Werbung – schon mal gehört UEFA?

Werbung ist ein notwendiges Instrument um ein Produkt an den Mann und die Frau zu bringen. Wie bitte soll jemand von einem „guten“ Produkt erfahren, wenn nicht durch Werbung. Plakate, Radio, TV, oder auch Mund zu Mund Propaganda. Es dreht sich nach immer dem gleichen Prinzip. – AIDA ! Nein, ich meine kein Schiff.

A – Attention …. Aufmerksamkeit, Werbung die unsere Aufmerksamkeit nicht erregt hat verloren. Wer hört oder schaut sich etwas langweiliges an?

I – Interest …. Etwas lustig finden ist eine Sache, wichtiger ist jedoch ein echtes Interesse an etwas zu bekommen. Kann mir ein Produkt weiterhelfen, kann es mir mein Leben verschönern?

D – Desire ….Lust, Sehnsucht, den Wunsch verspüren etwas unbedingt haben zu wollen. Bei großem Interesse ist es nur noch ein kleiner Weg zum Stift, schnell auf dem (imaginären) Wunschzettel notiert, dann geht leicht zum nächsten Schritt.

A – Action … Der Wunsch will erfüllt werden. Ich weiß jetzt das Produkt kann mir helfen (in welcher Art und Weise auch immer), ich habe das dringende „Verlangen“ danach. Was mir jetzt noch bleibt ist der Tausch von Geld in Produkt.

So einfach funktioniert Werbung. Es ist nicht neu, wir leben mit diesen 4 Buchstaben, lassen uns von ihnen beeinflussen, handeln danach.

Der Mensch ist bestrebt sich sein Leben angenehm zu machen, sich einiges zu erleichtern, oder den „Spaßfaktor“ zu erhöhen. Das er dies als sein verbrieftes Recht ansieht, nun gut, so werden Arbeitsplätze gesichert und geschaffen. Die Bundesarbeitsministerin freut es!

Den Negativeffekt von Werbung kennen wir aber alle. Ich ziele hier mal wieder auf den Sport. Randalierende Hooligans, Pyrotechnik, die unfachmännisch gezündet wird und Bierbecher/Kassenrollen, wer nicht sowieso zu einem Spiel geht um seine Mannschaft an zu feuern, der bleibt weg. Wer möchte sich dem Risiko einer Hautverbrennung durch Bengalos aussetzen? Wer möchte in Erklärungsnot gegenüber seinem Kind kommen? Es dürftte für Eltern schwierig genug sein dem Sprössling zu erklären warum solche Dinge überhaupt geschehen. Alles in allem keine gute Werbung für einen Sport dessen Ansehen seit Jahren immer mehr beschmutzt wird. Wettskandale, die alten Herren der FIFA mit ihren nicht zu füllenden Taschen, Rassismus usw….. man hat das Gefühl die Liste würde endlos werden.

Meine Meinung zu dieser Europameisterschaft schrieb ich hier bereits, meine Verachtung gegenüber Funktionären und Verbänden sollte ebenfalls hinlänglich bekannt sein. Doch gestern, man glaubt es kaum, sah ich mal ein Spiel dieses Geldturniers. Spanien gegen Irland. 4:0 für Spanien, 4 schöne Tore und wie immer ein Reporter…ach, die Reporterleistungen führen beim Zuschauer unweigerlich zum Alkoholismus, da mache ich mir nichts vor. Von Oliver „The Bruzzler“ Kahn, Mehmet Scholl und ihren Versallen fange ich lieber nicht an, ihr wollt ja sicher noch das ein oder andere Spiel sehen liebe Leser. Sieht man mal von diesen menschlichen Fehlleistungen ab, so bot der Abend gestern 6 Minuten allerbeste Werbung für den Sport „Fußball“. Beim Stand von 0:4 stimmten irische Fans einen alten Folksong an. Jeder kennt den „You never walk alone“ Gesang, im schlechtesten Fall wird bei so einem Spielstand gepfiffen, nicht so die Iren. Voller Inbrunst und mit einer Begeisterung für ihre Mannschaft stimmten sie „The Field of Athenry“ an. Einen Song, der vordergründig nicht passen mag, ist er doch aus dem 19. Jahrhundert und handelt von einem Iren, der auf Grund eines Essensdiebstahls nach Botany Bay (Australien) deportiert wird. Hört/liest man aber genauer, geht es um Hoffnung, um die Erwartung einer Besserung. Er (der Deportierte) wird nicht vergessen. Die Iren sangen gestern mit einer Überzeugung auf die Unvergesslichkeit der Hoffnung auf nächste Siege ihrer Mannschaft. Währe ich im Stadion gewesen, ich hätte sicherlich feuchte Augen gehabt, so saß ich vor dem Fernseher und bekam eine Gänsehaut nach der nächsten. DAS ist Fanunterstützung! Kein stupides „SIEG!“, wie es von deutschen Anhängern gerne propagiert wird (mir wird immer noch schlecht davon), keine einfache Aneinanderreihung von Vokalen, oder monotones Klatschen. Hier wurde Werbung gemacht! Echte Werbung für Irland, irische Fans, die Europameisterschaft und den Fußball im Allgemeinen. Ausnahmsweise lobe ich jetzt mal den Reporter, der die Zeichen erkannte und die Klappe hielt…danke dafür!

11 Freunde“ schrieb hierzu treffend:

Der erste Gedanke des von selbstgefälligen Kommentatoren geschändeten Zuschauers: Der Ton war weg. Erste Zweifel daran. Dann die Erkenntnis: Tom Bartels hielt den Mund, weil er den Mund halten wollte. Weil er seinen Zuschauern dieses fantastische Erlebnis nicht versauen wollte. Weil auch er, der schon Millionen Fans hat singen hören, von diesem Moment ergriffen war. Weil er für ein paar Minuten stumm blieb, machte Tom Bartels die vielleicht schönsten Minuten dieser ansonsten von Fasching-Fans, Spielerfrauen und Hooligans bestimmten Veranstaltung.

Kurze Zeit später fand sich ein 6 Min. langes YouTube-Video im Netz. Jeder der wollte konnte sich noch einmal Gänsehaut zaubern. Es war so schön…währe da nicht die UEFA! Heute morgen wurde dieses tolle Video gesperrt, da es Content von der UEFA enthalte. Nun gut, Rechte hin oder her, aber warum ein solches, sehr werbewirksames Video sperren? Ich weiß nicht mit welcher Begründung die UEFA das getan hat, ich weiß nur, egal was sie sagen, der Sinn dahinter erschließt sich mir nicht. Die Nachrichten sind voll mit Bildern von randalierenden Fußballfans, eine Negativwerbung wie sie im Buche steht…und dann kommt so ein Abend, so ein Fußballfest mit schönen Toren und einem gesanglichen Abschluss, der…da fehlen mir die Worte….und die UEFA sperrt das Video? LOGIK?

Lieb UEFA, mit dieser Aktion habt ihr euch ein werbewirksames Eigentor geschossen. Ihr wollt für die Fans da sein? Im Leben nicht!

Liebe Iren, macht weiter so, unterstützt eure Mannschaft und singt, singt was eure Kehlen hergeben….danke für diesen Abend!

Einen kleinen Ausschnitt des Gesangs findet ihr hier:

Eine Version von „The Dubliners“

 

Das ZDF hat reagiert und den Gesang, reporterbereinigt in seine Mediathek gestellt.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1664644/

Hier der Text zu dem Lied:

By a lonely prison wall
I heard a young girl calling
Michael they are taking you away
For you stole Trevelyan’s corn
So the young might see the morn
Now a prison ship lies waiting in the bay

Chorus

Low lie the Fields of Athenry
Where once we watched the small free birds fly
Our love was on the wing
We had dreams and songs to sing
Now it’s so loney round the fields of Athenry

By a lonely prison wall
I heard a young man calling
Nothing matters Mary when you’re free
Against the famine and the crown
I rebelled they cut me down
Now you must raise our child with dignity

Chorus

Low lie the Fields of Athenry
Where once we watched the small free birds fly
Our love was on the wing
We had dreams and songs to sing
Now it’s so loney round the fields of Athenry

By a lonely harbour wall
She watched the last star falling
As the prison ship sailed out against the sky
Now she must live in hope and pray
For her love in Botany bay
For it’s lonely round the fields of Athenry

Chorus

Low lie the Fields of Athenry
Where once we watched the small free birds fly
Our love was on the wing
We had dreams and songs to sing
Now it’s so loney round the fields of Athenry

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2 Responses to Werbung – schon mal gehört UEFA?

  1. Bachsau says:

    Youtube schneidet sich nur ins eigene Fleisch, wenn sie der Industrie erlauben dort zu randalieren. Aber weißt du was? Fußball ist schon lange kein Sport mehr. Das ist nur noch Kommerz.

  2. Jenni Belitz says:

    Tja, was soll man da noch zu sagen. Zu Uefa und Konsorten fällt mir seid geraumer Zeit nur der Spruch: „Halt du sie dumm, ich halt sie arm“ ein. Ein Jammer, dass bei der EM nicht auch Punkte für die Fans vergeben werden. Ich finde mit solchen Fans sollte man noch eine Chance bekommen 😉 Und bei dem deutschen Gegröhle dreht mein Hirn immer die Farbe aus dem bild und fügt ein adjektiv hinzu, dass abgewandelt auch in der heilen Welt vorkommt, die einem da manchmal vorgegaukelt wird. Nur nicht drüber nachdenken, das gibt ganz ganz arges Kopfaua.

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