Aufklärung Heute

Der 14. Juli 1789 – ein Volk hat das Hungern und die Verschwendungssucht seines Königs satt. Machen wir mal schnell einen Ausflug in die Geschichte. Im Mittelalter des 18. Jahrhunderts herrschte Ludwig der XVI, ein König, der sich, ebenso wie seine Vorgänger, von Gott berufen fühlte ein Volk zu regieren. Zu jener Zeit nichts ungewöhnliches. Alle Herrscher in Europa konnten fast ausschließlich durch die Kirche an die Macht gelangen. Es musste eine Legitimation durch den Papst stattfinden. Bei den gottesgläubigen Menschen jener Epoche bedeutete ein „Ja“ der Kirche eine lebenslange Herrschaft ohne wenn und aber. Ging auch einige Jahre und einige Herrscher gut, doch alles hat einmal ein Ende. Anhaltende Dürre, ein veröffentlichter Finanzbericht, der die Ausgaben, unter anderem auch die des Königs offen legte und ein Kapitalismus der auf dem Rücken der Bürger ausgelebt wurde wahren die Zutaten für einen Aufstandscoktail, der bis zu diesem Zeitpunkt in Europa seines gleichen suchte.

Während Gelehrte sich mit der Theorie auseinander setzten, beginnt das Volk zu handeln. Liberalismus hin oder her, es muss was zu beißen auf den Tisch. Wütend zieht das Volk also durch Paris, stürmt das große Gefängnis und fühlt sich wohl in seiner Haut. Hungrig aber wohl. Etwas später wir dann erstmal säkularisiert (Trennung von Staat und Kirche) und ein Parlament gebildet. Kant schrieb in diesem Jahrhundert den kategorischen Imperativ. – Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du wollen kannst, dass sie auch Gesetz werde. Mit anderen Worten – handle moralisch und ethisch einwandfrei, dann geht es dir und deinen Mitmenschen gut. Hmmm…. das die Revolutionäre alle Zweifler mit dem Fallbeil dahin scheiden ließen lassen wir jetzt mal außen vor.

Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit! Welche große, wichtige Worte. Bedeuteten sie 1789 noch die Welt, stellten sie noch das einzig erstrebenswerte dar, so scheinen es Heute Worthülsen geworden sein. Die Menschen von damals würden wütend durch unsere Reihen gehen und versuchen uns wach zu rütteln. Ich höre jetzt schon viele aufschreien, es würde uns doch Heute viel besser gehen als noch zu Zeiten des Absolutismus. Stimmt, dennoch sollten wir uns die 3 wichtigen Worte mal wieder ins Gedächtnis rufen und mal kritisch hinterfragen in wie weit sich die Bedeutungen verändert haben.

Freiheit

In unserem Grundgesetz, speziell in den ersten 20 Artikeln, wird viel davon gesprochen. Von Menschenrechten, auch ein Ergebnis der franz. Revolution, wird hier gesprochen. Das deutsche Volk bekennt sich dazu, diese Rechte zu wahren und zu schützen. Von einem unveräußerlichem Recht ist da die Rede. Wir dürfen uns frei entfalten, unsere Meinung äußern. In dem Grundkurs in Gemeinschaftskunde habe ich mal gelernt, dass meine eigene Freiheit da aufhört, wo ich die Freiheit eines anderen berühre. Kann ich gut mit leben. Muss ja nicht abends noch laute Musik hören, während mein Nachbar sein freiheitliches Recht auf ausreichenden Schlaf in Anspruch nehmen möchte. Doch was ist mit dem, in letzter Zeit, viel zitiertem Artikel 5 des Grundgesetzes? Letzter Satz im 1. Absatz lautet – eine Zensur findet nicht statt. Super Sache das, nur leider ist uns dieser Absatz ja neulich um die Ohren, bzw. die Augen gehauen worden. Wie ist es also um unsere freiheitlichen Rechte bestellt? Bilden wir uns eine eigene Meinung nur ein und merken nicht, wie alle Medien uns beeinflussen? Haben wir Volksvertreter gewählt, die mit Worten spielen, aber Tatsachen nur dann schaffen, wenn mal wieder eine unternehmerische Fehlentscheidung finanziell aufgefangen werden muss? Erpressen uns Aktiengesellschaften mit ihrem enormen Potenzial an möglichen Arbeitslosen um die uns auf ihre Seite zu ziehen und so der Regierung Druck zu machen? Ist unsere Freiheit am Ende vielleicht ein Finanzbestimmte?

Gleichheit

Justizia soll ja angeblich blind sein. Muss ich noch mehr schreiben?

Brüderlichkeit

Ein schönes Wort, doch hat es überhaupt noch eine Bedeutung? Mit Brüderlichkeit meint man ja eigentlich ein Verhältnis zu Menschen, die man nicht unbedingt kennt, sie aber wie ein Familienmitglied behandelt. Meint nichts anderes, als mit Respekt und Zuneigung Hilfestellungen anbieten einen friedfertigen Umgang pflegen. Doch wie soll das gehen? Die Industrialisierung hat Arbeitsplätze verknappt, verknappt sie immer noch. Wieviele Fast-Food-Restaurants will man denn noch bauen um Arbeitsplätze zu schaffen? Es bleibt also nichts anderes übrig als sich mit anderen um die immer rarer werdenden Arbeitsplätze zu streiten. Neid, Missgunst und Lästerei sind doch Heute an der Tagesordnung. Selbst die Kirche mit ihrer Lebensformel – Liebe deinen Nächsten – hat ja inzwischen soviel an Einfluss verloren, dass von der Seite auch nichts mehr zieht. Wer es übertreibt darf sich nicht wundern, wenn irgendwann einfach nicht mehr hingehört wird. Zurück zum Thema.

Man soll also nett zu seinen Mitmenschen sein. Tolle Idee, doch warum werden dann bei Demonstrationen Unschuldige mal prophilaktisch mit verhaun? Warum unterdrücken Väter ihre eigenen Töchter und verkaufen sie als Hure? Warum ist unsere Gesellschaft so krank, dass Menschen mit Vorbildfunktion gerne mal das schlechteste Benehmen an den Tag legen? Es ist doch einfach andere zu kritisieren und sich selbst als das Beste und Größte hin zu stellen. Warum nutzen Chefs die niederen Instinkte des Menschen aus und lassen den Neid keimen um sich über die Ernte zu freuen?

Nun ja, mit Sicherheit keine fundierte wissenschaftliche Abhandlung von mir, aber ich hoffe sie regt ein wenig zum Nachdenken an. Die Mitglieder des franz. Aufstandes von 1789 haben sehr leiden müssen. Dinge die wir so in der heutigen Zeit nicht mehr kennen mussten sie ertragen. Ich stelle mir einfach mal die Frage was von dem Aufbegehren, von dem Nachlass der Menschen übrig bleibt. In der Schule lernt man noch viel über die Zeit der Aufklärung, eine Zeit, ein Resultat, das nachhaltig gewirkt hat. Auch wenn zwischenzeitlich mal wieder alles vergessen wurde – ich denke da speziell an Deutschland mit der Kaiseerzeit und der Nachfolgediktatur – so sollten wir uns öfter mal wieder den Nachlass der wohl wichtigsten Revolution der europäischen Geschichte vor Augen führen. Sollten es einige noch nicht erkannt haben – wir sind auf dem Weg in eine neue Form der Diktatur! Wir befinden uns auf dem Weg in eine Diktatur der Demagogen. Mit vielen „wichtigen“ Worten um sich werfend verwirren sie das Volk der Bildleser – Auflage 12 Mio jeden Tag – und der Menschen, die sich einfach nur fügen wollen, denn alles andere bedeute ja Stress. Die Menschen im 18. Jahrhundert konnten größtenteils weder lesen noch schreiben. Könnte das ihr Vorteil gewesen sein? Nur ihr eigenes Elend vor Augen hatten sie nicht die Ausrede, dass es anderen ja noch schlechter ging als einem selbst. Es gab keine Ablenkung, nur die harten wichtigen Fakten. Keine Frauen auf Seite 1, kein Fußballergebnis, das so herrlich ablenkt und kein parkendes Pferdegespann in einer Kirche.

Was soll ich also noch zu diesem langen Artikel sagen? Eigentlich nichts mehr. Ich hoffe, wie immer, durch meine Worte die ein oder andere Seele zum Nachdenken bewegt zu haben.

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3 Responses to Aufklärung Heute

  1. kuschelpunker says:

    durch formatierungsfehler kann ich diesen artikel nicht mehr korriegieren. keine ahnung warum, aber dem ist leider so. rechtschreibfehler, fehler bei der interpunktion bleiben also. damit muss ich leider leben!

  2. leaclow says:

    Rechtschreib- und Interpunktionsfehler sind doch „wurscht egal“;)….Mir gefällt der Bezug zur Franz Rev.!Viele Werte sind heute verkommen. Nicht nur Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Auch das Gut einer Behüteten Kindheit, Freundlichkeit, Respekt, Aufmerksamkeit gegenüber den Mitmenschen. Jeder lebt so vor sich hin. Unsere Gesellschaft ist zahm geworden. Ein liebes, frommes Schaf, das sich von seinem Hirten davon führen und satt füttern lässt. Erst wenn letzteres ausbleibt, wird es bocken. Wie sagte Brecht? Erst das Fressen und dann die Moral….Aber meine Frage, wie willst du die Situation ändern? Welche konkreten Maßnahmen würdest du ergreifen?

  3. kuschelpunker says:

    es beginnt ja schon damit, dass viele elternteile die erziehung der eigenen kinder in fremde hände (kita etc.) legen müssen. wer kann sich denn heute eine vernünftige wohnung/ein vernünftiges haus leisten mit nur einem verdiener? ich denke, dass vor allem eltern sich mehr zeit für ihre schützlinge nehmen müssten. bringt allerdings auch nur was, wenn die besagten eltern ebenfalls von angemessenen moralvorstellungen geprägt wurden. es hat mal wieder alles mit dem lieben geld zu tun.

    in skandinavien sind die kitas nicht so überlastet, da kann man doch ein wenig individueller auf jedes kind eingehen. hier ist das leide nicht möglich, aus dem grund muss die erziehung wieder mehr zu hause stattfinden. doch wie soll das gehen wenn die eltern erst ab 16 uhr zu hause sind und die „nervschwelle“ durch den beruf überschritten wurde.

    es ist ein komplexes problem, dessen ursprung durch die industrialisierung und die schnellebigkeit unserer zeit geschaffen wurde.

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