Deutsche Fußball Liga richten, welcher der Verein angehört? Das geht natürlich nicht!
    Spruchbänder sind ein noch viel besserer Punkt, diese können sich ja gegen/für alles richten.
    Dürfen die Fans sich noch per Spruchband mit Spanischen Fans solidarisieren? Damit würde das ja dann der ganze Verein tun!? Und was wenn sich Fangruppen zu Dingen wie Militäreinsätzen äußern? Kann man gegen den Afghanistan-Einsatz sein, wenn man sich FC Schalke nennt? Das mag noch gehen, aber dürften sich die Anhänger von Schalke 04 noch dazu äußern das man die Mitglieder von „Pussy Riot“ infahtiert hat? Was würde man bei Gazprom dazu sagen wenn sich der gesponsorte Verein in dieser Richtung äußert?

    Roll-/Blockfahnen sind wohl auch toll. Großartig sind die Szenerien die sich damit immerwieder schaffen lassen. Doch unter einer Blockfahne verschwinden auch einfach mal so 500 Leute. Darf der Verein, der ja in der Rolle ist den Ablauf Gewährleisten zu müssen, 500 Fans gestatten sich Dank dieser Fahnen unüberwachbar/unkenntlich zu machen? Wäre es doch prinzipiell möglich das sich in diesem Bereich auch Staftaten abspielen. Weitere Ausführungen zu Fahnen welche 10000 Fans verschwinden lassen werde ich nicht machen.

    Kassenrollen sind hingegen ja kein Problem, (Standard hierbei sind ca 6cm Breite und 50m Länge) diese werden geöffnet, ein Stückchen abgerollt, und dann wirft man diese auf ein verabredetes Zeichen und es entsteht eine Art weißer Vorhang. Alles ganz toll.
    Wenn man sich allerdings in die Lage des Sicherheitsaffinen Vereins versetzt, so liegt das Augenmerk ganz schnell woanders. Was ist denn der Stand, einige Momente bevor aus dem „nichts“ ein weißer Vorhang entsteht? Da stehen dann einfach nur 8000(beliebige Zahl) Menschen da, welche jeweils eine faustgroße Rolle Papier in der Hand haben, welche gute 100-150gr wiegt. Nichts anderes als Wurfgeschosse, welche von den Eigenschaften her wohl kaum anders sind als ein Stein- fast zumindest, denn gleichzeitig sind das ja auch noch 800Kilo Brennbares Material. Sicher ist sicher- sollen die Fans lieber auf andere Dinge zurückgreifen!

    Gesänge können ja aber nun wirklich keinem Wehtun, und draußen lassen kann man die ja sowieso nicht! Oder?
    Schaut man sich die Thematik der Spruchbänder an, so fällt auf- all dies kann man ja auch einfach Akustisch verkünden. Verbieten kann das in der tat niemand, aber wenn der Verein das nicht will, dann kann er ja die Zuwiderhandlung einfach bestrafen, das Steht ihm ja frei.
    Dann gibts eben beim nächsten mal Auch nichtmal mehr die einzigen Fahnen die man noch nutzen darf- die ohne Text und Grafik, welche einfach nur die Vereinsfarben zeigen (außer Rot/Weiß Rot/Schwarz Braun oder alles andere, was man vielleicht noch Politisch auslegen könnte)

    Nach diesem, zugegebenermaßen langen Text zum Thema: Vereine und Fans sollen für eine Positive Fankultur sorgen, springe ich nun(da kaum Einwände zum Thema „Kontrollen in und vor dem Stadiongelände“

    Der erfreulichen Änderung das die Ordner in Zukunft geschult sein MÜSSEN steht so einiges entgegen..
    Man betrachte allein die Grundlage, der Ordner wird vom Veranstalter(unter anderem) damit beauftragt die Einhaltung der Haus/Stadionordnung zu gewährleisten. Um das ganze Anschaulich zu erklären greife ich auf das (meines Wissens) überall gültige Verbot von Alkohol zurück. Man darf also keinen Alkohol mit auf das Veranstaltungsgelände bringen. Vollkommen okay(auch wenn sich wohl auch daran einzelne Leute stören).
    Laut der (kommentarlos geänderten) Aufgaben der Ordner hat dieser ja nun aber unverständliche Arbeitsbereiche, denn Gesprochen wird von Kontrollen in und VOR dem Veranstaltungsgelände.
    Nungut, wie Oft passierte es bisher das ein Ordner einen auf die Bierflasche in der Hand ansprach, wenn man noch nicht im Stadionbereich war? eher selten! Aber wieso war das so? Wahrscheinlich weil er bisher keine Befugnisse ausserhalb dieses Bereichs hatte. Da der Ordner einem Fan, der gegen die Hausordnung verstößt, natürlich die Teilnahme an der Veranstaltung verweigern kann, ist es durchaus DENKBAR das dies in Zukunft auch passiert wenn der Fan sein Bier nicht bereits vor dem Stadion verschwinden lässt.

    Auf den ersten Blick ist auch die Erwähnung ganz toll das die Kontrollen Verhältnismäßig durchgeführt werden sollen. Doch wer schoneinmal bei einem Fußballspiel war, der weiß das die Ansichten da ganz schnell andere sind als man dachte.
    Wer also beurteilt die Situation, und gibt dann an was genau Verhältnismäßig ist?
    Logisch erscheint hier wohl jedem, das es jemand sein müsste der die Lage einschätzen kann- wie verhielten sich die Fans im Vorfeld, gab es (und wenn ja-welche) Zwischenfälle bei der Anreise usw. Aber wer mit den Organisatorischen Abläufen eines Fußballspiels vertraut ist, der weiß das soetwas lang vor dem Spiel festgelegt wird. Spielt also der BVB gegen S04, so kann man davon ausgehen das die Fans eingehend kontrolliert werden. Dabei ist nicht wichtig ob diese vielleicht nen „schlechten“ Tag hatten, und die Polizisten welche die Fans begleiten durften noch dazu einen „guten“. Man fröhlich entspannt am Stadion ankommt, und sowieso alles plüschig-entspannt ist. Die Art der Kontrolle ist lange beschlossen. Was in einem Menschen, der sich friedfertig mit allen Menschen welche ihm den Tag über begegneten beschäftigt hat, vorgeht, wenn ihm gesagt wird er möge (bitte) bei nass/kaltem Wetter und Temperaturen um den Gefrierpunkt mal eben seine Schuhe ausziehen- das sollte sich jeder überlegen können.

    Eine kleine Story über eine ähnliche Situation, wenn diese nicht gelesen werden will einfach bis zum nächsten Absatz überspringen.

    Es war ein Sommertag 2011. Ein Sechstligist „durfte“ zu einem Pokalspiel in ein 140km entferntes Dorf fahren. Eine Gruppe von ca. 35Leuten beging diesen Weg gemeinsam, die Reise wurde so geplant das man theoretisch 3Stunden vor Anpfiff im Stadion sein könnte, man hatte aber vor in einem Restaurant in der nähe gemeinsam zu essen. Den Inhaber hatte man bereits lange im Vorfeld gefragt ob dies denn möglich sei, da er ja sicherlich nicht oft eine so große Zahl an Gästen zu bewirten hat. Alles kein Problem, und so freute man sich in den frühen Morgenstunden einen Entspannten Fußballtag zu begehen. Man traf sich am Bahnhof, stieg in den Zug und stellte fest das man mit einer entspannten handvoll Polizisten einige Zeit unterwegs sei.
    Am Zielbahnhof angekommen war die Lage nicht mehr ganz so entspannt, aber für ein Fussballspiel noch sehr erträglich. Mit dem Bus setzte man seine Reise fort. Bald (1Std. später) war man also der ersehnten Mahlzeit fühlbar nahe und nach fast 3Stunden Weg, diversen umstiegen in Dörfern, deren jährliche Besucherzahlen sich an diesem Tag verdreifacht haben dürften, war diese auch nötig. Da man nun zu Fuß unterwegs war, erhöhte sich auch die Anzahl der Polizisten Spürbar, und man hatte den Eindruck das nun jeder einen eigenen Beamten in „Kampfmontur“ bei sich hatte.
    Das Restaurant war zu sehen, ebenso ein strahlender Wirt, welcher die Fans schon freudig erwartete, hinter ihm waren noch 5 Personen zu sehen, welche wohl die zügige Bedienung gewährleisten sollten- man hatte ja „hohen“ Besuch.
    Bis hierhin, eine tolle Geschichte über einen Beispielhaft friedlichen Fussballbesuch. Doch das sollte sich auf den nächsten Metern ändern. Die Gruppe der Fans wurde langsamer, man wollte noch aufrauchen und erachtete es als unhöflich ein Bier mit in die Gaststätte zu nehmen(!). Die Polizei hat dies sofort bemerkt und prompt reagiert. Allerdings etwas fragwürdig, denn man riegelte die Lokalität ab und kesselte die Fans ein.
    Der Wirt, sichtlich erschüttert, versuchte zu erklären was der Plan war- er Zeigte eine Art Terminkalender welche die Reservierung durch die Gruppe ersichtlich machte. Die Polizei wollte davon nichts wissen. Niemand verstand was da gerade geschah, 30hungrige Fans, ein Wirt welcher diese versorgen wollte, und demnach nicht nur für größere Vorräte sorgte sondern auch für unterstützendes Personal, alle waren ratlos. Die Polizei wollte aber aufklären wie man nun weitermachen würde. Der Weg zum Stadion wird sofort forgesetzt!
    Man könnte nun verstehen wenn die Fans diskutiert hätten, oder gar ungehalten wären. Einige würden sicher sogar Handgreiflichkeiten entschuldigen, doch dazu kam es nicht. man suchte den Dialog, und wollte friedlich zu seiner Mahlzeit kommen.
    Es gab keinen Weg, und letztlich war es gar der Wirt, welcher die Fasson verlor.
    Die Laune war natürlich nichtmehr so toll, aber man fand sich schnell damit ab, geld hatte man ja dabei, und im Stadion wäre man auch darauf gefasst die Gruppe zu verköstigen.
    Nach einem endlos scheinenden Fußmarsch kam man dort auch an, eine leicht abschüssige Straße führte zum „Gästeblock“ (eigentlich eher ein Verschlag aus Bauzäunen) auf dieser Straße standen 6 Mannschaftswagen(sog. Sixpacks) 3Links, 3Rechts, in der Mitte eine Art Gasse, am ca. 15 Beamte welche einen Trichter bildeten. So hatte man nun durch diese Gasse zu gehen, diese war natürlich so schon komisch anzusehen, mit NICHTMAL einem Meter breite, wurde aber auch dem gestandstem Mann unwohl dabei- von den Frauen wollen wir gar nicht sprechen. Man wurde am Anfang dieser Gasse gefilmt, von beiden Seiten, in der ersten Niesche zwischen Motorhaube und nächstem Einsatzwagen stand jeweils ein Beamter welchem man seinen Personalausweis vorzeigen musste. Am Ende der Gasse wurde man noch einmal fotografiert bevor es zur sogenannten „Kontrolle“ ging.
    Man könnte der Einfachheit halber nun auf eine KZ-Doku verweisen um die Umstände verständlich zu machen.
    Erstmal wurde man normal abgetastet, danach wurden jegliche Accesoires separiert, ob Mütze, Gürtel, Bauchtasche, Handtasche oder Stoffbeutel. Wenn es etwas zum ausräumen gab, so wurde das getan. Stoffbeutel wurden auf den Boden gelegt und dann ausgeschüttet, handtaschen hatten selbst ausgräumt zu werden, den Bauchtaschen erging es hingegen wieder wie den Stoffbeuteln. Basecaps wurden genauestens untersucht, denn es gibt meist eine art eingenähtes Stoffband, unter diesem ca. 1,5-2cm breiten Stoffstück könnte man immerhin Papier verstecken.
    Danach ging es ans eingemachte, wer eine Jacke oder einen Pullover über dem Tshirt trug, der musste dies nun ausziehen. Während dies kontrolliert wurde, hatte man Zeit seine Schuhe und Socken(!) auszuziehen. mit diesen wurde auch sorgsam umgegangen, man nahm nun also die Turnschuhe und schlug diese auf die Hacke, so das jeder Gegenstand der in dem Schuh hätte sein können sichtbar gewesen wäre. Wenn dort nichts zu finden war(einmal noch ein „notgroschen, sonst nichts) wurde-wenn vorhanden, die Innensohle entfernt.
    Die Socken hatte man auf den Boden zu legen und dort drückte nun eine person einmal drauf, es hätte ja auch darin ein Baseballschläger sein können den man sonst nicht hätte sehen können.
    Wer damit durch war, der konnte nun tatsächlich das Stadion betreten, aber auch nur wenn er nicht jeder 4.war, denn dann wurde der letzte Schritt gleich 6m(keine übertreibung!)weiter nochmals wiederholt.
    Das ist soweit alles schonmal krank mag man meinen. Doch das ganze hatte ja kein Ende. Den weiteren (ca. 100) Fans, welche den Weg in das Dorf fanden um ihre Mannschaft spielen zu sehen, wurden dem gleichen Prozedere ausgesetzt. Wenige Minuten nachdem sie in folge einer 1,5 stündigen Autofahrt ins Stadion gehen wollten. Während des Spiels gab es keinerlei Vorkomnisse. Lediglich die „Hausherren“, welche natürlich ohne jegliche Kontrollen in ihr Stadion gegangen sind, zündeten tatsächlich Pyrotechnik- folgenlos versteht sich.
    Und dennoch durfte man nur mit Genehmigung zu dem EINEN Dixiklo(für ca. 130 Fans Männer/Frauen/Kinder) gehen, welches sich ca. 50m außerhalb des für Fans frei begehbaren Bereichs befand. Eine solche Genehmigung erteilten die „zuständigen“ Beamten allerdings auch nicht jedem, zumindest nicht auf erste Nachfrage und ohne „Bitte“.
    Im Nachhinein gab es eine Stellungnahme der Polizei, welche dieses Vorgehen als „verhältnismäßig“ ansah!

    Sie, sehr geschätzter Herr Kuschelpunker, werter Leser, sollten sich nun Also fragen ob das Fazit denn wirklich begründet ist. Ob die Fans um ihre Werte, ihre Kultur, und unser aller Fussball-Erlebnis trauern dürfen, und darum kämpfen sollten.

    • Sie werfen in Ihrer Antwort eine Menge Fragen auf, durchaus berechtigt. Es zeigt mir, Sie setzen sich ebenso intensiv, aber glücklicher weise recht sachlich mit dem Thema auseinander. Ich denke in dieser Sache hat noch kaum ein Fan richtig zu Ende gedacht, soll meinen, es gibt immer neue Gedanken, Gedankenspiele und besorgniserregende Entwicklungen. Mir war dies beim Schreiben des Artikels durchaus bewusst. In meinem Umfeld wurde leider zu emotional darüber gesprochen, es fehlte mir die Klarheit, die ich, da bin ich ehrlich sicherlich immer noch nicht genau habe. Die Emotionalität einiger Diskussionsteilnehmer verhinderte mir aber leider zu oft eine Unterhaltung, die jeden weiter bringen könnte.

  4. moeliw says:

    „Jeder der sich Fan nennt, dem wird bei seinen Stadionbesuchen keine nennenswerte Änderung auffallen. Derjenige, der sich nicht an Stadionordnungen oder DFB/DFL Richtlinien halten will, der wird sich aufregen und sich so enttarnen“

    – Jede_r der/dem also das Papier nicht passt, dagegen protestiert (hat) oder sich zurecht darüber ärgert das wieder alles mal über die Köpfe der Fans (bewusst ohne “ “ ) entschieden wurde, will also gegen die Stadionordnungen verstoßen oder sicht nicht an die DFB/DFL Richtlinien halten?!

    Ist das nicht etwas pauschal? Und dieses – wer nichts zu verbergen hat brauch sich auch vor Überwachung nicht fürchten – das kenn ich von vielen Befürwortern von z.B. Vorratsdatenspeicherung, Kameras auf Demos und öffentlichen Plätzen undundund…

    • Ich denke die Wortwahl ist nicht optimal. Was ich damit ausdrücken wollte, ist das Vorhandensein von Kameras, ob es jetzt 1-3 mehr sind, spielt keine große Rolle mehr (so lange sie nicht in sensiblen Bereichen wie dem WC aufgestellt sind!) Die Geschichte, wie es in den meisten Fällen nun mal so ist, hat nun einmal zu verstärkter Überwachung geführt. Da ein Stadionbesuch aber immer freiwillig ist, geht mir die zunehmende Aufregung wegen zusätzlicher Kameras schon ein wenig auf den Zeiger. Wem es nicht passt, der bleibe bitte vor dem heimischen Fernsehgerät. Wer gegen Kameraüberwachung ist, der solle sich mal überlegen wo er ihr ausgesetzt ist, weil er sich in den Bereichen aufhalten „muss“, und wo er als Person sich einer Kameraüberwachung entziehen kann, weil er sich dort nicht aufhalten „muss“. …und ja, viele ULTRAS und andere Hardcore-Fans werden mir hier die Hammelbeine langziehen für diese Meinung, aber so ist es doch. Ich als Person entscheide wo ich mich aufhalte und wenn da Kameras sind, mehr als zuvor, so kann ich frei entscheiden ob ich dort hingehen und mich aufhalten möchte, oder ob ich das lieber bleiben lasse,

  5. jeky says:

    @moeliw Pauschal ist auch, allem die anderer Meinung sind, als BLÖD-gesteuerte Klatschpappenträger zu verunglimpfen.

    Wenn ich mich entscheiden muss, von wem ich mich im Stadion lieber mit Repressalien versorgen lasse, tendiere ich langsam in der Tat zum DFB. Ob nun die eine Fraktion mir den Zugang zur Tribüne verwehren will und die andere mit Ganzkörperkontrollen droht (die es bei Bedarf schon länger gibt), die eine bestimmt, wann ich zu supporten habe und wann nicht und der andere, wie ich zu supporten habe, nimmt sich das alles nicht mehr viel.

    Wie das so mit Fansolidarität aussieht, haben wir ja ansatzweise schon am vergangenen Wochenende in den Stadien sehen können und der Saisonstart wird sicher interessant.

    Ich persönlich habe übrigens keine Probleme mit den Ultras. Denen kaufe ich das Engagement auch zu 100% ab. Schlimmer sind die, die anscheinend einen Ultra im Spiegel sehen, wenn sie sich in ihrer Gutbürgerlichkeit betrachten und daraus ein Erziehungskonzept machen wollen.

    Der „stillen Mehrheit“ wird ja immer vorgeworfen, dass sie sich auch mal äußern könnten. Warum sollten sie das? Ihre Angelegenheiten werden offenbar gut vertreten. Von anderen. Daher besteht kein Handlungsbedarf.

  6. moeliw says:

    @jeky okay… wann und wo habe ich denn jemals jemanden als „BLÖD-gesteuerten-Klatschpappenträger“ bezeichnet, hier oder woanders? das würde ich dann doch schon gerne mal belegt haben.

    ich meine mich nicht erinnern zu können. und wenn das so ist ist, es etwas absurd meinen Hinweis auf das Pauschalisieren damit zu kontern das irgendwann irgendwo von irgendwem eine andere pauschalisierende Aussage getroffen wurde.

    • jeky says:

      Wann und wo habe ich behauptet, dass Sie das waren? Es geht um Pauschalierungen im Allgemeinen und ihre Auswirkungen. Da darf man sich nicht wundern, wenn Fronten immer mehr verhärten und auch irreparabel bleiben.

      Wenn solche Aussagen von den sogenannten Sprachrohren getroffen werden, halte ich das für mehr als nur gefährlich. Statt die Unentschlossenen an Bord zu holen, werden sie ausgegrenzt. Und wie die Reaktionen auf so eine Taktik sind, hat man gesehen und wird man noch sehen. Daher ist das keineswegs absurd, sondern selbsterklärend. Eigentlich.

      Aber was rede ich, die neue Saison wirds zeigen.

  7. jeky says:

    Also Rückrunde natürlich.

  8. moeliw says:

    @jeky die Absurdität konnte leider noch nicht beseitigt werden. Du hast richtig festgestellt das ich das alo nicht war. Gut. Bleibt die Frage was das dann in einer direkten Antwort an mich zu suchen hat, sogar gleich im ersten Satz. Ich höre das erste mal von irgendwelchen Klatschpappenträgern. Was sind denn „sogenannte Sprachrohre“? Gehören zu den „sogenannten Fans“? Was oder wen ich als Sprachrohr definiere kann ich doch immer noch selbst. Entweder bin ich also total unterbelichtet oder du setzt irgendein Insiderwissen voraus. Letzteres wäre dann irgendwie ne seltsame Diskussionsgrundlage.

    • jeky says:

      Da Sie sich in den Kreisen bewegen (bei Twitter nennt man das Follower), in denen derart argumentiert wird, sehe ich mich nicht veranlasst, ins Detail zu gehen. „Sogenannt“ war aber in der Tat ein unpassendes Wort. „Selbsternannt“ gefällt mir jetzt auch besser.

      Und da ich Sie für alles andere als unterbelichtet halte, erlaube ich mir, auf weitere Erklärungen zu verzichten. Die brauchen Sie nicht, da glaube ich ganz fest dran..

  9. Bachsau says:

    Klingt alles sehr sinnvoll. Aber deine Argumentation macht mir Sorgen. Das geht so ein bisschen in die Richtung: „Ich hab nichts gegen den Überwachungsstaat, weil ich nichts zu verbergen habe“. Vorsicht! Wir alle haben etwas zu verbergen. Auch ohne Krawall und Remmidemmi.

    • Das stimmt, ich bemerkte schon einige Kommentare weiter oben, die Wortwahl war da nicht präzise und nicht so einwandfrei wie es gewollt gewesen ist. Siehe hierzu bitte meinen Kommentar an „meoliw“ weiter oben.

  10. pauliane says:

    da gehts mir genau so wie meinem vorkommentator…dass manche passagen entschärft wurden und es einige bestimmungen schon gab, bzw, dinge schon angewandt wurden, ist die eine sache. es aber mit diesem:“ wenn ich nichts zu verbergen habe, dann…“ zu legitimieren, eine ganz andere. komm ich echt nicht mit klar. ich habe für mich persönlich schon vor tagen beschlossen: ich fahre weiterhin so oft zu spielen des fcsp wie möglich. sollten sich jedoch vor ort zelte für körperkontrollen befinden, werde ich das stadion nicht betreten. egal ob eine durchsuchung bei mir wahrscheinlich wäre oder nicht….und ich wünsche mir, dass es viele andere auch so machen und den protest vor dem stadion laut werden lassen.

    • Ich bin kein Befürworter von Kameraüberwachung, war ich nicht und werde ich wohl auch nicht werden. Die Überwachung für eine Allzweckwaffe zu halten ist auch gefährlich. Ich wundere mich nur, es gibt diese Videoüberwachung in Stadien, hier geht es nicht um ein Neuzeitproblem, aber wegen 1-3 (willkürlich gewählte Anzahl!) neuer Kameras wird jetzt der Aufstand geprobt? Das hätte früher kommen müssen, jetzt ist es zu spät wie man leider lesen kann.

  11. foxxi says:

    Meine Meinung ist ja hinlänglich bekannt und lautet (immer) „wehret den Anfängen“. Ich sehe keinen Sinn darin, ohne konkreten Hintergrund „Maßnahmen“ zu beschließen. Im Gegenteil, ich hätte mir von allen „Experten“ ein klares Nein auf die (wohlkalkulierte) Hysterie von Politik und Medien gewünscht. Die hierfür notwendige Meinungsmacht haben die Vereine und DFB/DFL. So ist es entweder wieder einmal eine vergeudete Chance etwas zu verändern oder aber es hat, und hiervon bin ich überzeugt, das Wohlwollen der Verantwortlichen. Diesen unterstelle ich nur und ausschließlich (persönliche) finanzielle und machtpolitische Gründe.

    Ich fühle mich am Millerntor und in der alten Försterei (noch) gut aufgehoben und schließe mich meiner Vorschreiberin an. Zu den Bauern würde ich eh‘ nie fahren und ob ich weiterhin andere Stadien besuche, hängt von den dortigen Veranstaltern und deren Verhalten gegenüber uns Fußballfans ab.

    • Bachsau says:

      Ich bin ja selbst gar kein Fußballfan, aber hier geht es auch gar nicht (nur) um den Fußball, sondern das ist eine bedenkliche Entwicklung, die sich überall beobachten lässt, in Deutschland und auch international.

  12. Bachsau says:

    Sicher „muss“ man sich nicht im Stadion aufhalten. Aber wenn ich nunmal Fußball-Fan bin, und meine Mannschaft live erleben möchte, dann ist das auch eine Ausübung meines Persönlichkeitsrechts, weil es zu meiner Freizeitgestaltung gehört, und mich glücklich macht. Es gehört dann halt auch zur freien Entfaltung meiner Persönlichkeit dazu, und insofern „muss“ ich mich dann sehr wohl im Stadion aufhalten. Und wenn ich das nicht mehr kann, weil der Preis dafür (totale Überwachung, Kriminalisierung) einfach zu hoch ist, werde ich in der Entfaltung meiner persönlichen Rechte eingeschränkt. Schließlich komme ich wegen dea Fußballs, nicht wegen der Kammeras.

    • jeky says:

      Der Einsatz von Kameras wurde allseits begrüsst, als man damit Nazis in der BVB-Kurve rangezoomt und zur Verantwortung gezogen hat. Da man auf Selbstreinigung der Kurve nur insoweit zählen kann, wie es nicht zur „Denunziation“ kommt, kommen jetzt mehr Kameras. zum Einsatz, um Pyromanen, Werfer etc. „einzufangen“. Wen wundert das denn nun wirklich?

      Davon ab, gibt es genügend Vertreter in den Vereinen (Fans und Fangremien), die die Angelegenheit trotz aller Emotion sachlich angehen können und selbst zu dem Schluss gekommen sind, dass der Hype im Vorfeld überzogen war. Ich empfehle hier nur noch mal den Bolzplatz-Hangout, an dem auch der Übersteiger teilgenommen hat.

      Wachsam sein ist immer gut, aber wenn das dazu führt, dass alle, die nicht hysterisch werden, verunglimpft werden, nimmt das Formen an, die einen eher Richtung Gegenseite treiben. Oder dort zu bleiben, wenn man da schon war.

    • Bachsau says:

      @jeky Verunglimpft werden? Ich habe niemanden verunglimpft. Lediglich ein zu bedenkendes Argument in den Raum gestellt.

  13. jeky says:

    Und ich habe nicht gesagt, dass Sie es getan haben, sondern dass es getan wird. Und das als Mittel ist ein ebenso zu bedenkendes Argument, wenn man versucht, Mitstreiter für seine Sache zu finden. Grundsätzlich teile ich einige der Bedenken, aber das spielt mittlerweile keine Rolle mehr. Was auch nicht Ihre Schuld ist, nur um Irrtümern vorzubeugen.

  14. foxxi says:

    Ich frage mich ja warum es „sachlich“ sein soll wegen ein paar aufregend bunten Bildchen in den Medien eine völlig „hysterische“ Sicherheitsdiskussion vom Zaun zu brechen, die jeder empirischen Überprüfung widerspricht. Aber diese „Sachlichkeit“ und „Hysterie“ hat immerhin zu einem Maßnahmenpapier geführt welche “ sei Dank“ nicht soooooooo schlimm für die Fans ist. Wir sprechen uns im Wahlkampf und bei der nächsten wieder Fernsehgelderverteilung wieder….

  15. foxxi says:

    „(hier irgendeine höhere Autorität einfügen) sei Dank“ …hätte es heißen sollen 🙂

    • Da das Sicherheitspapier noch gar nicht in Kraft getreten ist, sehe ich dieses Beispiel, dieses schreckliche Beispiel, als eine Aufforderung das Papier hinsichtlich des Wortes „verhältnismäßig“ noch einmal zu konkretisieren. Diese Vorfälle sind abartig und müssen unterbunden werden, eine Untersuchung der Geschehnisse ist zwingend notwendig.

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