Freundin vs. Mutti

Es ist geschafft. Weihnachten ist vorüber. Die Geschenkeorgie ist vorbei. Die Völlerei, bei Christen gerne als Sünde abgetan, hat ein jähes Ende gefunden. Wie so viele von euch auch, habe ich gutes Essen genießen dürfen. Ich mag es gerne schlicht, ein bisschen Fleisch, dazu etwas aus einer Kartoffel Gemachtes und mir geht’s gut. Mit der Schenkerei bin ich, wie meinen ständigen Lesern bekannt sein dürfte, zurückhaltender weise durch die Tage gekommen. Zählt aber nicht fürs Essen. Ich weiß ja nicht wie es euch ergangen ist, aber ich konnte mich heute morgen nur mühselig aus dem Bett kugeln. Meine Vorsichtsmaßnahme war die Idee, während der Feiertage, auf das Frühstück zu verzichten. Blöde Idee, ganz schlechte Nummer.

Jung, du hast ja kein Frühstück gehabt, nimm doch noch mal ne Scheibe Fleisch.“ – Bitte? Der Fürsorge einer Mutter kann keiner so schnell entkommen. Ich habe lieber erst gar nicht versucht ihr meine Idee zu verkaufen. Gegen Mütter ist man machtlos. Sie kochen wie Göttinnen, machen sich Sorgen wenn du versucht weniger zu essen, du könntest ja in die Magersucht verfallen und meckern wenn du zu dick bist. Meine Mutter ist genau so ein Exemplar. Ich kriege nicht genug von ihrer Küche, so sehe ich auch definitiv aus, es ist also nicht weiter verwunderlich das ich an den ganzen Feiertagen auf keine ihrer Speisen verzichten wollte. Um mir euren Neid zu ersparen, oder aber hier eine Diskussion über diverse Lieblingsessen an zu Zetteln, erspare ich euch eine genaue Auflistung. Soviel sei aber gesagt, es hatte was mit viel Fleisch und Sahnetorte zu tun. – Nicht in der selben Mahlzeit, will mir ja nicht den Magen verderben!

Wenn Mann eine Lebensgefährtin – ihr wisst schon, es kommt von Lebensgefahr – an seiner Seite hat ist es oft nicht einfach. Die Frau kocht ja doch meist anders als die Mutter. Schlimmer noch, Frau versucht einem Gemüse nahe zu bringen und Mutti weiß ganz genau, dass das wenig Sinn hat und macht mit Absicht schon weniger, denn ein Löffel reicht ja pro Mahlzeit. Da ist Explosionspotenzial vorhanden, das kann ich euch sagen. Frau versucht einem ja auch gerne ihre Ansichten von Essen bei zu bringen. Mehr Abwechslung soll es sein, mehr Vitamine und die Portionen nur noch halb so groß wie früher. – Welch Fehler! – Mutti kennt mich besser. Die weiß ganz genau was ihr Sprößling braucht um ein Lächeln in sein Gesicht zu zementieren. Während Freundin also ihre Schiene verlässt und aufgibt, hat Mutti sich schon fast daran gewöhnt, dass ihr Sohn öfter als ein mal die Woche bei ihr ist. Auch wenn Sohn den Vorwand einer einfachen Unterhaltung vorschiebt, so weiß doch jeder, dass er sich nur mit dem Essen, aber nur ungern länger als 2 Stunden mit der Mutter unterhalten möchte.

Um den Seelenfrieden nun wieder zu retten ist es ganz wichtig Feingefühl zu zeigen. Der Freundin muss man unbedingt wieder das Gefühl geben, dass sie eine Kochkunst an den Tag legt, die zwar nicht die der Mutter ist, aber dennoch satt macht und vor allem seeeehr lecker ist. Entspricht übrigens der Tatsache, denn wenn man das viele Gemüse weg lässt bleibt ja immer noch Fleisch über! – Ich kann an dieser Stelle eine Träne verstehen wenn es Gemüsepfanne gibt!!!! Mutti sagen wir dann, dass wir uns eigenständig dazu entschlossen haben mehr zu hause und nicht mehr an Mutti Zitze rum zu hängen um satt zu werden. Die Freundin wird so keinen Streit mit Mutti bekommen – unschön für jeden Mann wenn 2 Frauen sich um die Fütterungsrechte balgen, denn es besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass beide in der Qualität nachlassen weil sie glauben es ja doch nicht so gut machen zu können wie die andere ! – und der Mann bekommt weiterhin von 2 Frauen das was ihm am liebsten ist. Von der einen Liebe und gutes Essen und von der anderen immer noch den liebevollen Versuch das Essen durch entsprechende Nahrungsmittel farblich bunter zu gestallten.

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