Framen – Wie die Fußballweltmeisterschaft verwirrt

Es ist vollbracht! Wieder einmal hat uns eine Weltmeisterschaft die Sommerpause der Bundesliga versüßt. Nun gut, es wurden alle Spiele übertragen, aber zu welchen Zeiten bitte? Die arbeitende fußballinteressierte Bevölkerung hatte so ihre Mühe und Not. Gut das wenigstens einer mit gedacht hat und die Spiele „unserer“ Fußballdamen auf einen erträglichen Zeitpunkt legte. Konnte ja keiner ahnen das nach der Vorrunde schon alles vorbei ist. Passiert, kein Weltuntergang, auch wenn ich die Tränen der Spielerinnen verstehen kann. Wer selbst einmal Sport getrieben hat kennt die freudige Erregung wenn es an einen Wettkampf geht. Man (in diesem Fall Frau) bekommt Puls, wird leicht nervös und freut sich auf die Dinge die da kommen mögen.

Im Vergleich zu den Männern haben die Frauen in weniger Gruppen gespielt. Warum? Ich weiß es nicht. Wird ihnen eine geringere Leidensfähigkeit unterstellt? Sind Frauen immer noch das schwächere Geschlecht und haben Mühe 90 Minuten über den Platz zu laufen? Mal ehrlich, welch einer von uns Couchpotatos schafft denn nur die Hälfte? Schon klar, wir, die wir die Spiele sehen, Bier trinken und Chips mampfen während wir eine Zigarettenpause machen, können da in keinem Fall mithalten. Schon klar. Dennoch muss angemerkt werden, die Fußballfrauen spielen auf einem ähnlich hohen Level wie die Männer, technisch oft sogar ein wenig besser. Dies ist aber nur meine persönliche Meinung.

Frauen“ „Männer“, warum machen wir diese Unterschiede? In stupider Regelmäßigkeit kommt die Sexismusdebatte hervor. Ich kann es nicht mehr hören. Es ist mir auch egal welcher Spieler auf das gleiche und welcher auf das andere Geschlecht steht. Man verliebt sich doch immer in den Charakter, soweit sollten wir alle sein. Dick, dünn, ein Pickel auf der Nase, Körbchengröße A,B oder meinetwegen auch F. Wen interessiert das ganze? Hab ich ein Haar auf dem Rücken oder gar keine Körperbehaarung? Es ist uninteressant. Jetzt hat natürlich jeder Mensch seine Präferenzen, daran ist und sollte auch nichts verwerfliches sein, heißt aber nicht alles andere als Abart hin zu stellen, gar jemanden zu verurteilen weil er eine schiefe Nase oder ähnliches hat.

Muss ich Frauenfußball gucken weil ich für Gleichberechtigung bin? Darf ich der deutschen Nationalmannschaft zuschauen obwohl ich gegen den Staat bin? Schade das ihr immer mehr Fragen als Antworten habt. Schaut begeistert denen zu, die sich einem Sport verschrieben haben, dabei ist es egal welches Geschlecht oder welche Sportart. Mögt ihr kein Fußball? Who cares? Findet ihr das Frauen kein Fußball spielen sollten? Warum macht ihr einen Sport am Geschlecht fest? Beim Biathlon macht es doch auch keinen Unterschied. Nun sicher, einiges sieht in unserem Selbstverständnis merkwürdig aus. Ich gebe zu, einen männlichen Eiskunstläufer finde ich nach wie vor komisch an zu sehen, heißt aber nicht, ich würde seine Leistungsbereitschaft und seine Hingabe für diese Tätigkeit nicht würdigen.

Ich habe noch die Diskussionen vor Augen: „Heißt es nun Damen-Fußball-Nationalmannschaft oder Frauen-Fußball-Nationalmannschaft?“ Der Sparschaeler hat da einen guten Kompromiss gefunden. Er nannte sie einfach „framen“, so verunsichert war der junge Mann. „Frauen“? „Damen“? Will man politisch korrekt sein muss man sich wohl erstmal verwirren lassen. Danke liebe Frauen!…oder Damen? Es gibt Dinge die bringen keinen Spaß und dieses Gedöns mit „Fußballer“ – „Fußballerine“ – „Jurist“-“Juristin“ gehört für mich dazu….Warum bestehen die Damen der Gesellschaft darauf sich und ihr Geschlecht so hervor zu heben? Nun gut, unsere Sprache ist männlich dominiert, jedoch kaum einer macht doch wirklich noch einen Unterschied oder? Auf alles müssen wir achten, ich befürchte wir achten so sehr auf das Korrekte, wir vergessen uns selbst und das was uns ausmacht. Wer darf denn noch ein wenig kess sein ohne das sich eine Frau auf den imaginären Schlips getreten fühlt?

Ich halte es da ganz einfach, wenn mir danach ist, wird der Frau die Tür aufgehalten und wenn mir nicht danach ist lass ich es. Sollte ich auf die Idee kommen statt „Bobfahrer“ mal „Bobfahrerin“ zu sagen ist mir das recht, glaubt aber bitte nicht ich würde immer und ewig darüber nachdenken ob da noch ein „in“ rankommt. Im täglich Sprachgebrauch finde ich kaum etwas überflüssiger. Jeder will geliebt werden, egal welches Geschlecht, welche Rasse oder welche Hautfarbe ich habe, aber immer wieder darauf hin zu weisen man habe ja eine Sonderstellung, ärgert mich einfach nur und macht Menschen, die nicht ICH sind, ein wenig nervig unsympathisch.

Ich entschuldige mich an dieser Stelle nicht bei den Frauen, nicht bei Homosexuellen, Kindern, Maximalpigmentierten oder wer sich sonst noch zu einer Randgruppe zählen mag! Bei den Frauen dieser Welt ist es anderes, denn die sind ja in der Majorität auf diesem Planeten, also verhaltet auch mal bitte nicht wie Opfer. Ganz ehrlich, so langsam fühle ich mich als Randgruppe, aber eine mit der ich gut leben kann und die keinen Wert darauf legt das es gesondert ausgedrückt wird. Ich bin weiß, heterosexuell, nicht gläubig und mein IQ dürfte über Zimmerthemperatur liegen. Ich kann auch ganze Sätze sprechen und eine Begrüßung beginnt nicht mit den Worten „Ey Digger….“ Somit kommt man sich in einigen Gegenden schon wie ein kleiner Exot vor, muss ich aber darauf hin weisen? NEIN! kaum etwas liegt mir ferner. Würden wir uns alle mal ein bisschen weniger wichtig nehmen könnte man auch entspannter miteinander leben, aber es ist ja leicht sich als „Opfer“ dar zu stellen, kenne ich, nehme mich davon nicht aus….ich traue aber jedem Menschen ein wenig Lernfähigkeit zu.

Ach ja, ehe ich es vergesse: Ich gratuliere Japan natürlich herzlich zum Weltmeistertitel bei der vergangenen Fußballweltmeisterschaft!

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