2012 – wir können etwas ändern

Wir haben es hinter uns gebracht, ein aufregendes Jahr ist geschafft. Katastrophen, Tote, aber auch einige schöne Momente gab es wieder einmal. Jahresrückblicke gibt es viele. Zwischen Weihnachten und Neujahr bleiben sie uns nicht erspart, wir leben damit, sehen sie uns an oder lassen angeekelt das Bilderempfangsgerät aus.

Ich möchte mich an dieser Stelle nicht einreihen, möchte euch keinen Grund geben diesen Post, diesen Blog weg zu klicken. Ich gehe immer noch von einer Leserschaft aus, die sich regelmäßig informiert und dem selbstständigen Denken nicht abgeschworen hat. Was soll ich euch also erneut von Attentätern, dubiosen politischen Entscheidungen oder den wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Euro-Krise erzählen? Wir alle wissen doch das wir weitestgehend fremdbestimmt durch die Landschaft laufen. Inwieweit können und wollen wir dagegen etwas ändern? Gefällt es uns nicht auch ein wenig, finden wir es nicht lobenswert das man uns ein Lebensgerüst gebaut hat, eine Fahrbahn auf der wir halbwegs sicher durch unser Leben fahren können?

Der eine braucht mehr Polizeipräsenz, der andere fühlt sich dadurch beobachtet. Manch einer spielt gerne mal Blockwart um, auch im Namen seiner Nachbarn, für Zucht und Ordnung zu sorgen, während sich der jugendliche Pinkler in seiner Freiheit gestört fühlt. Nicht wenige von unseren Mitmenschen engagieren sich als freiwillige Helfer, machen ein freiwilliges soziales Jahr, andere denken lieber an sich und sind froh wenn man sie in Ruhe lässt und sie unbemerkt durch die soziale Landschaft schleichen dürfen. So hat jeder Mensch seinen „Lebenssinn“ gefunden, doch wo führt er uns hin?

Das Jahr 2012 wird sicherlich einiges für uns bereit halten. Die Idee des Weltuntergangs teile ich nicht, glaube jedoch, wir werden auch in diesem Jahr Mittel und Wege finden uns das Leben selbst schwer zu machen. Gier, Machtstreben und Neid werden sich nicht in Wohlgefallen auflösen, doch diejenigen, die das Aufbegehren des Volkes für Strohfeuer halten werden sich hoffentlich noch wundern können. Schritt für Schritt meine lieben Leser, wir dürfen nichts übers Knie brechen. Es geht stets weiter, wohin es geht können wir mit jeder Wahl, mit jeder Demonstration ein Stück weit mitbestimmen. Ich warne jedoch davor so naiv zu sein und zu glauben wir hätten tatsächlich die Fähigkeit die Scheuklappenpolitik, den politischen Egoismus, mit ein paar Kreuzen oder einem Protestmarsch durch die Innenstadt aussterben zu lassen. Wir sind viele, sie sind wenige, doch sie schützen sich, bauen Gesetzeskonstrukte auf, die, da sind wir uns wohl einig, immer dem aktuellen Anlass angepasst werden. Kontrollieren, beobachten, wir sind alle eine Gefahrenquelle die, auch unsere Politiker werden das Geschichtsbuch mal in die Hand genommen haben, durchaus nicht zu unterschätzen ist.

Wenige beuten das Kapital „Arbeitskraft“ aus, bereichern sich und lachen. Wozu dies führt sehen wir in den arabischen Ländern, sahen wir auch 1989. Kleine Zugeständnisse hätten vielleicht so etwas wie die Wiedervereinigung „verhindern“ können, aber stur wurde auf dem Vergangenen gesessen. Lassen wir doch alles so wie es ist, hat ja gut funktioniert! – für die wenigen denen es gut ging, die sich alle Freiheiten nehmen konnten, die Mehrheit hatte leider nicht das Glück. „Mehrheit“ ein tolles Wort, oder? Wir gehören alle zu einer Mehrheit, immer wieder gleiten wir von der Minorität in die Majorität und wieder zurück. Selten sind wir uns dabei sicher wo wir uns genau befinden…und genau damit wird gespielt, mit diesem Gefühl der Unsicherheit, mit diesem „Wer bin ich und wo befinde ich mich gerade?“ – Gefühl wird taktiert.

Kann ich jetzt meinen Mund aufmachen, oder stehe ich mit meiner Meinung alleine dar? Will ich zu denen da drüben gehören die etwas neues versuchen, oder stehe ich am Ende alleine dar, denn das Vorhaben war schon zum Scheitern verurteilt als sich viele Köche zusammen fanden und den Brei kochten? Mein Wort 2012 ist jetzt schon „Mut“! Wir sollten uns mehr trauen, mutig einen Schritt nach vorne wagen, nicht immer die Suppe auslöffeln die man uns vorsetzt. Gehen wir an die Wahlurnen, gründen wir eine Partei, eine Bürgerinitiative, eröffnen wir einen neuen Blog, schreiben wir mal einen Leserbrief, oder….ja, oder wir ergeben uns, verzweifeln an uns selbst. Mit gesenktem Kopf in die Midlifecrisis, vor dem inneren Auge das eigene Versagen, ein Gefühl für die eigenen Kinder nichts geändert zu haben, ihnen das vor gelebt zu haben, was man einem selbst vor lebte. Die Zeichen des Wandels nicht erkannt, ignoriert, oder schlimmer noch, sie hingenommen.

2011 hat mir gezeigt, es geht was, es kann funktionieren, aber nicht etwas ändern und dann das PC-Spiel ausmachen. Das echte Leben spielt sich nicht einfach runter, es gibt keinen Neustart, wir haben alle nur das eine Leben und wir sollten es nutzen, egal in welcher Form. Wem es gefällt sich eine Traumwelt am PC zu erstellen soll die bitte tun….aber nicht diejenigen verdammen die versuchen etwas am richtigen Leben zu verändern. Es ist nicht immer alles richtig, aber falsch ist auch nicht alles. Brainstorming, genau das wünsche ich mir für 2012. Setzen wir uns mal zusammen und, anstatt uns zu betrinken, trinken wir nur ein Bier und reden. Der Austausch von Ideen scheint mir in diesem Tagen notwendiger denn je.

Ich wünsche allen meinen Lesern ein gutes und erfüllendes 2012!

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