Gute Vorsätze

Es ist vollbracht. 2008 liegt nun hinter uns. Was haben wir da wieder für ein Jahr überstanden? Der eine hat soviel Schwein gehabt, der braucht keine guten Vorsätze für das neue Jahr und der andere will nur vergessen und schießt sich alle Lampen, inklusive Notstromaggregat aus. Was sollten wir uns als gute Vorsätze ausdenken? Sollten wir uns unserer christlichen Werte besinnen um anderen Religionen den inneren Einmarsch zu erschweren? Muss es ein Vorsatz aller sein mehr zu sparen und so das marode Bankensystem mal aus der Patsche zu helfen? Vielleicht ist es aber auch besser sich in Schulden zu stürzen um die Wirtschaft an zu kurbeln? Ich weiß es nicht, ich will es auch nicht wissen.

Ich habe mein Jahr so abgeschlossen wie ich es begonnen habe – im Vollrausch! Letztes Jahr noch allein rein gekommen, hatte ich dieses Jahr die Möglichkeit mit meiner Liebsten zusammen sein zu dürfen. Nicht in trauter Zweisamkeit, aber immerhin zusammen. Gutes Essen, diverses – besser – ungezählte Gläser Wein und angenehme Unterhaltungen. Gegen 0 Uhr dann der Weg an einen der schönsten Orte Hamburgs, an die Alster. Ein Blick nach oben und mir wurde bewusst wie viele Farben unsere Welt doch hervor gebracht hat. Raketen, ich weiß nicht in welcher Taktung, aber es ging alles sehr fix. Wer die Erwartung an einen ruhigen, romantischen und schwarzen Himmel hatte wurde kläglich enttäuscht. Es krachte, es blitzte und ich verstand die Welt nicht mehr. Alle Jammern, alle zetern gegen die Wirtschaft, ihre Manager und deren Einfluss, gleichzeitig wurden in dieser Nacht aber hunderte von Oironen in die Luft geschossen und verschwanden auf nimmer Wiedersehen. Entscheidet euch doch bitte mal, entweder ihr meckert oder ihr nehmt hin, haltet die klappe und verprasst auch eure letzten Hoffnungen auf einen vorzeitigen Ruhestand!

Es hatte Stil dieses Jahr 2008. Hin und her gerissen von Wut, Angst und Neid verschlangen uns die Tage wie die Nacht die Sonne. Es wurde immer mehr klar, dass wir Melkkühe für Menschen sind, denen der Hang zur Realität nur all zu offensichtlich verloren ging. Immer neue Regelwerke wurden durch Springer und vielen anderen vor unsere Augen geworfen. Futter für für unseren Neid, Wasser für unsere Angstmühlen. Aufstand? Wo denkt ihr hin. Revolution ist in diesem Land nicht mehr möglich, denn dazu müssten wir ja den sauber gepflegten Rasen betreten. Wen kümmerts? Mich nicht mehr. Ich resigniere. Zahlte man früher noch den „Zehnten“, so ist es heute der „Zweite“, der auf alles was man sich erarbeitet hat zu entrichten ist. Was dagegen tun? Ich habe auch hier keine Antwort parat. Man sehe es mir nach.

Kommen wir zu den Vorsätzen zurück. Vielleicht sollte man mit dem Rauchen aufhören, vielleicht weniger Alkohol trinken oder wieder einmal ein gutes Buch in die Hand nehmen? Ich überlasse es euch meine lieben Leser. Meinen Vorsatz habe ich bereits. Ich werde versuchen mich weniger auf zu regen und einfach mehr zu tun. Bin ich nicht immer noch meines eigenes Glückes Schmied? Bin ich nicht immer noch ein Mensch der sein Leben durch Denken und Handeln selbstbestimmt gestalten kann? Ich glaube schon. Ich hoffe nur, dass meine Resignation nicht überhand nimmt, mich weiterhin die Geschichten und Leiden meines Umfelds interessieren und ich weitgehendst selbstbestimmt mein Jahr 2009 für mich zum Guten gestalten kann.

…und ich hoffe das die Bauarbeiter in meinem Kopf bald fertig mit bauen sind, was auch immer es werden wird, ich hoffe sie sind bald fertig!

Advertisements

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: