Nicht zu viel verschwenden, denn ich darf jetzt Vermögen anhäufen

Mein lieber Herr Gesangsverein! Hat die viele Gerstenkaltschale und der viele Vino meine Hirnzellen schneller absterben lassen als mir lieb sein kann? Da sitze ich hier an meinem zugemüllten Schreibtisch, suche mal wieder nach der Arbeitsplattform und nehme den ersten Krimskrams in die Hand. Unter anderem nehme ich „leere“ Zigarettenschachteln in die Hand, nicht das die jetzt den Hauptteil meines Mülls darstellen, aber es ist ein Anfang und Rom is ja schließlich auch nicht an einem Tag erbaut worden, oder?

Als das „Supertalent“ dann beginnt und ich das erste Bierchen, für Heute, in die Hand nehme, suche ich gewohnheitsmäßig nach einem Glimmstengel. Wo sind meine Zigarettenaufbewahrungsbehältnisse? Ich wühle also zwischen meinem aktuellen Hartz IV-Bescheid, den GEZ-Erläuterungen und Notizzettel – ich bin ein wenig schusselig, da brauch ich die einfach – doch leider sehe ich nirgends auch nur eine meiner roten Kippenschachteln. Wo sind die scheiß Viecher denn nur hin? Hat etwa meiner böser Zwilling sie versteckt? Hat irgendeiner meiner bekloppten Hausgeister die Dinger einfach weggeschmissen? Lösung: Ich habe keine. Bin folglich der Verzweiflung nahe, denn ich wusste in einer der Schachtel hatte ich mindestens noch 2 Glimmstengel. Was jetzt also tun? Ich renne zum Kiosk mit meinen letzten paar Oironen. Es regnet ganz ordentlich und meine Augen werden auch schon feucht. Wo sind meine paar Kippen geblieben. Ok, ich hätte wohl eh nochmal losrennen müssen, denn mal ehrlich – als Raucher kommt man nur schwer mit 2 Kippen über einen ganzen Abend. Ich gehe einen Schritt schneller, es scheint sich ein wenig ein zu regnen. Der hübschen Dame am Kiosk steck ich meine klägliche Suchausbeute zu und kann mit dafür gleich eine Kippe anstecken. In meinem Schreibtischmüll befanden sich doch glatt noch 6 Oiro für die Kippen. Keine Ahnung warum die sich da versteckten. Egal, ich habe meine Kippen und stapfe im Regen Richtung Heimat. Während ich beim Gehen meine Hausgeister der Reihe nach verfluche, kommt mir der schaurige Gedanke, dass ich vorhin doch 2 Zigarettenschachteln meiner Mülltüte hin zu gefügt habe. Sollten dort vielleicht meine letzten 2 Kippen drin stecken. Ihr ahnt es! Ich Töffel hab meine letzten Kippen in den Müll geworfen. Ich wusste ja schon immer, dass wir Arbeitslosen verschwenderisch sind. Wer braucht schon Essen, Strom oder fließend Wasser? Genussmittel aber so kläglich weg zu schmeißen geht ja gar nicht.

Wie soll ich denn so jemals Geld ansparen, wo ich doch jetzt bald mehr Vermögen anhäufen darf. Wo das herkommen soll weiß ich nicht, aber durch das Wegwerfen von Genussmitteln kann ich mir doch nie meine 500 Oiro zusätzlich pro Lebensjahr ansparen. Na ja, wenigstens wollen sie mir nicht mehr an mein Eigentum. Bleibt das Häuschen auf Sylt also in meinem Besitz. Juhuuuuu! Wenn ich jetzt noch nen Job finde bei dem mein Hartz IV nicht gekürzt wird, kann ich die laufenden Kosten decken und dann wird’s ja vielleicht doch noch was mit dem Ansparen.

Ich freu mich schon. Habe ich das Maximum des ersparten erreicht, geht’s gleich wieder weg mit der Kohle. Ich investiere dann einfach in ein unnützes Produkt, vielleicht gibt’s das ja auch schon in China. Dann kann ich den Wirtschaftsimperialismus munter fortführen und chinesische Knästler ausbeuten. Böse Zunge behaupten, dass man lieber bei den Scheichs einsteigen sollte, damit ein bisschen Geld wieder an Europäer zurückkommen kann. Mir egal, wichtig ist nur die Anhäufung von Kapital. Dank an unsere Politiker, denn durch deren Aufstockung eines Freibetrags hab ich jetzt endlich die nötige Motivation. Hatte ich vorher ja nicht.

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