Rudeltier in Vereinsamung – Gedanklicher Selbstversuch

Viele Ding im Leben fallen einem leichter, muss man sie nicht alleine bewältigen. Manchmal hilft ein 10 Minuten-Gespräch am Telefon, auch ein einfaches Schulterklopfen kann Linderung schaffen meist ist es aber nur das Gefühl nicht allein zu sein. Liest man in einschlägigen „Fachmagazinen“ wie Brigitte, Claudia oder welche Mädchennamen die Macher ihren Zeitschriften auch immer geben mögen, so ist jeder Mensch irgendwann auf der Suche nach seinem Seelenpartner. Ich habe mich oft gefragt ob ein kaputter Geist nicht ausreicht, ob die Welt wirklich noch einen Infizierten braucht? Muss man sein Leid teilen? Ist es wirklich notwendig sich anderen mit zu teilen, so wie ich das gerade mal wieder mache?

Der Mensch soll ja ein Rudeltier sein, so hab ich es mal im Biologieunterricht gehört. Menschen sind nicht wie andere Rudeltiere, oder vielleicht doch? Grundsätzlich, ich habe da einige Jahre an Beobachtungen aufgewendet, ist Mensch gern in Gesellschaft. Manche Menschen brauchen so sehr die Aufmerksamkeit, sie begeben sich sogar in Ansammlungen die ihnen nicht gerade wohlgesonnen sind. Traurig? Vielleicht einfach nur ein wenig merkbefreit, davon sollte man sich selbst auch nie so ganz ausnehmen. Lernfähigkeit ist angesagt.

Was passiert nun aber mit einem Menschen, dessen Sozialleben sich über Jahre hinweg ausdünnt?

Relativ einfach – er sitzt am Wochenende zu hause, trinkt seine Hektoliter Alkohol, schaut einen Film nach dem anderen und Vereinsamt. Möchte man gerne meinen, doch stimmt dies wirklich?

Ein Selbstversuch hat folgendes gezeigt:

Sozialkontakte brechen nicht einfach so weg, es gibt immer einen Grund. Mag er auch noch so banal sein, aber nur in den seltensten Fällen schwimmt jemand einfach so zum Südpol und meldet sich nicht.

Es ist an Entspannung kaum zu überbieten wenn man vor sich hin summen kann wie man will, egal ob vor dem TV, dem PC oder im Beisein des WC-Steins.

Die Augen fallen irgendwann zu, ob vor dem Kühlschrank, in der Badewanne oder auf der Couch und keiner tickt dich an weil er bespaßt werden will.

In der Zeit zwischen den Betrunkenheitsphasen hat man tatsächlich die Muße über vieles nach zu denken.

Nachdenken führt nicht immer zum Erfolg, aber man muss ihn ja auch keinem präsentieren.

Es gibt auch negative Seiten:

Man traut sich nicht Freunde, die in Beziehungen oder gerade in dem dazu gehörenden Loch stecken, an zu rufen.

Aufmunternde Worte? Fehlanzeige!

Man beginnt irgendwann mit Selbstgesprächen, weil einem die aufmunternden Worte doch sehr fehlen.

Es klingelt in den Ohren, doch das Telefon ist stumm. – Selbstzweifel!

Die Wählscheibe ist in Reichweite doch wen will man nach so vielen Monaten noch anrufen?

Ruft jemand an – Was soll man ihm/ihr sagen?

Ihr seht, es gibt immer 2 Medaillen einer Seite…oder so ähnlich. Die Frage nach einen WARUM? oder WANN? verblasst irgendwann. Zwangsläufig zieht man sich zurück – Wohin? In seinen eigenen Palast, Jean-Baptiste Grenouille gleich, zimmert man sich seine eigene Welt in der alles passt und immer passender gemacht werden kann. Gelegentlich wird die Wut zu groß, zum Schreien ist einem zu Mute, doch hören wird es erstmal niemand.

Ist so sein Gräuel auf seine Umwelt entstanden?“, höre ich euch fragen und kann es klar verneinen. Ich bin nicht der klassische Einzelgänger, gegenteilig möchte ich sogar behaupten ein schwieriger, aber dennoch umgänglicher Mensch zu sein. Gerne mal Zickig, aber immer versucht fair zu bleiben. Ich bin trinkfest, was es mir erlaubt auch nach vielen Bieren und dem dazu gehörenden Jägermeister keiner Frau lallend und nervend um den Hals zu fallen. Es muss einiges passieren um mich mal richtig wütend zu bekommen und dennoch möchte ich oft mit keinem meiner Freunde tauschen. Im Prinzip könnte man sagen, ich bin ein liebenswerter Jedermann mit dem Charme einer rostigen Heckenschere, dem Körper einer Buddha-Statue und der Zufriedenheit eines Löwen nach einer erfolglosen Jagd.

Gern sah ich gelassen den Dingen entgegen und tue dies noch Heute. „Bekannte“ kommen und gehen, was am Ende bleibt ist wie der goldene letzte Schluck in einem Bierglas – man genießt es nochmal langsam und innig ehe alles ein trauriges Ende nimmt!

Aufregen möchte ich mich aber auch über Freunde dürfen. Was spricht dagegen? Worüber darf man noch gefahrlos meckern? – Ohne das einem gleich ein Interessenverband auf die Finger klopft.

Homosexuelle – Gleichberechtigt wollen sie sein, betonen aber immer wieder ihre Sonderstellung in der menschlichen Gesellschaft.

FDP Wähler – Nicht als Hürdenläufer geeignet, werden die 5% Hürde das nächste mal (hoffentlich) nicht schaffen, mit Kabelbinder halten wir auch die noch von der Wahl ab.

CDU Politiker – Bei dem einen wundert es mich, dass er bei der Talfahrt dieses Landes noch nicht davon gerollt ist und bei der anderen, dass sie noch keine Bestseller-Märchenbücher geschrieben hat – bei dem was die sich alles ausdenken kann.

BILD Leser – In meinen Augen eine Minderheit, denn den Leser-IQ zusammengerechnet konnte mein Frühstückstoast überbieten….Google StreetView zeigt unsere Häuser im Lifestream…ja ne, passt schon!

Ach ja…. und dann noch die Religionsfreggles….man man man, da streiten sich Menschen zweier Religion darum, wer den größeren imaginären Freund hat(German-bash.org)….unfassbar.

Man darf aber nichts sagen, sonst kommt gleich der böse Zeigefinger und man wird auf eine Stufe mit einem weltfremden Waldorflehrer gestellt.

Ist man ein Einzelgänger, ein vereinsamtes Wesen, würde einen dann so etwas interessieren? Ist es nicht gerade dann von Vorteil die Welt in Schwarz und Weiß zu teilen? Ich für meinen Teil kann euch sagen: Es ist nicht einfach sich so viele Gedanken zu machen. Unser aller Leben wäre wohl entspannter würden wir dem „Brot und Spiele“-Prinzip folgen und uns in unserem Urlaub am Mittelmeer noch den Rest an überflüssigem Hirn wegtrinken. Wer es radikaler mag, der gehe bitte, mit Hühnerblut beschmiert, vor der Küste Australiens mit den Haien schwimmen!

In diesem Sinne: Artig weitermachen und hoffen das Google für das BKA bald alle Daten zusammen hat, damit auch der letzte denkende Mensch endlich dem denken verzweifelt abschwören muss und seinen ewigen Frieden findet!

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One Response to Rudeltier in Vereinsamung – Gedanklicher Selbstversuch

  1. Rooby says:

    Ein trauriger Beitrag…

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