Neues aus dem Freilichtmuseum

Na das sind ja mal Neuigkeiten. Ich steh da heute morgen an der Bahn und schaue auf den Bildschirm am anderen Ende der Gleise. Was ich da sehen muss is ja echt der Hammer, hab ich so noch gar nicht gewusst.

 

Da erzählt mir der Bildschirm doch glatt, dass die Kluft zwischen arm und reich immer größer wird. Welch noch nie mitbekommene Information. Die Bundesregierung, allen voran die Mutter der Nation, Frau Merkel, haben sich in den letzten Wochen ja redliche Mühe gegeben, durch neue Berechnungsarten, Arbeitslosenzahlen zu schönen und das Bayern bei der PISA-Studie auch nur seine besten Schulen ins Rennen schickt ist ein offenes Geheimnis. Es wird an allen Ecken und Enden geschönt und manipuliert. Kann man ja aber auch verstehen, oder? Schließlich will man ja gut dastehen. Zurück zur Kluft. Angeblich haben wir die größte Kluft zwischen Arm und Reich ALLER Industrienationen. Kann ich gar nicht glauben. Meine Damen und Herren, da liegt doch der Verdacht nahe, dass die anderen Nationen bescheißen. Ich kann nicht glauben, dass z.B. Frankreich mit seinem Migrantenproblem eine weniger große Kluft hat als wir. Kann mir doch keiner erzählen. Uns geht es doch gut. – Das höre ich jedenfalls immer wieder aus allen Ecken. Man darf ja nicht vergessen, dass selbst einem gesperrten HartzIV-Empfänger ( dies passiert durch Nichteinhaltung von Auflagen, dann werden Teile der Gelder gesperrt. Hierbei handelt es sich aber nur um die Zahlungen, die zum Kauf von Kaviar, der neuesten Mode von Verarsche und dem wöchentlichen Puffbesuch bestimmt sind ) noch Essensmarken zustehen. Verhungern wird hier also niemand. Es geht uns also gut. Seid der Einführung des Oiro – ich meine in den Wirtschaftskreislauf – sind Lebensmittel und Exportwahren um ein Vielfaches im Verkaufswert gestiegen. Doch uns geht es gut. Ok, gibts eben nicht mehr jedes Jahr ein neues Auto. Nun stellt euch mal nicht so an Leute. Man muss auch nicht immer mit der Mode gehen, tragt ruhig die Kleidung, die vor 10 Jahren IN war. Wichtig ist doch nur, dass ihr was auf der Haut tragt. Ungewaschene Haut will ja keiner sehen. Wir müssen nicht jeden Tag duschen. Absolut nicht notwendig, soll ja auch gar nicht gut für die Haut sein. Nun gut, da streiten sich die Gelehrten. Es sei ihnen gegönnt.

 

Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg hätten heute nichts zu lachen. Sollte mal jemand auf die Idee kommen einen Vergleich zwischen den Jahren um 1900 und heute zu ziehen, wird er sehr schnell feststellen, dass es uns heute sehr gut geht. Wir heizen nicht mehr mit Kohle, einen Kaiser haben wir auch nicht mehr und Herr Bismarck hat mit der Einführung der Sozialversicherungen einen guten Dienst an uns getan. Dass genau diese Versicherungen sich langsam nicht mehr tragen, siehe Rentenversicherung, dafür kann er ja nix. Unternehmen werden gelegentlich auch davon abgeschreckt. In China gibt es so ein ausgefallenes Sozialsystem nicht. Wer nicht spurt wird ersetzt. Da drüben gibt es ja auch genug Arbeitskräfte. Vielleicht sollten wir in diesem Lande auch mal ein wenig von unseren Forderungen zurücktreten. Uns geht es doch gut, da kann man ruhig mal ein wenig gerechter zu sich und seiner Umwelt sein. Vielen geht es schlechter als uns, denen muss geholfen werden. Wenn ich es mir genau überlege, dann sollten wir unsere Anforderungen noch höher schrauben. Hoffentlich schreckt das dann noch mehr Unternehmen ab und wir helfen der Welt. Macht ein reines Gewissen und einen ruhigen Schlaf. Schließlich wird uns immer wieder eingebleut, dass wir nach 1945 eine Menge an der Welt gut zu machen haben. Bei so vielen Denkmälern muss man ja aufpassen wo man hinläuft. Gut daran ist aber definitiv, dass wir das wohl größte Freilichtmuseum der Welt sind. In dem Fall sind wir auch wieder Spitzenreiter, zeigen der Welt wie wir uns von unserer Geschichte vereinnahmen lassen und sie immer wieder fragen ob wir etwas machen können oder nicht. Wie, die Geschichte ist keine Person? Da es ja noch viel zu viel Ausland auf der Welt gibt, ist gerade unsere Geschichte in sehr vielen Bürger anderer Staaten mahnend verwurzelt. Ihre Billigung unserer Nation erkaufen wir uns immer wieder gern durch Handeslverträge. Ja, uns geht es gut. Unsere Nation wir immer wieder erkauft, wir werden in unserem eigenen Museum zur schau gestellt und Hunger leiden müssen wir auch nicht. Vielleicht mal auf Kino verzichten oder das neue Auto. Anderen geht es ja viel schlechter als uns, daran sollen wir uns messen lassen, müssen wir uns messen lassen. In Afrika frieren sie im Winter, komisch gibt es da doch nur selten Schnee. Pelzmäntel sieht man da keine, also muss es denen ja schlecht gehen. Dieser Umstand lässt keinen anderen Schluß zu.

 

Also merkt euch gefälligst:

 

Hört auf zu meckern, denn es geht uns gut! Schreibt euch das hinter die ungewaschenen Ohren.

Advertisements

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: