So so….

…da macht man, nichtsahnend natürlich, heute morgen den Rechner an und dann trifft einen der Schlag – besser – ein Stöckchen. Gemeinheit mein lieber Konna. Ich muss aber sagen, dass mir das Thema des Stöckchens gefällt. „10 nervige Dinge“ soll man aufzählen. Bei einigen mag der Schweiß ausbrechen, weil sie hin und her überlegen müssen wie sie 10 Dinge zusammen bekommen. Ich sitz hier in der Schwüle meines Wohnzimmers und sortiere gerade mal artig aus. 10 Dinge also…nun ja…eines fällt mir spontan schon ein:

Sonne am Morgen

Es ist widerlich, wenn ich mich aus dem Bett schäle, auf die Uhr schaue – es ist etwa 6.30 Uhr – , dann den Flur betrete und erstmal feststellen muss, dass meine Sonnenbrille anstatt im Wohnzimmer lieber neben meinem Bett liegen sollte!!!

Gehe ich dann aus dem Haus kommt das nächste Übel.

Hitze

Meine lieben Leser! Ich weiß, dass ich nicht immer artig gewesen bin und aus dem Grund bestimmt an der Himmelstür, mit dem Flugplan zu Hölle abgewiesen werde, aber mal ehrlich…..Ich bin noch NICHT tot!!!!

Besteige ich dann ein Fahrzeug des ÖPNV, sehe ich schon beim Einsteigen das nächste Etwas, dass mich einfach nur nervt.

Möchtegern Gansta-Rapper

Die Goldkettchen strahlen mit der Sonne um die Wette. Leider ist es mehr Schein als Sein, denn bei den Typen bestehen die Erfahrungen mit der rauen „Strasse“ nur aus einem Fahrradunfall, bei dem sie dieselbe küssten – daher wohl auch der Dachschaden – und ihr Ghetto erstreckt sich von ihrem zu hause bis zum nächsten Spielplatz. Den letzten Kampf haben sie auch fast gewonnen, wenn….ja, wenn….Mutti den Netzstecker nicht aus der Playstation gezogen hätte!

Ich bin noch nicht mal an meinem Ziel und schon 3 Aufreger. Geht das so weiter, hab ich am Abend einen Herzinfarkt. Als ich aus der Bahn steige geht es aber weiter:

Werbung

Im Fernsehen ja recht nützlich für Pinkelpausen, als ich Heute an einer Plakatwand las, dass wir Hamburger auf JEVER stehen fiel mir aber die Kinlade runter. Hamburger trinken ASTRA, meinethalben auch die Maurerpisse HOLSTEN, aber mit Sicherheit steht kein hier geborener auf JEVER! Nein, das will ich nicht glauben…besser…da fall ich vom Glauben ab. Man kann Werbung doch wirklich nicht deplazierter anbringen, oder?

Wie so oft in meinem Leben hab ich mich anschließend erstmal ne Runde verlaufen. Was will man machen? Ich fragte nach dem Weg, bin ja nicht auf den Mund gefallen.

Schubladendenken

Kurze Haare, dazu noch eine kräftige Statur und alles in allem das Aussehen wie der Hauptdarsteller aus „American History X“ und schon geht der erste Mensch an einem vorbei. Da hilft kein nettes Lächeln und auch keine freundlichen Worte. Die Medien haben wieder ganze Propagandaarbeit geleistet. Erkenntnis: Egal welcher Subkultur man sich zugehörig fühlt, man ist ein Verbrecher, Vergewaltiger und ist generell nur auf Krawall aus! Wozu mich auch mal nett ansprechen, oder kennenlernen? Ich dreh durch. Da fällt mir zu ein, dass ich bei zu vielen Menschen nur noch sagen kann: Wenn ich deine Meinung wissen will, lese ich BILD!

Erst die dritte Passantin hielt kurz an und gab mir Auskunft. Ich wollte sie erst gar nicht ansprechen, denn die Kleine führte mir vor Augen was mich noch nervt.

Kleidung in grellen Farben

Das Mädchen, welches mit Auskunft gab, trug etwas neo-grünes. Diese Farbe war so brüllend, dass ich meine eigenen Worte nicht mehr verstehen konnte. In Kombination mit den goldenen Kreolen (Warum kenn ich dieses Wort? „grummel“ ) an den Ohren und einer Sonnenbrille, die das halbe Gesicht verdeckt, eine unschlagbare Kombi, kann man nicht anders sagen. – Ich muss mal eben vom Rechner weg….mich übergeben!

Am Ziel angekommen, es war eine Info-Veranstaltung, ging der Spaß noch weiter.

Menschen, die ungefragt, ihre Lebensgeschichte zum Besten geben

Warum kann man nicht einfach auf eine Frage antworten? Kurz und knapp eine Frage beantworten muss doch möglich sein, oder? Wieso muss man dann immer noch das halbe Leben mit zum Besten geben? Bei älteren Leuten an der Käsetheke is das ja schon nervig, wobei die ja oft keinen haben, der zu hause auf sie wartet und mit ihnen redet. In so einer Veranstaltung, wo jeder nach den Infos des Redners hechelt, muss man durch seinen persönlichen Lebensfehltritt doch nicht noch den Informationsaustausch aufhalten.

Nach der Veranstaltung fuhr ich wieder heimwärts. Na ja, nicht ganz, denn ich hatte meiner Mutter versprochen für sie noch einige Dinge im Haus zu tun. Vorher gings aber doch noch schnell zur Bank. Is ja der Monatserste, da darf man sich ja mal erkundigen was nach all den Abzügen noch zum Essen kaufen übrig ist.

Fordern mit gefährlichem Halbwissen

Nahrungsmittel sollen Preiswerter werden. Bin ich auch für, doch nicht auf Kosten der Arbeitnehmer und der Produzenten. Die Discounter mit den 4 Buchstaben könnten langsam mal ihre Gewinnmagen senken, aber davon will die BILD-Bevölkerung nicht viel wissen. Sie schreien nach preiswerten Artikeln, doch wie dies erreicht wird ist ihnen egal.

Nachdem ich mich dann zum Geldtransporter gemacht habe, wartet auch schon der Bus an der entsprechenden Haltestelle. Verschwitzt steige ich ein, da wartet das nächste Ärgernis auf mich.

Betrunkene Männer mit Kindern

Ja, haben die sich denn alles aus dem Kopf gesoffen? Ich kann doch nicht mittags meine Kinder durch die Gegend fahren und ganz elegant ne Flasche Öttinger in mich rein schütten. Vorbildfunktion – welch tolles Wort, kommt wohl aber leider nicht bei allen an. Nun ja, im betrunkenen Zustand sind die, im Bus herumlaufenden Kinder, wohl leichter zu ignorieren.

Nach 10 Minuten ist die Busfahrt zu ende und ich zünde mir beim Aussteigen noch schnell ne Kippe an. Es ist noch immer sehr Schwül und stickig. 7 Minuten Fußweg bis zu Mutti. Ich freue mich auf das Essen nach Hausfrauenart. Nach dem Essen ist Arbeit angesagt, diesmal mache ich sie aber gerne. Mutti is halt mit dem Alter ein wenig töffelig geworden, da kann man sich schon mal das Handgelenk brechen. Ich schreite also zur Tat.

Neugierige Nachbarn

Ich bin in diesem Haus, in dessen Garten ich im Begriff bin rum zu wurschteln, aufgewachsen. Man kennt mich in der Straße, im Umkreis von 4 Straßen habe ich meine früheste Kindheit verbracht. Ist es denn so schwer mich mal zu fragen wie es mir geht und was ich gerade so treibe? Anscheinend, denn ich sehe nur alte Frauen hinter den Vorhängen meine Aufbauarbeiten beobachten. Nicht nur 1 Minute, das könnt ihr mir glauben. Die direkte Nachbarin steht auf der Terrasse und lauscht sogar noch dem Gespräch zwischen mir und meiner Mutter. Hauptsache beim nächsten Kaffeeklatsch genug Stoff zum Tratschen. Na, herzlichen dank auch!

So, meine lieben Leser, dies war nur ein Ausschnitt aus meinem Bluthochdruck treibenden Leben. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass ich noch hätte weiter machen können. Ich reiße mich aber mal zusammen, denn sonst hätte ich die Liste leicht verdoppelt!

Es ist nicht ganz so geworden wie bei dem guten Konna, aber künstlerische Freiheit nehm ich mir ja gerne mal raus.

Ehe ich nun mein Schreiben beende, schmeiße ich das Stöckchen noch schnell weiter an atomality, kunterbunt und dem thercadier. Nehmt das Stöckchen auf und kotzt euch aus….höhö

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6 Responses to So so….

  1. leaclow says:

    Das Stöckchen nehme ich gern und werde mich sogleich daran machen, es zu nutzen=)
    Hoffe, du bist von einem Herzinfarkt verschont geblieben?
    Mir ist noch gar nicht aufgefallen, dass die meisten Discounter tatsächlich nur vier Buchstaben haben – ist wohl am griffigsten…

  2. kuschelpunker says:

    oh, da freu ich mich ja drauf. bin mal gespannt worüber du dich so aufregen kannst.
    der herzinfarkt blieb aus, grenzwertig war es dennoch.

  3. konna says:

    Der Hammer! Ich wusste, dass du der richtige für das Stöckchen bist, auch wenn ich damit deiner Gesundheit vielleicht nicht so sehr geholfen habe. 😉

    Wunderbar geschrieben und ich habe mich des öfteren laut „Ja!“ rufen hören – zumindest in Gedanken.

    Wobei ich das Wetter eigentlich mag, zumindest solange man nicht in Bussen sitzen oder dabei arbeiten muss. 😀

    Danke, dass du dich des Stöckchens angenommen hast.

  4. kuschelpunker says:

    du wusstest, dass ich der richtige für so ein stöckchen bin? – verdammt, is meine duftmarke so deutlich? „g“
    mach dir keine sorgen, ich reg mich auch ohne aufforderung auf!;)

    was mich besonders freud ist deine schreiberische meinung zu diesem artikel. „wunderbar geschrieben“ ist ein kompliment, vor dem sich kein schreiberling verstecken möchte, oder?

    ich finde es beängstigend, dass du mir in einigen dingen zustimmst. möchtest du auch herzinfarktgerährdet werden, oder sind wir uns so ähnlich, dass man meinen könnte, der postbote ist versetzt worden! 😀

    bedanke dich nicht für die annahme des stöckchens. so eine vorlage lasse ich mir selten entgehen!

  5. thearcadier says:

    Oh, ein Stöckchen kommt geflogen. Welch Ehre! Ich werde es auf jeden Fall aufsameln, aber vorher werde ich noch selbiges mit meinen Gedanken tun.

  6. Pingback: Stöckchen gefunden… « Der rote Hai

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