Zweihunderteins

Zukunft. Ein starkes, immer wiederkehrendes Wort in unserem Sprachgebrauch. Oft verbinden wir es mit der Angst, in den seltensten Fällen freuen wir uns auf sie. Der eine glaubt, seine Zukunft wird durch Gott, Schicksal oder anderen wagen Ausflüchten bestimmt. Es ist einfach zu sagen: Ich hoffe das…. . Mit Selbstbestimmung hat dies wenig, bis gar nichts mehr zu tun. Gelingt etwas nicht, sind immer die anderen Schuld. Kommt es so wie erhofft hat das Schicksal es gut mit einem gemeint.

Wie ich es drehe und wende, es sind andere die über mich und mein Leben bestimmen. Muss das so sein? In wie weit haben wir noch ein selbst bestimmtes Sein? Wo hört Bevormundung auf, wo beginnt der freie Wille? Dort wo die Freiheit eines anderes beginnt endet deine! Mit diesen Worten kann ich gut leben und auch umgehen. Es ist immer ein Balanceakt, der berühmte schmale Grat.

Ein Blogger kann es damit recht simpel halten. Gewisse Richtlinien sollte man auch hier beachten, ich erinnere an Kinder…ihr wisst schon, Rassismus oder allgemein gesagt, alles was das Grundgesetz so sagt. Durchaus hat dies seine Berechtigung auch in dieser, der Internetwelt. Abgesehen von wenigen und recht einfachen Vorgaben kann ich meinen Senf schreiben, fotografieren oder als Tondatei der Welt zugänglich machen. Glücklich wie ich manchmal bin, habe ich noch keinen Blog gesehen, der mir so richtig negativ aufgestoßen ist. Jedem das sein, mir das meiste! – lautet da meine einfache Devise.

Dies ist mein Blogpost Nummer 201. Ursprünglich wollte ich bei Nummer 200 schon ein kleines Resümee schreiben, doch der Casting-Schrott kam mir dazwischen. Nicht weiter schlimm, oder? Nicht gerade unwillkürlich wählte ich das Thema „Zukunft“. Des öfteren handelten meine Artikel über Dinge die noch passieren können, manchmal gar nicht so realitätsfern wie, nicht nur ich, es gerne gesehen hätte. 200 Artikel und kein bisschen leiser? Konna schreibt in seiner Blogroll über mich und meinen Blog:

Der Kuschelpunker nimmt kein Blatt vor den Mund und das ist auch sehr gut so. Schonungslos und mit Worten wie Fäusten deckt er die Missstände in unserer Gesellschaft auf. Doch neben seiner spitzen Zunge besitzt der Kuschelpunker auch ein weiches Herz.

Was aber ist von dieser Beschreibung geblieben? Lange Pausen zwischen den Artikeln, immer öfter Ablenkungen durch das reale Leben und ein alltägliches Kopfschütteln wenn ich die Nachrichten verfolge. Nachdenkliche Dinge weichen den, oft bissig gemeinten, Kommentaren zum Geschehen im Land und auf der Welt. Werde ich schlussendlich doch zum Bierphilosophen? Nimmt der Mensch an sich den Platz des großen Ganzen ein…und….ist es verkehrt? Entwickelt man sich weiter und stellt irgendwann fest, verdammt, doch die falsche Richtung? Wie weit darf ein Mensch, ein Blogger, gehen ohne seinen „Auftrag“ aus den Augen zu verlieren? Was ist dieser „Auftrag“, woraus besteht er? Muss jeder Blogger sich und seinen Blog jeden Tag aufs Neue hinterfragen? Menschen sollten dies regelmäßig mal tun, schadet sicher nicht. Blogger sind auch nur Menschen, Menschen die mehr Mitmenschen erreichen als sie es durch ihre Telefonkontakte je tun könnten. Haben sie gerade aus diesem Grund einen Bildungsauftrag? Hat der Blogger die Pflicht seine Gedanken, seine Schreibe, durch seinen Blog und die Leser beeinflussen zu lassen? Sollte ich jetzt wieder beginnen streitbare Thesen in den Raum zu werfen?

In 10 Jahren wählen wir keinen Kanzler einer Partei, sondern gleich einen Vorstand aus einem der DAX-Konzerne!“

In naher Zukunft wird der BND Kameras in alle Kloschüsseln einbauen, denn nur so ist es ihm möglich auch noch die letzte Scheiße mit zu bekommen die wir produzieren!“

Reicht das jetzt? Zu provokant? Zu weit weg? Wird das nicht von mir erwartet?

Ich habe eine kleine, doch recht überschaubare Leserschaft. Sie scheint mir sehr erlesen und belesen. Setzt sie mich unter Druck? Manchmal – immer dann wenn ich zu weit abschweife, gerne mehr Kommentare oder Bewertungen unter meinen Artikeln hätte, oder ich mehr Stammleser möchte, ansonsten ist dies aber meine friedliche und streitbare kleine Welt.

Wie ihr merkt stelle ich mir häufiger diese und andere Fragen. Ich befinde mich da, wo sich jeder befinden sollte – im Prozess des Nachdenkens!

Bis zum nächsten Artikel meine treuen Leser.

Euer Kuschelpunker

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4 Responses to Zweihunderteins

  1. Konna says:

    Ach, schön. 🙂

    Gratuliere mal nachträglich zum 200. Beitrag!

    Ich finde ja, meine Beschreibung passt nach wie vor, weil sie darauf Rücksicht nimmt, dass du in verschiedenen Facetten schreibst – was ich nach wie vor sehr an dir schätze.

    Daran ändern auch längere Pausen nichts. Und hat man als Blogger wirklich einen Auftrag? Wenn überhaupt, dann doch nur den, den man sich selbst gibt. Was oder wen will man mit seinem Blog erreichen? Die Frage kannst nur du dir beantworten. Ich kann nur sagen: Mich erreichst du!

  2. LaRocca says:

    Bleib du mal schön so wie du bist. 🙂 Zweifel nicht an dir oder deinem „Auftrag“ oder mach dir Gedanken wegen zu langer Blogpausen. Du musst dir in erster Linie selbst treu bleiben, was andere darüber denken sollte egal sein. Wenn du ein Blog haben willst, der dem Leser gefällt, musst du mit dem Trend gehen; kauf dir ein iPhone und blogge von unterwegs, wie schnieke deine teuren Klamotten sind, oder setz Gerüchte über Fräuleich Katzenberger in die Welt. Dann bist du Mainstream. Und langweilig. Weißt du natürlich selbst.

    So wie du das hier bisher gehandhabt hast, hat mir das immer gefallen. Ich mag deinen eigenen, persönlichen Stil sehr. 🙂

    Auf die nächsten 201 Blogbeiträge (und noch mehr)!

  3. LaRocca says:

    Habe ich da eben wirklich „FräuleiCH“ geschrieben? „-leich“? Wo war ich denn da mit meinen Gedanken…? 😀

  4. kuschelpunker says:

    ich danke euch für die lieben worte!

    ich denke nicht, dass es zeitnah radikale veränderungen bei mir geben wird. dennoch finde ich es sollte sich jeder hin und wieder mal hinterfragen ob das was er gerade macht so auch weitergeführt werden kann/soll. mehr wollte ich damit nicht aussagen.

    grundsätzlich kann ich jedem meiner leser die furcht nehmen, der kuschelpunker wird zum Pop-Blogger. fließt natürlich immer wieder mal mit ein, den hauptteil meines schaffens wird es aber (hoffentlich) nicht einnehmen.
    es lässt sich für mich aber festhalten, es gibt viele blogs mit einem bestimmten motto, einer, nicht nur im schreibstil, erkennbaren handschrift. insofern ist dann doch auch von einem auftrag, den sich der blogger gesetzt hat, zu sprechen. – ich gebe hiermit euch beiden recht.

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