Es hilft keinem mehr, aber steht trotzdem zu euren Fehlern

Verschiedene Menschen, verschiedene Ansichten. Ich rege mich ja gerne mal über meine Mitmenschen auf, bin mit vielem nicht einverstanden was so läuft um mich herum, aber so etwas wie dieses Wochenende geht dann doch etwas zu weit. Obwohl….sollte man sich vielleicht bedanken? Müssen wir uns vor jenen auf die Knie begeben die, durch ihre Ignoranz und Geschäftemacherei, Deutschland gezeigt haben, was das Motto „Brot und Spiele“ für Auswirkungen haben kann?

Das Reizzentrum hat in meinen Augen das Ausmaß richtig kommentiert, wenn er schreibt:

Meine Gedanken sind nicht nur bei den Angehörigen derjenigen, die heute von uns gingen, meine Gedanken sind auch bei den Millionen Müttern und Vätern, die im Radio/Fernsehen hörten, welch eine Katastrophe sich bei der Loveparade in Duisburg abspielte und nicht wussten ob ihr Kind auch betroffen war. Auch das sind grauenhafte Momente.

Menschen sollen Herdentiere sein und die kleinste Herde die ich kenne ist die Familie. Ich, als kinderloser Single, kann nicht mal erahnen wie es für Eltern sein muss, wenn sie genau wissen, dass ihr Kind eines von mehr als 1 Millionen Feierwütigen ist. Ein schlechter Witz, dass die Veranstalter mit etwa 250.ooo Menschen gerechnet haben. Erfahrungswerte? 2007 sollen es in Essen etwa 1,2 Millionen, 2008 in Dortmund sogar 1,6 Millionen Menschen gewesen sein. Kann mir da mal einer erklären wie man zu einer Schätzung kommt die lediglich mit 250.ooo Menschen auskommt. Ich bin kein Mathegenie, Zahlen waren noch nie meine Welt, aber mein Menschenverstand funktioniert noch….und der rät mir zu einer Schätzung die ähnlich hoch sein sollte. Ich habe mir die Lagebilder mal angesehen und mich gefragt wie man bei solchen örtlichen Gegebenheiten solch eine „Party“ veranstalten kann. In meinen Augen erinnert das weniger an einen Ort zum Feiern, denn mehr an einen Pferch für Tiere!

Die Frage nach den Schuldigen wird noch andauern, trösten wird es die Hinterbliebenen nicht. 19 Tote und mehr als 500 Verletzte und am Ende hat keiner den Arsch in der Hose für sein Handeln ein zu stehen. Bravo! Für sein Handeln ein zu stehen ist anscheinend nicht für jeden ein guter Charakterzug. Polizei und Feuerwehr der Stadt Duisburg jedenfalls ziehen sich schon mal aus der Affäre.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat die Duisburger Stadtspitze und deren Informationspolitik unterdessen scharf kritisiert. „Federführend ist die Stadt. Polizei und Feuerwehr haben viel Erfahrung mit Großveranstaltungen. Praktisch nichts davon wurde umgesetzt“, sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft, Erich Rettinghaus.

(N24)

Der Bundespräsident fordert (natürlich) eine lückenlose Aufklärung. Schade, dass die Polizeibehörden da nicht so ganz mitspielen und mal eben wichtige Informationen verschwinden lassen. Am Ende will es keiner gewesen sein.

Doch es gibt einen Silberstreif am Horizont. Eva Hermann, die Verfechterin alter, wie ich denke, auch eingestaubter Werte. Am Ende sind die Eltern die Schuldigen. Die 68er haben ihre Kinder zu zügellosen Menschen erzogen. Partyvolk trifft der Zorn Gottes, eine verdiente Strafe für Frau Hermann. Gut das nicht alle es so sehen.

Es wird noch viel zu bereden und zu klären geben, den Zorn und den Schmerz wird es kaum lindern, aber vielleicht helfen der Zukunft der Feierwütigen ein wenig Sicherheit wieder zu geben.

Techno tötet! – Ich dachte da an Gehirnzellen nicht an ganze Leben. Die Loveparade 2010 soll die letzte gewesen sein. So hatte Dr. Motte sich das sicherlich nicht gedacht als er 1989 diese jährliche Demonstration für Frieden und Freiheit ausgerufen hat.

Ein Loveparadebesucher schildert seine Erlebnisse so.

UPDATE EVA HERMANN: lest hier!

UPDATE DIE ZWEITE: Axa und der Veranstallter stellen 1 Mio Oironen als Soforthilfe zur Verfügung

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3 Responses to Es hilft keinem mehr, aber steht trotzdem zu euren Fehlern

  1. Andy1 says:

    Hallo Kuschelpunker, leider komme ich derzeit nur zum lesen, da
    ich die Geschäftseröffnung für meine Frau organisiere.

    Aber Du hast es gut getroffen, „Tekkno tötet“.
    Mehr ist nich dazu zu sagen, ausser vll. noch, das Motto der ersten Loveparade
    war „Friede, Freude, Eierkuchen“, dann kam der Kommerz und aus wars, mit Friede, Freude, Eierkuchen.

    Unter den Aspekten des Kommerz muss man es auch jetzt sehen, es ist natürlich immer bedauerlich wenn Menschen zu Schaden oder in diesem Falle zu Tode kommen, weil sich einige profilieren wollen, (Imagesteigerung) für Duisburg, und andere den „großen Reibach“ machen wollen.

    Verantwortung will keiner übernehmen, und alle jetzt ablaufende Diskussion ist reine Rhetorik und Ablenkung.
    Der Andy

  2. kuschelpunker says:

    es lebe das real life! 😉

    stimmt schon wirklich verwertbares wird dabei wohl leider nicht rauskommen. angeblich soll die AXA (versicherung) und der organisator der parade 1 mio oironen für schnelle hilfe zur verfügung gestellt haben. einen referenzlink hab ich dazu leider noch nicht gefunden.

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