Noch eine tolle Idee von Ursula

Was habe ich wieder gelacht, geweint und vom Kopfschütteln ein Schleudertrauma bekommen. Mediengeilheit, Machtbesessenheit und Lernresistenz sind anscheinend Voraussetzung für Politiker, die über die Kommunalebene hinaus erfolgreich werden wollen. An sich gewöhnt man sich schnell an den Drang etwas verändern zu wollen. In jedem von uns schlummert ein kleiner Revoluzzer, anscheinend sind wir aber immer noch zu feige ihn mit Heugabel und Fackel aus zu statten. Andere Menschen sind da schon viel weiter.

Jeder erinnert sich noch gerne an Frau von und zu und auf und unter Guttenberg. Stichwort: „Tatort Internet“, „RTL II“, „Kriminalisierung aller Internetuser“ usw. . Ich könnte diese Liste noch beliebig lang fortführen. Nicht zuletzt auch dank ihrem Vorstoß in, für sie anscheinend vollkommen unbekannte Regionen des Lebens, haben sich Menschen emanzipatorisch um die geistige Evolution ihrer eigenen Art verdient machen können. Wie hinlänglich bekannt hat ein Auftritt bei „Wer wird Millionär“ und die „Afghanistan-Talkshow“ der Frau des Verteidigungsministers noch zusätzliche Medienpräsenz verschafft, eine Präsenz die ihrer Person, nicht jedoch ihrem Anliegen dienlich gewesen sein wird.

Als Frau Schröder, ihres Zeichens Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, schwanger wurde unkten nicht wenige, sie würde zu hause bleiben und sich von Kindergeld und Hartz IV ernähren. Die Minister in ist wieder da. Unbeschadet überstand sie die Schwangerschaft, eine Attacke von Alice Schwarzer und wohl auch die ersten Tage mit dem pupsenden Zellhaufen den sie auf die Welt drückte.

Dies sind nur zwei Beispiele für Frauen, die sich im Machtpoker des Patriarchats durch zu setzen verstanden. Unverständlich ist da die Debatte die unsere Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Frau von der Leyen jetzt angestoßen hat. „Frauenquote“ ist das Thema im politischen bundesdeutschen Inland. Unternehmen sollen sich dazu verpflichten Frauen in Führungspositionen ein zu stellen. Ich bin mir ja nicht sicher, aber ich schau jetzt mal im Grundgesetz nach:

 

Dort steht unter Artikel 3:

Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

 

Soweit so gut. Bis hierhin hat sicherlich keiner etwas einzuwenden. Schauen wir jetzt aber mal weiterführend

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. (Hervorhebung von mir)

 

Soweit hat das ja jeder verstanden. Egal wer ich bin oder was ich zu sein glaube, es darf niemanden interessieren, denn ich habe die gleichen Rechte wie meine Mitmenschen. Sehen wir uns das Spielchen mal genauer an.

Es ist also egal welches Geschlecht ich habe, ich muss, auch während dieser Debatte, nach meiner Qualifikation eingestellt werden. Es gibt viele Menschen, darunter auch eine Menge Frauen, deren Lebensweg ihnen Qualifikationen beschert haben, die den Lebenslauf auf 2 Seiten anschwellen lassen. Nur kein Neid, sie haben es sich verdient und sollten auf Grund dieser Qualifikationen eingestellt werden. Was aber wenn die Profilanforderungen auf mehrere Bewerber unterschiedlichen Geschlechts zutreffen? Im Normalfall gibt es ein Bewerbungsgespräch in dem man sich gegenseitig beschnuppern kann. Mit der Frauenquote könnte dieser Schritt schon fast zur Makulatur werden. 4 Bewerber, 2 Frauen und schon kann man sich eine Menge Zeit sparen. Erst jetzt entscheidet ein persönliches Gespräch über den ein zu stellenden Menschen. Diskriminiert wird jetzt der Mann! Muss Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes neu geschrieben werden? – Zumindest einen Zusatz sollte er bekommen. Getreu dem Motto alle sind gleich, aber viele eben gleicher und wenn du ein gesunder unauffälliger Mensch bist, der zufällig noch männlichen Geschlechts ist hast du dich brav hinten an zu stellen!

 

Es tröstet mich die Erkenntnis vieler Frauen, sie sind der Meinung diese Quote ist unnötig und inakzeptabel. Frau will keine Quotenfrau sein – ein Rückschritt in der Emanzipation. Meinen Dank an diese Frauen.

 

Mal ehrlich, für uns Männer ist die Frauenquote doch eigentlich eh nur im Schlafzimmer wichtig, oder?

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3 Responses to Noch eine tolle Idee von Ursula

  1. LaRocca says:

    Ich als Frau finde die Frauenquote auch nicht sonderlich nützlich. Was muss das für ein Gefühl sein, nur deswegen eine hohe Stellung zu haben, weil es im Gesetz steht und nicht, weil man es von selbst geschafft hat?
    Die Politiker sollen sich mal lieber darum kümmern, dass Frauen genauso viel verdienen wie Männer in den gleichen Positionen. Erwiesenermaßen ist das ja oft nicht der Fall. Wenn das mal irgendwie geregelt ist, kann doch scheißegal sein, ob der Chef Mann oder Frau ist. Mir persönlich wär das zumindest schnuppe.

  2. kuschelpunker says:

    Unabhängig vom Geschlecht ist es ja immer ein gutes Gefühl etwas aus eigener Kraft geschafft zu haben. Vielleicht ist unter Politikern das „Ooooh ist das Volk süß, es kann sich nicht mal selber helfen. Wie tapsig niedlich die Menschen da rumlaufen.“- Gefühl sehr verbreitet. Schade das man uns so wenig zutraut. Und ja, gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit würde ich auch begrüßen, hoffentlich wird in der Richtung wirklich mal was getan!

  3. Hilmar says:

    Nun, so wie wir in anderen Bereichen gesellschaftliche Ungleichheiten durch Förderungen ausgleichen (z.B: Wirtschaftsförderungen in strukturschwachen Regionen), geht es auch hier um Ausgleich von Schieflagen – eigentlich um eine ausgewogene, transparente Gesellschaft. Sehr prägnant hat das auch der wunderbare Autor Peter Redvoort in seinem „Geschlechterdemokratie“ Manifest formuliert (findet man eh mit google & co).

    Hilmar

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