Generation Bluetooth

Ein Mensch ist ein Mensch ist ein Wesen, das Informationen preis gibt. In meinem Hatz IV – Aufbewahrungslager habe ich jeden Tag mit den unterschiedlichsten Charakteren zu tun. Ein Sammelsurium an Geschichten, Erlebnissen und immer wieder auch ein Spiegel der realen Arbeitswelt. Gut, arbeiten tun die meisten hier nicht wirklich viel. Es ist halt eine Beschäftigungsmaßnahme. Sollte man nicht vergessen. Jeder hat also viel Zeit um sich zu unterhalten. Da hört man von gescheiterten Existenzen, Familiengegebenheiten, die wir nur aus dem Fernsehen von der Super Nanny kennen, oder gerne auch mal von Unternehmer, die nicht durch Misswirtschaft sondern durch zahlungsunfähige Kunden kombiniert mit einer shoppingsüchtigen Ehefrau, gescheitert sind. Es gibt hier wirklich Menschen die mir leid tun. Ich bedaure sie schon fast. Ändern kann ich nichts und wenn ich mir die Leute anschaue brauch ich es auch nicht, denn sie haben sich mit ihrem Leben schon gut arrangiert. Diese Menschen haben nicht verlernt zu lachen. Immer zu einem Smalltalk aufgelegt, immer einen kleinen Scherz auf den Lippen. Von ihrem Schicksal erfährt man oft erst nach vielen Wochen bei einem Bier oder wenn es besonders schlecht um deren Gemüt steht. Niemand hat es nötig mit seinem Leben zu prahlen. Es gibt auch nichts zum prahlen. Wer den Offenbarungseid geleistet hat braucht darauf nicht stolz zu sein. Ich habe hier gelernt, dass es immer wieder einen Grund gibt um den Kopf aus dem Sand zu holen. Die Kleinigkeiten sind hier wichtiger den je, sind eigentlich sogar der Grund weshalb man sich von seinem Mageren Einkommen – mit dem man nie wirklich ein Auskommen hat – nicht einen guten Strick und einen festen Balken kauft. Manchmal hört man hier aber auch so komische Dinge, dass man sie in ein Buch bannen sollte, weil das Fernsehen sonst nicht auf solche Geschichten kommt. Ich möchte hier nicht ins Detail gehen, es währe den Personen gegenüber nicht fair!

 

Heute ist mir eine Geschichte zugetragen worden, die ich, obwohl selber noch nicht so lange aus der Schule, fast nicht glauben wollte.

Ich sitze ahnungslos so in der Gegend rum, bin gerade im Begriff eine zu rauchen, da werde ich in ein Gespräch verwickelt. Ihr wisst schon, eines dieser komischen Gespräche.

 

Die Junge Frau erzählte mir von ihrer Tochter, die kleine ist 14 Jahre alt, und ihrem Handyerlebnis. Da kam doch gestern ihre Tochter nach hause und zeigte erstmal ihr Mobiltelefon. Mit den Worten „Mama guck mal.“ überreichte  sie das selbe ihrer Mutter. Was die da zu sehen bekam war schon klasse. Anscheinend wir die Sexualerziehung in deutschen Schulen immer noch, oder schon wieder, von Handys mit Bluetooth übernommen. Die 14 jährige hatte in ihrem Handyspeicher eine ganz Ansammlung von Pornobildern. Entweder, die Mitschüler übernehmen jetzt die Erziehung im Biologieunterricht, oder wir müssen den Lehrern mehr Geld bezahlen, dass sie es unterlassen auf diese Weise den Kinder zu veranschaulichen wie Mensch sich paart! Merkwürdig fand ich auch, dass diese Bilder von einem MÄDCHEN zu einem anderen MÄDCHEN weitergeleitet wurden. Eigentlich kenne ich so was nur von JUNGS. Verkehrte Welt, oder züchten wir uns eine Generation Frauen heran, die uns bald erzählt was man mit den Geschlechtsorganen so alles machen kann? Vergewaltigen Frauen bald Männer? Muss man das daraus schließen? Vielleicht finden sie es aber auch so abstoßend, dass die nächste Generation 18 jähriger bald, in der Mehrheit, die gleichgeschlechtliche Liebe bevorzugen. Ich bin verwirrt und wittere bald noch eintönigeres Pornomaterial in den Videoläden und im Internet. Seid „tatoo“, dieser russischen pseudolesben Band, wissen ja auch die älteren von uns wie es aussieht wenn 2 Frauen sich mit den Zungen küssen. Mtv hats gezeigt. Ich bin einer der, laut vielen im alter meiner Eltern, sich zu der glorreichen Mtv-Generation zählen muss. Wie nennen wir die nächste Gernation? „Generation – Bluetooth“? Ich glaube die Jambageneration wird sich noch halten und durch die eben genannte prima ergänzt werden können.

Ein hoch auf unseren technischen Fortschritt, ein hoch auf die Arbeitskraft von 2 Elternteilen, die dann beide nicht auf ihr Kind acht geben müssen. Schieben wir hier aber niemandem die Schuld zu, währe nicht fair. Freuen wir uns einfach, dass 2 Elternteile es schaffen ihrem Kind alles zu ermöglichen, unter anderem das neueste Handy mit dem neuesten und natürlich wichtigen Spielkram. Ich hatte so was früher nicht. Ich musste mich mit über 18 Jahren erst mal an so ein Ding gewöhnen. In der Jugend lernt man eben leichter, da haben die Jungs und Mädels von heute uns echt was voraus. Ein Dank an die netten Erfinder, einen Dank an die Inflation, Dank auch an die Arbeitgeber, sie alle haben es möglich gemacht, dass unsere Jugend in ihrer Prägungs- und Lernphase alle erdenklichen Mittel zur Verfügung hat um schneller erwachsen zu werden als uns lieb ist! Sich an neue Dinge zu gewöhnen fällt, neben dem Lernen, im alter auch nicht mehr so leicht.

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2 Responses to Generation Bluetooth

  1. Doc Cooper says:

    Die Vorteile dieser Entwicklung liegen ja auf der Hand. Habe der Tochter auch eine Pronoflatrate eingerichtet, da die Gattin beruflich sehr eingespannt ist und sich nur selten zur neuen Ideenentwicklung im Internet unsehen kann. Seit Tochter und Gattin sich bei den sonntäglichen Kirchenbesuchen nun regelmäßig darüber austauschen, hat nicht nur das eigene eheliche Sexualleben enorm an Varianten dazu gewonnen sondern das der ganzen Stadt! Also Bluetooth ist doch toll, oder? oO

  2. kuschelpunker says:

    unter dem gesichtspunkt is die erfindung echt nicht so schlecht. bin mir aber wirklich nicht sicher ob ich das xxxleben von anderen auf diese weise kennenlernen muss oder minderjährige das müssen. die kirche is aber ein toller ort um diese dinge aus zu tauschen, das gebrabbel von der kanzel is ja manchmal echt nicht zu ertragen. …. meistens, eigentlich immer nicht zu ertragen! ^^

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