11. September und nichts gelernt

Vor 10 Jahren starben etwa 3.ooo Menschen, eine Trägödie, die ihresgleichen sucht. Sie starben für eine Idee, die sie selbst nicht hatten. Die Maschinerie des Weltkapitalismus´ hatte sie in den Bann gezogen, betäubt und Monotonisiert. Der Tod von so vielen Menschen hätte verhindert werden können und doch wurde er provoziert.

Nicht einmal direkt von den verstorbenen, er wurde provoziert von Egoisten, von denen, die nur auf ihr eigenes Wohl fixiert gewesen und es auch heute noch sind. Mein Mitgefühl gilt auch heute noch denen die um ihren Vater, die Mutter, Sohn, die Tochter, Freund, Bruder oder Schwester trauern…ich bedaure ihren Verlust. Ich bedaure aber auch, der Anschlag traf nicht die, die er treffen sollte, die, deren Egohirn nur Maximierung im schlechtesten Sinn im Kopf hatte und hat. Ist daraus gelernt worden? Leider nicht, es platzte eine Blase nach der anderen und alle wunderten sich. Langsam mahlt die Mühle der Vernunft, denn die, die sie mit Material auffüllen haben leider zu wenig Entscheidungsgewalt. Verloren in dem Kreislauf der Macht ringen sich nach Luft und haben doch nur einen kleinen Spalt, einen Spalt der sich stetig mit Kohlendioxid zu füllen scheint.

Wen interessiert es?
Wen interessieren die vielen Menschen die nicht stark genug sind, nicht die Lobby haben, die sie verdienen? Sehr langsam ändert sich das Leben für die vielen, diejenigen die Hunger und Krankheit leiden, dennoch wollen sie flüchten und sie flüchten vom Regen in die Traufe. Erst will man sie nicht haben, denn sie essen und versuchen zu überleben, dann werden sie nicht geduldet, denn sie nehmen einem anderen einen Job, bzw. Geld weg. Wohin mit diesen Millionen Menschen, wohin mit dem Recht auf Leben? Die Menschheit erkrankt, nicht erst seit 10 Jahren, an ihrer eigenen Gier! Es wir aber ein Getöse um den 9. September 2001 – 2011 gemacht, doch mal ehrlich, wer erinnert sich denn noch an die Greultaten die das ach so freiheitsliebende Land USA vollbracht hat. Wer möchte sich noch an die installierten Putsche von CIA und Co. erinnern? Fragt die USA nach diesen Opfern? Nein, denn das geschah ja im Sinne der Freiheit. Kommen aber andere auf die Idee Freiheit zu wollen und es passt nicht in das Konzept der USA, dann, ja dann ist aber die Hölle los, so geht das ja auch nicht.

Was habe ich am 9. September 2001 getan?

Ich kann es euch nicht genau sagen, vielleicht will ich mich auch einfach nicht erinnern, vielleicht war es so banal, vielleicht ist es mir einfach peinlich. Ich erinnere mich aber noch an das Gefühl. Ich war traurig, sehr traurig. Wieder einmal starben viele für das was wenige woll(t)en und verursachten. Es trifft eben immer diejenigen, die am Ende der Nahrungskette stehen. Einmal mehr wurde mir die Tragik dieses Systems bewusst. Ob ich tränen vergoss? Nein, es gab für mich keinen Grund. Ich trauerte, aber meine Wut richtete sich auch gegen mich. Was habe ich getan um diese Welt zu ändern? Was tue ich heute um diese Welt zu verändern? Kinder. Kinder sind eine Möglichkeit, denn sie zu guten, aufmerksamen Menschen zu erziehen ist nicht nur Anstrengung, es ist auch Freude und eine Hinterlassenschaft an diese Welt.

Eine andere Möglichkeit ist die Idee und Formung einer Revolution. Mal ehrlich, jeder von uns denkt ab und an daran, doch würden wir es wirklich tun? Würden wir wirklich alles aufs Spiel setzen für ein Manifest, dessen Ursprung wir nicht verändern können? Jeder weiß, auch wenn es gedanklich weh tut, uns geht es in Deutschland gut. Wir leiden keinen Hunger, wir werden nicht mehr…ach lassen wir das, denn wir werden von einem demokratisch „gewähltem“ Regime regiert. Es muss immer alles schön langsam gehen…langsam? In den letzten 10 Jahren wurde immer nur erzählt wer böse ist, den wirklichen Feind, den geschichtlich begründeten Feind, den benennen nur „die Bösen“! Ist es aber nicht gerade der Böse, der als einziger die Finger in die Wunde zu legen vermag? Ehrlichkeit ist nicht angesagt, wie wir das den Kindern dieser Welt erklären sollen weiß ich nicht.

In meinen Augen wird geheuchelt, es wird uns vorgelebt und wir ahmen es, Kindern gleich, einfach nach. Es ist einfach, denn was „die“ machen, genau das können wir auch. Leider kommen wir damit nicht so ungestraft davon. Ja ja, ich weiß, es gibt Wahlen…mal ehrlich, wisst ihr jedes mal wen ihr wählen sollt/wollt? Ich weiß es nicht, es ist wie eine Wahl zwischen Pest und Cholera, nur leider brauchen wir einen Arzt. Wir brauchen einen, gerne auch mehrere, die Verantwortung übernehmen für das was sie tun. Die FDP wird gerade abgestraft, aber dies ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Eine Frau Merkel legt in ihrem Kampf der Kompromisse ein Tempo an den Tag…geschichtlich gesehen würde ich sagen, die Menschwerdung ging kürzer vonstatten. Wir sind alle mitschuld und wir alle müssen mit dieser Last leben, denn wir leben in einem System das wir nur schwer verändern, gar umkrempeln können. Wir sind Hunde die auf die Ansage des Herrchens warten, denn hin und wieder mal streunen ist ja nett, Langeweile dagegen nicht. Was sollen wir auch mit unserer Zeit, mit unserem Leben anfangen wenn wir nicht gelenkt werden? Religionen, Gesetze, Schilder, sie alle lenken uns immer wieder in einen Gleichstrom, einen Strom der uns Sicherheit verschafft. Alles andere ängstigt uns, stiftet Verwirrung, macht uns ziellos und verführt uns…ja, es verführt uns, aber zu was? Verführt es uns zu selbstdenkenden Wesen zu werden? Vielleicht sind wir das ja schon? Doch was fangen wir mit unseren Meinungen an? Woher kommt unsere Meinung?

Die Manipulation ist präsent, sie erleichtert uns den Denkprozess, auch ich nehme mich davon nicht aus. Wir sind manipulierte Hunde! Leben wir damit, lassen wir uns unser Fresschen geben und an der Leine durch das eigene Leben führen…Glücklichsein wird eingeschnürt und Bequemlichkeit siegt über Individualität!

Habe ich ein Generalrezept gegen dieses Gefühl? Nein! Entscheide bitte jeder selbst wann, bzw. ob überhaupt der Zeitpunkt der Rebellion gekommen ist. Vielleicht haben wir ja doch noch einen eigenen Willen und entscheiden selbst, doch wann wird es uns etwas bringen? Die Hoffnung, wir lernen und setzen eine Änderung, in Rückblick auf den 11.9. 2001 um, die habe ich aber leider nicht mehr!

Irie Révoltés – Aufstehn

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One Response to 11. September und nichts gelernt

  1. Du sprichst mir aus der Seele. Sehr guter Artikel.

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