Die armen Reichen

Ich als bekennender TV-Junkie habs nicht wirklich nicht leicht. Das Hartz IV-TV kann ich nachmittags ja noch umgehen, elegant bevölkere ich zu der Zeit meine Couch oder sehe mir meine Blogstatistiken an. Jetzt läuft gerade „Eine schrecklich nette Familie“, kann man sich nebenbei antun. Hoch anspruchsvoll ist es nicht, aber jetzt Thomas Mann zu lesen hab ich nicht wirklich Lust. Abends kann man bequem die Krimis auf Vox sehen. Vertreibt einem gut die Zeit. Nachts wird es dann angenehmer für mich. Da laufen die Reportagen auf Phoenix, N24 und Co. Gelegentlich hat sogar das ZDF was nettes an zu bieten.

Gestern durfte ich mir etwas ansehen, dass mir fast die Sprache verschlagen hat. Meine lieben Leser, ich muss euch etwas trauriges mitteilen. – Den Reichen geht das Geld aus! Ja, ihr habt richtig gelesen. Die Reichen werden arm….oder so ähnlich. Vor wenigen Wochen noch, da schwammen sie alle im Geld, tranken Champagner, kauften Jachten und fette Klunker für ihre jungen Dreilochstuten. Jetzt ist es soweit, dass es nur noch Champagnerund Jachten, aber keinen dicken Klunker mehr gibt. Diamanten sind nicht mehr gefragt. Der schnöde deutsche Einzelhändler wird es verschmerzen, denn so viele Berühmtheiten kaufen bei mir in der Gegend nicht ein. In Hamburg mag das anders aussehen, aber ich denke, dass auch die nicht verhungern werden. Sollten alle Stricke reißen, dann gibt es ja immer noch das Arbeitsamt. Verhungern muss also keiner der Anzugträger. Bei den Bergarbeitern in Afrika sieht es da schon anders aus.

Da die Preise für Diamanten stark gesunken sind, kann es sich ein großes Unternehmen wie DeBeers nicht mehr leisten weiterhin abbauen zu lassen. Der Rohstoff wird verknappt um die Preise wieder artig in die Höhe zu schrauben. Man will ja seine Profite nicht auf 0 fahren, oder? Diamanten werden also gehortet. Die Abbauunternehmen finden keinen ausreichenden Absatzmarkt mehr, so dass die Arbeiter – mit einem Monatslohn, der nicht mal meine kleine „Einkommenshöhe“ erreicht – in großen Gruppen entlassen werden müssen. Die Mienen stehen still. Müssen sich jetzt ganze Ortschaften in Wohlgefallen auflösen, weil auch hier Hypotheken nicht bezahlt werden können? Flüchten die Einwohner, da Lebensmittel auf Asphalt nur schwer gedeien können? Was wird aus den Mienen? Wird sich nach 1 oder 2 Jahren wieder Betriebsamkeit einstellen, oder muss man Menschen durch Kojoten ersetzen? – Ich habe darauf keine Antwort. Ich weiß nur was mir das Fernsehen gezeigt hat. Eine schöne tiefe Kuhle, die man prima mit Wasser füllen könnte. Ein Spaßbad für reiche Touristen. Sofern die sich das leisten wollen in diesen harten Zeiten, da sie ihren Gespielinnen keine gepresste Kohle mehr kaufen können. Man hats halt nicht leicht in diesen harten Zeiten.

Da ist die Aussage eines norddeutschen Unternehmers doch vollkommen fehl am Platze. Von wegen, vermögende Menschen müssen in diesen finanziell schweren Zeiten ihr Geld ausgeben anstatt es zu horten. Was soll denn das? Blöde soziale Verantwortung! Kann man denen doch nicht antun. Bloß nicht unter Druck setzen, sonst kommen die lieben Menschen noch durcheinander und wissen nicht mehr ob sie zuerst die Jacht oder doch den Ferrari bestellen sollen.

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