Galileo sollte lieber wieder kleine Brötchen backen

Wer kennt sie nicht, die täglich flimmernden Reportagesendungen. „K1 das Magazin“, „Schau dich schlau“ und natürlich „Galileo“. Alle Sendungen sind mir unheimlich ans Herz gewachsen. Mal ehrlich, was können wir da nicht alles lernen? Das Kind lernt wie die Löcher in den Käse kommen (Wo ist eigentlich inzwischen die Sendung mit der Maus geblieben?), der faschistisch angehauchte Jugendliche kann schon einmal sehen wie man ein echter Soldat wird und Terroristen werden über die neuesten Sicherheitsmaßnahmen auf dem laufenden gehalten. Alles in allem nützliche Informationen, da sollte man den Sendern mal ein Kompliment machen. Der Informationsauftrag wird eben doch ernst genommen.

Weniger spannend finde ich die Autosendungen, aber ich will ja auch keinen Fluchtwagen fahren oder mir einen klauen. Sogar den Kochsendungen kann man was abgewinnen. Ich weiß jetzt, dass jede Frau kochen kann – wenn sie nur will! Sendungen wie „Prominent“ (läuft neuerdings auf VOX) hingegen ist nicht viel ab zu gewinnen, oder findet ihr es interessant warum Loddar Mathäus sich bald zum 100mal scheiden lässt? Muss man von horenden Scheidungsabfindungen hören, von Summen hören, die wir allenfalls zum Zeitvertreib mal beim telefonieren auf ein Blatt Papier kritzeln? Ich muss es nicht unbedingt, aber ich bin ja auch keine bügelnde Hausfrau (meine Mutter möge mir vergeben).

Übertrieben hat es Heute Galileo. Es wurde mal wieder eine alte Reportage recycled, eine Reportage über Bäckereiketten und ihre Sparmaßnahmen. Wie schafft es eine Bäckereikette ihre Brötchen so preiswert an zu bieten? So schwierig ist die ganze Geschichte nicht.

  1. Zentralisierte Produktion
  2. Große Mengen im Einkauf und Verkauf
  3. Niedriger Lohn

Und das sind nur einige der Gründe. Soweit so gut, jeder mit wirtschaftlichem Hintergrund braucht über solche Dinge nicht nach zu denken, viele andere Menschen wird es wenig interessieren. Es lockt das Niedrigpreisangebot. Hauptsache „billig“! Die Bäckerei um die Ecke hat ja nicht schon genug zu kämpfen. In meiner Umgebung gibt es kaum noch vernünftige Bäckereien, ich möchte fast sagen, dass alle Brötchen gleich schmecken. Kleine Familienbetriebe haben es ja wirklich nicht schon schwer genug sich auf dem Markt zu positionieren. Wen juckts? Vielleicht bald nicht nur mich. Mal ehrlich, ich möchte schon ein wenig Angebotsvielfallt. Möchtet ihr die nicht? Steht ihr drauf immer das gleiche zu essen? Interessieren uns nur noch Innovationen wenn es um den Bereich Energie geht? Es lebe der Einheitsbrei! Ich höre die Verschwörungstheoretiker schon aus dem Jahr 2020 zu mir schreien – „Die mischen uns da Drogen rein um uns gefügig zu machen, erzwungen durch Suchtstoffe in den Brötchen werden wir den Kram ja essen!“ Laut dem Galileo Test schmecken Brot und Brötchen nicht soooo unterschiedlich. Dieser Test spielt also wem in die Karten? Wer produziert solche Reportagen eigentlich? Die Sender? Gelegentlich wage ich das zu bezweifeln.

Ist ja aber egal. Hauptsache „billig“! Ich schrieb hier schon einmal über die Gefahr von Angebotsoligopolen, bzw. Angebotsmonopolen ohne Kontrolle. Leider hat die Weltwirtschaftskrise uns ja wie Leminge in die „Geiz ist geil!“-Schublade geschoben. Schublade zu und anders geartete Gedanken haben keinen Zutritt mehr. So einfach kann das Leben sein. Mensch was willst du mehr?

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