Verantwortung

Geladen mit Emotionen, Gefühle die Achterbahn fahren und ausgestattet mit Gesetzen und Waffen, das ist unsere Polizei! Menschen, ja es sind Menschen, mit ihren Sorgen und Nöten, mit ihren Familien und ihren Freunden. Menschen die atmen, essen und denken sollen und müssen.

Ein hohes Maß an Verantwortung bringt der Beruf des Polizisten mit sich, es ist keine einfache Aufgabe. Von Mitmenschen gemieden, oft eher als Bedrohung, denn als Hilfe angesehen werden und dann ist da die magere Bezahlung und die oft nicht ausreichende Ausrüstung. Der Polizist von heute hat es nicht leicht. Als „Schlägertrupp“ beschimpft, in keinem Fußballstadion willkommen und, mal ehrlich, im Straßenverkehr sehen wir sie auch nicht gerne mit ihren Passbildautomaten stehen, oder?

Dennoch, die Polizei hat ihren Zweck, ich mag die Jungs und Mädels deswegen nicht mehr, aber ihr Dasein hat durchaus eine Berechtigung. Ich höre die Anarchisten schon schreien „NEEEIIIIIN, bist du denn des Wahnsinns Kuschelpunker?“ Ich kann euch versichern, ich bin klar im Kopf.

Polizisten heißen nicht umsonst auch „Ordnungshüter“. Wollen wir wirklich bei jeder Straftat, bei jedem unvorhergesehenen Ereignis (Bombenfund, überschwemmte Straße durch Rohrbruch u.ä.) das Militär durch die Straßen fahren sehen? Kann es Sinn und Zweck sein das jeder macht was er will, sich gar in Gefahr bringt, weil er eben diese unterschätzt? Ich wiederhole mich, die Polizei hat auch ihren Zweck.

Ich war und werde wohl nie ein großer Freund der SchuPo´s sein, fühle ich mich doch durch ein erhöhtes Streifenwagenaufkommen mehr kontrolliert als beschützt. Ich denke, vor allem ältere Mitmenschen werden das sicher anders sehen. Eine diesbezügliche Unterhaltung führte ich des öfteren mit älteren Mitbürgern. Es sind gerade die Schwächeren unter uns, diejenigen, die körperlich oder geistig nicht in der Lage sind ihre Belange strikt durch zu setzen, die sich sicherer fühlen. Jedem ist dabei aber bewusst, es kann nicht für jeden Bürger einen Schutzmann geben. Mit diesem Gefühl stehen wir auf und gehen ins Bett, der eine findet es gut, der andere schlecht. Der Polizist von Heute kennt eben auch dieses Gefühl, manch einer fühlt sich stolz dennoch seinen Beitrag zu einem besseren und kontrollierterem Miteinander zu leisten, mancher ist vielleicht verzweifelt ob der wenigen Anerkennung für seinen Dienst.

Ich denke Verzweiflung ist es, die die Polizisten zu der gestrigen Tat trieben. Verzweiflung und Wut, Hoffnungslosigkeit und Verbitterung. Ist dies jedoch eine Begründung? Übertriebene Polizeigewalt? Die Geister scheiden sich an diesem Video.

 

Da ist der konservative Reihenhausbesitzer, der sich Sicherheit wünscht und das mit voller Härte…und dann ist da der gemeine Demonstrant der sich an die letzte Demo erinnert fühlt und den Polizisten 200 Jahre Gefängnis wünscht. Das Einleiten eines Ermittlungsverfahrens gegen die schießenden Beamten wird letztere nicht beruhigen können. Zu oft schon sind solche Untersuchungen im Sande verlaufen. „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“ tönt es vieler Orts aus den Mündern und das nicht zu Unrecht.

Schüsse, ein Tritt in den Nacken, ein Polizeihund….wo war der Scharfschütze, oder gar der Schützenpanzer? Wie sieht ein verhältnismäßiges Vorgehen in so einem Fall wie dem gestrigen aus? Der Mann lag am Boden, musste da der Tritt in den Nacken, mit dem der Polizist den Mann im übrigen hätte töten können, wirklich sein? Der Ruf nach Tasern, wie sie in den USA zur Anwendung kommen, wird wieder laut. Gewalttäter mit Herzproblemen? Gibt es sicher nicht! Ich stelle mir da gerade auf einer Demonstration eine Kombination aus einem Wasserwerfer und einem Massentaserwagen vor…und schwupps ist Ruhe im Karton!

Liebe Polizisten!

Bei aller Rücksichtnahme auf euch als Menschen, aber ihr habt Verantwortung. Ihr seid mit Rechten ausgestattet von denen einige noch nicht einmal zu träumen wagen und ihr geht so gegen Steuerzahler vor? Es mag sein, der Mann, eine Gruppe Demonstranten, kommt euch zu nahe, ist aggressiv, aber meine Damen und Herren der Polizei: Wenn ihr mit euren Nerven nicht umgehen könnt werdet bitte Briefmarkenablecker bei der Post. Ein Polizist der nicht fähig ist Situationen ein zu schätzen und/oder seine Nerven im Griff zu haben, der hat den falschen Job Körperverletzung, ich habe mal gehört es gibt da einige Passagen im Gesetzbuch, ist auch für euch tabu….für euch aber mal so richtig tabu!

Es gibt sicherlich viele Gründe eine Ausbildung bei der Polizei zu beginnen, mir fällt im Moment keiner ein, aber es wird sie geben. Doch wie bei jeder Berufswahl sollte man sich stets hinterfragen ob man dem Job gewachsen ist. Ich könnte, aus mehreren Gründen, nicht zur Polizei gehen. Da stehe ich auch zu. Ich habe Hochachtung vor jedem der einen Beruf gewählt hat indem man auch durchaus sein Leben riskiert. Die Feuerwehr steht da im übrigen ganz weit oben auf der List, ich darf aber dennoch erwarten, da werde ich nicht alleine sein, das man sein Berufsbild kennt und sich dementsprechend verhält. Ein Feuerwehrmann der betrunken zur Arbeit erscheint und wenig später nicht in Lage ist eine Frau aus einem Haus zu retten will ja auch keiner, oder?

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2 Responses to Verantwortung

  1. Bachsau says:

    Wer Polizist wird, der tut das, weil er macht über Schwächere ausüben will. Wenn du also ein Schwein suchst, das sich an der Welt rächen will, weils als Kind zuwenig anerkennung gekriegt hat, brauchst du nur nach Leuten in Uniform suchen.

    • Ich denke so einfach ist die Lage dann nun doch nicht. Ich bin kein Psychologe, aber ich denke die Menschen wählen aus den unterschiedlichsten Gründen einen Beruf, auch den der Polizei. Jemand der als Kind drangsaliert wurde, der wird ja nicht automatisch ein „Rächer“, ein „Psychopath“ oder ähnliches. Mit der Unterstellung tut man, da bin ich mir recht sicher, den Menschen Unrecht.

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