Schön wenn es einfach ist

Die Welt bewegt sich, stets mit uns und doch, so scheint es, ignorieren wir und werden gekonnt ignoriert. Die Mechanismen unserer Gesellschaft wirken, versuchen wir einen Blick hinein zu werfen, wie ein Buch mit sieben Siegeln. Ein Fremdwort ist auf der Jagd nach dem nächsten und unser Hirn verknotet sich stets bei neuen Verständnisversuchen.

So geschehen vor wenigen Tagen. Weshalb war der Assange nochmal in England? Flucht vor einer Verurteilung wegen Vergewaltigung, oder? Sicher, genau so wird es sein. Wie könnte man auch zu der Annahme kommen, Schweden, ein gefügiger NATO-Partner der USA würde die Vorwürfe fallen lassen und einen der Wikileaks-Gründer gleich nach Ankunft munter in die nächste Maschine in Richtung USA setzen, wo er sehnsüchtig erwartet wird? Wie könnte es einen Zusammenhand zwischen den Vergewaltigungsvorwürfen, Brad Manning und offen gelegten geheimen Dokumenten der US-Regierung geben?

Es ist so schön einfach nur nach der Verurteilung eines (potenziellen-)Vergewaltigers zu schreien, ihn zu verdammen und wie die Sau durchs Dorf zu treiben. Wieso flüchtet der jetzt in die Ecuadorianische Botschaft, was soll das jetzt? Könnte es sein, er hängt vielleicht an seinem Leben? Ist jetzt aber nur eine Vermutung von mir.

Es soll ein Exempel statuiert werden, es soll…was sag ich….es muss klar gestellt sein, wer die USamerikanischen Machenschaften offen legt ist ein Terrorist. Überhaupt, wie kommt jemand aus dem gemeinen Volk auf die Idee nicht alles zu glauben was die feinen Herren in den Führungsetagen machen? Es ist eine Sache gegen Massentierhaltung vor zu gehen, auch eine Demonstration für den Weltfrieden darf gerne sein, wird geduldet, aber bitte gesittet, angemeldet und auf Parolen beschränkt – Vielen Dank!

Wo wir dann mal bei „Pussy Riot“ sind. Eine russische „Punkband“. Mag das sehen wer will, aber einmal eine Promoaktion für das neue Album in der Kirche…das macht noch keine Punkband aus. So ist es, Frauen in der Kirche, die nichts weiter tun als sich in einem Lied gegen den Despoten Herrn Putin wehren. All die Demonstrationen, was haben sie gebracht? Einen Nachrichtenbreitrag der, sehen wir es einmal großzügig, vielleicht die Länge einer Minute hatte. „hatte“….bis es populär wurde sich auch als Politiker gegen das Vorgehen zu stellen. Bis es angebracht schien sich, vielleicht auch weil jemand mal Social Media durchgeblättert hat, auf die Seite der Unterstützer zu stellen, Wähler sind diese Internetfritzen, wollen wir hier mal nicht vergessen. Traumhaft wie sich amerikanische, deutsche und viele Politiker anderer westlichen Länder gegen das Vorgehen Putins stellen. Doch Moment….war da nicht noch was?…ach ja, hätte ich fast vergessen: Der Putin sitzt doch auf Rohstoffreserven. Reserven, die für die allgemeine Weltbevölkerung zugänglich sein sollten, in dem Fall zu verbilligten Preisen für die westliche „zivilisierte“ Welt. Da kann es nur von Vorteil sein sich den Unterstützern an zu schließen, dem Volk zu zeigen man ist auf ihrer Seite. Den Ländern geht es dabei doppelt gut, zum einen zeigen sie Volksnähe und zum anderen besteht die vage Möglichkeit eines Sturzes in Russland und somit die Chance auf vereinfachte Zugangsmöglichkeiten zu russischen Rohstoffreserven. Sollte es schief gehen, halb so wild, ging bisher auch ganz gut.

„Pussy Riot“ sind Randalefrauen, die eine Kirche entweiht und Promotion machen wollten, Julian Assange ein Bösewicht der sich vor seiner gerechten Strafe drückt! – so vereinfacht kann man es ausdrücken, so vereinfacht möchte man es gerne haben. Traumhaft leichtfertig zwei komplexe Themen auf eine BILD-Schlagzeile reduziert. (Spricht das jetzt für oder gegen mich das ich gerade eine Schlagzeile konstruierte?)

Schade es verstehen oft nur diejenigen die Komplexität solcher Vorgänge, die oft schon zu müde sind, oder diejenigen, die sich eine simple Darstellung wünschen, sie gar zur Machterhaltung brauchen.

Wir trauen weiterhin allem was wir lesen, hängen paralysiert vor dem Fernseher wenn ein Politiker uns beschwichtigend ein X für ein U verkaufen möchte und glauben ihm, so schlimm wird das alles schon nicht sein! Was uns nicht erzählt wird hat uns auch nicht zu interessieren, es ist nicht lebenswichtig.

….aber wehe der Nachbar setzt seine Hecke einen Meter weit auf unser Grundstück, dann ist aber Achterbahn…Herr Nachbar!

 

 

 

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