Schaun wir mal was als nächstes kommt

Es ist vorbei! Keine Sorge, mit mir geht es noch nicht zu Ende. 2 Wochen nach dem „Jetzt muss ich aber krampfhaft feiern und lustig sein“-Tag ist es natürlich recht einfach einen Jahresrückblick zu schreiben. Mal ehrlich, muss das sein? Ich bin der Meinung wir haben genug über, durch Schlamperei, verstorbene Menschen, dem Polizeisportverein „Grün-Weiß Knüppel aus dem Sack“ oder dem magischen FC St. Pauli gehört und gelesen. Wir haben uns gefreut und haben geflucht. Funktionäre in ein reales Moorhuhnspiel gewünscht und mit verschmitztem Lächeln zugesehen wie Frau Westerwelle die eigene Partei systematisch unter die 5 % drückt. – An dieser Stelle ein dickes „DANKESCHÖÖÖÖN!“ an den Guido.

 

Persönlich wird jeder von uns seine Höhen und Tiefen durch das Jahr geschleppt haben. Glücklicher weise sind wir Menschen ja oft mit soviel Hirn ausgestattet das wir nicht nur dem „schwarz-weiß“ – Denken verfallen. Vieles dürfen wir auch gerne mit gemischten Gefühlen sehen, so muss es oft auch sein, denn was Heute Schwarz ist kann morgen Weiß sein oder es interessiert uns schon gar nicht mehr. Von mir an dieser Stelle gern genommen ist das „Wort des Jahres“ – WUTBÜRGER. Den einen wird es persönlich freuen, genüsslich lässt man dieses Wort auf der Zunge zergehen und stößt die Gläser auf ein Prosit des Aufstandes an, auf die Erkenntnis das der Bürger wieder ernst genommen wird. Ein anderer wird sich persönlich angegriffen fühlen, da er sich missverstanden fühlt. Wütend ist er doch eigentlich nicht, nur ein wenig aufbrausend, seinem Charakter entsprechend, mehr aber auch nicht. Überhaupt will man ja keine Revolution, zu anstrengend ist die ganze Marschiererei und vom ewigen Brüllen bekommt man doch eh nur Durst. Wer kann sich danach aber noch ein entspanntes kühles Leisten?

 

Wo wir auch schon beim nächsten Punkt sind, der Vollbeschäftigung. Ich habe mal gelernt, Vollbeschäftigung ist dann erreicht wenn die Zahl der Arbeitslosen unter 3 % der beschäftigungsfähigen Bundesbürger liegt. Diese 3 % kann es immer geben, da der ein oder andere mal umziehen muss, sich also eine Pause gönnt um alles organisieren zu können, oder der alte Arbeitsvertrag ausläuft und der Nächste erst in 2 Monaten in Kraft tritt. Dies sind nur 2 Beispiele die mir spontan einfallen. Herr Westerwelle meinte schon 2009, es müsse sich wieder lohnen zu arbeiten. Heute stellt sich mir die Frage für wen es sich lohnen muss. Ganz klar, die Unternehmen müssen wirtschaftlich überleben können. Blut und Schweiß stecken in jedem Unternehmen, an dieser Stelle darf mir aber die Frage erlaubt sein, wessen Blut und Schweiß das denn ist. Zeitarbeitsfirmen reiben sich die Hände, Deutschland verkommt zum Billiglohnland und jeder Arbeitnehmer bekommt es mit der Angst zu tun, wird er bei einem Vorstellungsgespräch gefragt was er denn verdienen möchte. Es fehlt an qualifizierten Arbeitnehmern, es fehlt an Führungskräften und die Schulen bilden keinen geeigneten Nachwuchs aus. Diejenigen die es schafften sich mit Arbeit durch das Studium zu schleppen bekommen hier keine geeignete Arbeit mit anständiger Bezahlung und „flüchten“. Derjenige der es nicht schafft, oder sich gar nicht erst für eine geeignete Berufslaufbahn qualifiziert, tingelt oft von Zeitarbeit zu Zeitarbeit und frustet vor sich hin. (Es wird klar warum die 4-Buchstaben-Zeitung so viele Leser hat!)

Aus einer internen Quelle bei der ARGE weiß ich, ich habe 2010 noch Glück gehabt, denn 2011 wird es Arbeitslosen ohne Berufsausbildung seeehr schwer gemacht. Umschulungen/Weiterbildungen wird es nur noch in Härtefällen geben und 1-Oiro-Jobs werd wohl auch nicht mehr so einfach verteilt wie geschnitten Brot. Begründung: Die Bundesregierung ist der Meinung es gäbe ja genügend Arbeitsplätze die noch zu besetzen sind. Ok, muss man hinnehmen, fragt sich nur ob es sinnvoll ist einen arbeitslosen Ingenieur ans Fließband zu stellen und dann zu behaupten es würde ja keine geeigneten Führungskräfte auf dem Arbeitsmarkt geben.

 

2011 wird, bestimmt, nicht nur für mich, ein spannendes Jahr. In Hamburg wird neu gewählt und wieder hat der Bürger die Wahl zwischen Selter und Champagner obwohl er doch ein gutes, kühles und ehrliches Astra braucht. Es bleibt auch abzuwarten wie sich das mit dem geänderten JMStV verhält. Wie wird sich das umsetzen lassen und welche Blogger werden sich verschüchtert in ein abgelegenes Land mit neuer Domain verkriechen? Der Kuschelpunker braucht sich nicht so wirklich drum zu kümmern, der Server steht in den USA und wird von denen kontrolliert. Frage: Was is besser?

Ich bin davon überzeugt, 2011 wird wieder viel passieren, es gibt wieder viel zu ärgern, für meine Leser hoffentlich viel erfreuliches und für den Bundesbürger im allgemeinen mehr Klarheit über das was mit ihm passiert.

 

Nun habe ich doch einen kleinen Rückblick auf 2010 gewagt, hoffe aber ihr stört euch nicht weiter dran. Versuchen wir uns gemeinsam auf das Jahr 2011 zu freuen und harren wir der Dinge die da kommen mögen. Man kann ja nie wissen welchen Streich uns das Leben als nächstes spielen wird.

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