„Skinhead Attitude“ – Ein Skin ist kein Nazi“

Die Geschichte der Skinheads ist eine Geschichte voller Missverständnisse! – Diesen Satz muss ich einfach zu Beginn anführen, denn es wird von allen Seiten auf all jene (verbal – leider gelegentlich auch nonverbal) eingeschlagen, die sich nicht scheuen zu ihrem Kult, zu ihrem Dasein zu stehen. All jene, die keine Angst davor haben sich zu kleiden wie sie es für richtig halten, egal was die Gesellschaft dazu sagt. Eine Glatze zu tragen, nicht nur aus morgendlichen Aufstehgründen, ist nicht einfach.

Die Springerpresse ist sehr darauf bedacht aus Skins eine mordlustige Bande kompletter Vollidioten zu machen, an sich kein Problem, doch für einen Großteil der Mitmenschen ist die BILD ja heiliger als die Bibel und dem BILD- Schreiberling folgt man eher als bundesdeutschen Gesetzen. So ist es nun einmal. Man darf sich schon freuen, ist einmal nicht jeder Skinhead ein Nazi und nicht jede Faust gleich ein Mordwerkzeug. Missverständnisse, Unwissenheit oder schlicht Ignoranz, dies sind menschliche Merkmale mit denen Skins ebenso leben müssen wie Punks, oder andere Subkulturen. Mitmenschen mit Migrationshintergrund machen es da nicht einfacher, auch sie scheinen blind zu konsumieren was ihnen vorgesetzt wird. Passt ihnen etwas nicht, fühlen sie sich unterlegen, wird man entweder als „NAZI!“ beschimpft oder gleich angegangen. Wie viele Schlägereien hätten vermieden werden können, hätten beide Seiten sich nicht so leicht provozieren lassen…ich kann es nicht einmal erahnen.

Keinen Vorwurf, an niemanden, Erziehung und gesellschaftliches Ellenbogenmiteinander lassen wenig Raum für nonmainstream Interessen. Lesen? – Geht doch nicht, macht doch keiner mehr. Sich für Belange außerhalb des, durch Scheuklappen, eingeschränkten Blickfelds zu begeistern, zu interessieren ist, muss mal wieder gesagt werden, abnormal. Man wird ausgelacht, niemand will einem zuhören, oft kommt man sich vor wie ein Aussätziger, einer der weder den Schuss gehört, noch den letzten Bus erwischt hat.

Wikipedia beschreibt in seiner Einleitung Skinheads wie folgt:

Skinhead [ˈskɪnˌhɛd] (engl.: skin Haut‘ und head Kopf‘) ist eine Sammelbezeichnung für alle Angehörigen der Skinheadszene, einer sehr heterogenen Subkultur. Gemeinsam haben sie vor allem die kurz bis kahl geschorenen Köpfe, sowie eine Kleidung, zu deren Merkmalen meist Stiefel, die Sicherheitsschuhen ähneln (in der Szene oft Boots genannt, Englisch für Stiefel, keine – wie oft angenommen – Springerstiefel) und Bomber-, Harrington“– oder Donkey“-Jacken gehören. In der Öffentlichkeit und in den Massenmedien wird der Begriff Skinhead oft synonym zu Neonazi gebraucht, selbst in Bezug auf Neonazis, die nicht im Habitus der Skinheads erscheinen. Angesichts der auch politisch sehr heterogenen Szene ist diese Gleichsetzung jedoch falsch.

Dem Autor des, sehr lesenswerten Artikels, schulde ich meinen Dank! Ich empfehle wirklich jedem sich den Wikipedia Artikel einmal durch zu lesen, es wird mit vielen Klischees aufgeräumt und die eingebauten Links sind gut, d.h. erklärend gesetzt.

Wem das Lesen zu mühselig ist, dem empfehle ich das folgende YouTube-Video „Skinhead Attitude“. In dieser Dokumentation wird ein Skingirl (in der Szene oft „Renee“ genannt) auf einer Tour durch Europa und Amerika begleitet. Es entsteht ein recht guter Überblick über die verschiedensten Skinheadströmungen.

Diejenigen, die ich mit diesem Post erreichen will werden sicherlich weder die Informationen von Wikipedia lesen, noch sich das Video ansehen. Schade, aber ich denke jeder von uns kann noch etwas dazu lernen. Es ist wichtig das zumindest Punx und Skins ihre Subkulturen kennen und sich nicht blind dem Gerede anderer Unterwerfen indem sie statt zu reden nur pöbelnd auf sie zu rennen.

Skins & Punx United! OI!

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