Day Wars – Der Kampf

Ach ja…..

 

Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Wie kommt das „Betreten verboten“-Schild auf den Rasen? Haben Möwen ein Ziel wenn sie da oben so durch die Luft segeln? Fragen über Fragen, doch kaum einer wird die Antwort kennen. Ich leider auch nicht.

Gestern war Montag, heute Dienstag und morgen wird der Mittwoch uns beglücken. Klasse, oder? Immer gleicher Rhythmus, immer die gleiche Lethargie. Aufstehen, jemanden im Spiegel sehen, der dir eindeutig zu verstehen gibt, dass der Tag noch zu jung ist um an Modelwettbewerben teil zu nehmen. Nachdem man dann versucht hat aus sich einen Menschen zu machen zwängt man sich ein wenig Frühstück rein. Oft Kaffe und ne Kippe, bei mir nur die Kippe. Ungesund? Mir egal. Träge Bewegungen, denn der Berufsverkehr naht. ÖPNV. Alles voller Menschen. Ein widerliches Pack! Schlimmer noch, es sind viele halbfertige Menschen unterwegs. Kinder. Jugendliche. Warum müssen die so laut sein? Ich brauch keinen Alkohol um schon morgens genervt zu sein. Eigentlich doch Lust auf ein Bier. Zu früh dafür. Noch ein wenig gesunder Menschenverstand in mir. Glück gehabt. Noch keinen Ausraster.

 

Lese in der Bahn die Rückseite der Zeitung. Den eigentlichen Leser kenn ich nicht, doch die Schlagzeilen scheinen sich zu wiederholen. Es geht wieder ein C-Promi in den Knast. Wen interessiert das? Seine Mutter hat anscheinend von ihrer eigenen Schönheitscreme genascht und ist verwelkt. Arme Uschi Glas! Wen interessierts?

Ein großer Hamburger Fußballverein darf von seinen Anhängern nicht gesehen werden. Keine Live-Übertragung im TV. Mir auch egal. Meisterschaft. Wer wird wohl diese Saison Deutscher Meister? Könnte mir fast egal sein, denn mein Verein ist eh nicht dabei.

Der Mann blättert um. Die Frau neben mir scheint sich auch grad um zu drehen, von innen nach außen, so riecht es jedenfalls. Mir wird schlecht. Irgendwo hinter mir kann jemand nicht an sich halten. Frau riecht aus dem Mund und ein anderer aus der Hose. Ich bin bedient. Versuche mich auf die Zeitung zu konzentrieren.

2 Länder haben Schiffe versenken gespielt. Kein Sieger. Na ja, vielleicht die Natur, denn explodiert ist nichts und Wale haben sich auch nicht an den Untersee tauglichen Riesenzigarren gestoßen. Bravo!

 

Es ist Dienstag und brauche was um meinen Energiehaushalt wieder auf Vordermann zu bringen. Kantine auf der Arbeit, billige Brötchen, so schmecken sie manchmal auch. Egal, denn die Dame gibt sich immer Mühe und ist freundlich. Endlich mal jemand. Heute das erste Lächeln was ich bekomme. Ein klein wenig freu ich mich. Ob ich dankbar bin? Keine Ahnung, denke aber eher nicht. Ich bin nur einer von vielen Gästen ihres Etablissements. Rückzug. Ich brauche Ruhe. Keine Chance. Voll sind meine Hände mit Essen auf einer Art Tablett, voll scheinen auch die Köpfe mancher Kollegen zu sein. Müssen die sich bei mir entleeren? Ich will doch nur meine Ruhe. Was soll das denn jetzt? Ich überlege ob es in der Nähe ein leeres Haus gibt, das ich mal für 2 oder 3 Stunden besetzen kann. Nur ein wenig Ruhe. Ärger mit den Vorgesetzten. Kommt zum Glück nicht jede Woche vor. Man lässt mir was durchgehen und schmunzelt nur. Danke!

 

Es ist Dienstag und ich frage mich warum auf einmal auch dieser Wochentag so bescheiden ist. Eigentlich ist doch der Montag der Tag, der in seiner Daseinsberechtigung drin stehen hat, dass er uns in quälender Regelmäßigkeit nerven darf. Nimmt der Dienstag dem Montag jetzt den Job weg? Arbeitsplatzkampf unter den Wochentagen? Was macht der Montag dann? Doof in der Gegend rum stehen? Ich bin verwirrt ob der Feindseligkeiten unter den Wochentagen. Vielleicht ein Trick um uns Menschen eine Aufgabe ab zu nehmen und uns so all mehlig den Rang als oberste Nervensägen der Welt ab zu laufen. Schleichende Revolution nenn ich so was. Wo währe denn unsere Daseinsberechtigung wenn wir nicht mehr nerven dürften? Was wenn nach dieser Aufgabe, die nächste Folgt und wir auf unserem Riesenspielplatz auf einmal kein Schiffe versenken mehr spielen dürften? Ich bekomme Angst. Sehe mich ständig um ob nicht hinter mir ein Wochentag steht und mich bedroht. Dem Samstag würd ich das ja zutrauen, denn der versucht uns ja regelmäßig mit Alkohol taub, blind und vollkommen handlungsunfähig zu machen. Die Sau!

 

Der Sonntag tut mir ein wenig leid, denn der ist ja immer so ruhig und gediegen. Er strotzt richtig vor Entspannung. Bei einem Kampfversuch würde der unterwegs glatt einschlafen. Arme Sau!

 

So ist das eben mit den Tagen. Gibt es eine Wochentagsphobie? Kann ich die auch kriegen? Will ich die kriegen? Befreit das von irgendwas, so wie Hartz IV eine GEZ-Befreiung nach sich zieht?

 

 

Bin gespannt wann die Monate in den Kampf einsteigen werden. Sind sie es vielleicht schon und wir haben es nicht gemerkt?

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2 Responses to Day Wars – Der Kampf

  1. reizzentrum says:

    Sei mein Philosoph!

  2. kuschelpunker says:

    sokrates für arme….für ganz arme!

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