Bürokraten und andere pussierliche Tierchen

Als ich gestern mit Kopfschmerzen nach hause kam und mich einfach nur mal ne Stunde hinlegen wollte, da dachte ich noch nicht an die folgenden Stunden. Leicht genervt legte ich mich gegen 18 Uhr auf meine Couch. 5 Minuten vergingen und ich war kurz vor einem komatösen Schlaf. Leider klingelte es. Als verantwortungsvoller Bewohner von 4 warmen Wänden torkelte ich zur Tür, betätigte den Summer und verharrte in meinem verschließbaren Loch in der Wand. 2 Damen mittleren Alters schnauften sich die Stufen zu meinem Domizil rauf. Noch völlig außer Atem presst sie folgende Sätze hervor:

„Schönen guten Tag! Wir wollten einmal mit einem Menschen sprechen, der sich für den Weltfrieden interessiert und dazu vorbringen was die Bibel dazu sagt.“ – Meine Gesichtszüge entglitten mit jedem Wort etwas mehr. Meine Antwort:

„Ich glaube nicht an Gott, glaube an die heilende Kraft des Bieres und christliche Fundamentalisten nerven mich nicht nur wenn ich gerade versuche ein zu schlafen!“ Ich habe mich für weitere Worte nicht mehr interessiert und so schmiss ich meine Tür zu. Es war mir egal ob „Zeugen Jehovas“ „Scientology“ oder nur bekiffte Protestanten. Eine Religion die es nötig hat ihren Glauben wie schlechte Zeitschriften an Türen zu präsentieren kann nicht meine Religion werden! Nachdem ich dann doch noch schlafen konnte, meine Kopfschmerzen aber nicht aufhörten, hörte ich auf. Ich hörte auf Rücksicht zu nehmen und schaute fern. Fußball ist ein guter Zeitvertreib. Nebenher noch ein wenig am Rechner sitzen und dann vergeht der Abend auch im nu.

Heute morgen ein wenig verschlafen. Was bekomm ich auch, mitten in der Nacht, einen Termin bei der ARGE. 9 Uhr antanzen! Vorteil – die Berater sind noch nicht ganz so genervt. Meiner ist es gewesen und hat mir leider ein paar Fehlinformationen mitgeteilt, die glücklicher weise meine Aufseherin im HartzIV-Aufbewahrungslager im nach hinein flink wieder ausbügeln konnte. Schwein gehabt! Nach 1,5 Stunden bin ich dann auch wieder raus, aber nicht ohne mir einige Dinge merken zu können.

1. Sei stets freundlich zu einem Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, denn du weißt nie wann du ihn wieder brauchen kannst. Es gibt keine 2. Chance für einen ersten Eindruck!

2. Egal wie sehr du dich ärgerst, hau nicht auf Büromaterial ein, tut dir mehr weh als den Tischen und Stühlen. – so jedenfalls sah ein Kunde, der aus einer anderen Tür kam aus.

3. Es ist immer ratsam sich vorher einen Termin zu holen. Die Warteschlangen sind dann nicht so lang. ( Heutige Wartezeit bei mir: 20 Minuten! – ohne Termin käme ich locker auf das 3fache)

4. Es ist jedem klar, dass man mittellosen Menschen ihre Mittellosigkeit auch ansieht. Nicht mit dem Finger drauf zeigen, denn du weißt nie wie es bei dir in den nächsten 12 Monaten aussehen kann. Bedenke, dass auch du in den wenigsten Fällen Hollywoodmode von G&B, BOSS oder sonst wem trägst.

5. Vor und nach einem Gespräch ist es nötig sich noch mal nen Sargnagel an zu stecken. Vorher, weil du ruhiger bist und es ein wenig die Angst vertreibt – Nachher, weil du dir so das Gefühl benebeln kannst, dass du nur Dreck bist und deine bisherige Lebensplanung eh nur Mist gewesen ist… und überhaupt taugst du ja zu nichts!

6. Bist du wieder zu hause oder wo auch immer, informiere dich ob das was der Bürokratenhengst dir sagte auch stimmt. Erwarte keine Nachsicht von ihm, aber Gesetzestexte sind nicht immer nur zu deinem Nachteil.

Ach ja, die lieben Sorgen mit dem Amt. Haste kein Geld und bist auch noch arbeitslos, dann haste solchen Ärgern. Haste aber Geld und kommst über die Runden, dann gilt deine einzige Sorge dem Datum, denn dein Geld soll ja möglichst länger als zum 20. eines Monats reichen. Solltest du mal, wird nicht vielen von uns vergönnt sein, viel Geld haben, dann biste ein Snob, Angeber oder was auch immer. Wie man es macht, man machts verkehrt. Ob ich Geld und Besitz jetzt für ne doofe Erfindung halte? – Liegt immer im Auge des Betrachters. Soll jeder für sich selber entscheiden. Aber bitte verkneift euch euren Neid. Ich kann Menschen nicht ausstehen, die ihren Arsch nicht hoch kriegen aber denen, die es getan haben, ihren Erfolg missgönnen. Deutschland mit seiner Neidgesellschaft ist noch anstrengender als Thomas Gottschalk am Samstagabend mit „Wetten Dass…?“ Wer hart arbeitet und sich nichts zu schulden kommen lässt, soll auch den gerechten Lohn dafür erhalten. Hart arbeiten, mist bauen und dann noch Boni verlangen ist hingegen eines der größten Verbrechen an einer finanziell kränkelnden Gesellschaft und gehört mit auspeitschen oder alle Folgen „Super Nanny“ hinter einander schauen bestraft!

Advertisements

2 Responses to Bürokraten und andere pussierliche Tierchen

  1. thearcadier says:

    Beeindruckender Text, wirklich. Deine Ansichten gefallen mir, sollte man mal irgendwie weiterverbreiten. Das wäre ein großer Schritt zur Bekämpfung der Klischees.

  2. kuschelpunker says:

    ich danke dir für dein lob!

    ja, manchmal kann ich auch vernünftige ansichten haben und nicht nur dumfug schreiben. ob man mit meinem text allerdings klischees bekämpfen kann wage ich mal zu bezweifeln. viel menschen hören einfach gerne mal weg wenn die vorgefertigte meinung von jemande anderem als einem bild-redakteur stammt!

%d Bloggern gefällt das: