Was Männer wissen müssen

Die Nächte werden wieder länger. Der Mond ist voll und ich hab auch schon durst! Seit geraumer Zeit hat die Sonne Angst vor uns. Stetig, pünktlich zum Feierabend, flüchtet sie. Es scheint, als würde der Wind sie wegpusten. Die Bäume zeigen ihr prächtiges Farbenspiel. Rot, orange, vereinzelt doch noch ein wenig Grün, fallen die Blätter auf den Asphalt. Verbinden sich zu einem rutschigen farbenfrohen Einerlei. Die ersten Radfahrrambos steigen auf die öffentlichen Verkehrmittel um. Die Gehwege werden leerer.

Den halben Samstag verschlafen und doch noch das Ziel erreicht. Die heimische Höhle ist bewohnbar. Nur noch selten sieht man die Staubmäuse ihre Runden durch mein Wohnzimmer ziehen. Wunderbare Zeiten brechen an. Leider nicht so schnell. Treffen mit der süßesten Versuchung seit es Frauen gibt. – Glücklicher weise sehen das viele anders! – Ich muß mit zum Einkaufen. Grund: 1 Tube Selbstbräuner mit speziellem Hautschoner oder so. Kann Frau sich schon mal einen Bruch heben. Muß man einfach verstehen. Bin zwar nicht grad der Kavalier der alten Schule, trage dennoch was Frau braucht. Ich spiel da einfach mal netter Freund. Aus diesem Grund gehts dann noch zu einem Lebensmitteldiscounter. Irgendwas will man ja auch essen. Damit der Abend nicht ganz so dröge wird, schmeiß ich auch gerne noch Wein in die Runde. Natürlich trage ich die Taschen. Unverantwortlich wenn ich sie, die Frau bei der sich Abnutzungserscheinungen im Körper einstellen sollte sie eine Tube Selbstbräuner selber schleppen, unseren Einkauf tragen lassen würde. Aus meinem Kühlschrank flüchten die Mäuse mit tränenden Augen. Ein unhaltbarer Zustand wie ich finde. Schnell einräumen damit die Tierschützer mir nicht auf die Pelle rücken. Der Wein schreit schon nach mir. Auf nüchternem Magen aber keine gute Idee. Essen machen. Ich bin mal spendabel und verwöhne nicht nur meinen Verdauungstrakt mit Lachs in Sahnesauce in einem Gedicht aus Reis. – So oder ähnlich würde es wohl bei Mälzer und Co klingen – 30 Minuten und die Symphonie ist fertig. Man schmeckt das wieder gut. Es ist inzwischen 20 Uhr und 15 MInuten. Die auf dem Örtchen liegende TV-Zeitschrift vermeldet nichts gutes. Samstag Abend bedeutet seichte Fernsehunterhaltung. Was bleibt ist das Supertalent. Kann man echt süchtig nach werden. Ein Michael Jackson Double. Ein Michael Jackson dessen Nase so alt ist wie der Rest seines Körpers. Der kann sogar singen. Ein kleiner Casanova, der Sylvie v. d. Vaart beim Abschied schnell noch mal mitteilt was jeder TV-Zuschauer bereits weiß. Sylvie ist schön. Ja hallo, weswegen schauen sich Kerle denn sonst so ein Schrottformat an? Nun ja, der kleine Kerl kann es ja noch nicht wissen. In dem Alter besser so. Eine Frau, die Vogelscheuche aus Nachbars Garten ist ein Supermodel dagegen, bekommt von ihren Freunden gesagt, dass sie singe wie Celine Dione. Ungläubige Blicke treffen meinen Fernseher. Sie behielten recht, die Alte ist vollkommen Talentfrei was das Singen anbelangt. Ich frage mich wie die duschen kann, wenn die Wassertropfen vor ihrem Gesinge flüchten. Man muss die Müffeln!

 

Aber was jetzt folgt ist die Krönung von Jacobs.

Ein BWL-Student, ein pickliger dazu, tanzt für sein Leben gern. Kann passieren, muss aber nicht. Vor der Show geht einer der Moderatoren mit dem elterlichen Fehltritt einkaufen. In einem SEXSHOP! Nebenbei erzählte er noch lustig und munter aus seinem Masturbationsleben. 16 mal in einer Stunde. Dass seine Hand noch kein Schleudertrauma hat ist ein Wunder. Wenn er heute in die Uni geht und nicht ausgelacht oder zusammengetreten wird, ebenfalls ein Wunder. Wollte das der Zuschauer wissen? Musste man es ihm förmlich aufzwängen? Ich sage: JA! Auch wenn es uns nicht passt, aber auch ein seichtes Unterhaltungsformat in TV muss mal mit Informationen rüberkommen. Jetzt wissen wir Männer wenigstens, dass es 16 mal in 60 Minuten geht, im Schnitt also alle 3,75 Minuten ein Abschuss. Rubbeln bis die Gurke Blut spritzt! Männer an die Nudeln, dass muss doch zu toppen sein. …. Ich halt meinen da raus, der is so schlecht versichert, da is mir das Risiko einfach zu hoch. Kassenpatient eben.

Nun hat der Sportsfreund es auch noch geschafft sich etwas rotes aus Latex aus zu suchen, das er in Kompination mit etwas Netzartigem, sogleich auf der Bühne präsentieren wird. Der Clou an seinem Netz-Irgendwas….es hat ein Loch. Dort, wo SEIN Objekt der Begierde sich zu verstecken versucht. Der Anzug ist eng. Zu eng. So eng, dass meine Liebste nicht genauer hinsehen mag. Auch mir wird anders.

Die Musik beginnt. Wilde Zuckungen, für mich, vollkommen sinnbefreite Bewegungen und alles in allem eine gute Konkurrenz zu einem epileptischen Anfall. Die Zuschauer erkennen es, die Jury auch. Wir sind den Latexfrosch, obwohl in Masturbationsrot gekleidet hüpfte er teilweise genau so, endlich los. Während dieser Sendeminuten hab ich allein eine gefühlte Flasche Wein leer getrunken. Ich muss an den Rechner. Ich brauch YouTube, ich muss mir was ordentliches anschauen. Sonntag läuft die Wiederholung, ich muss sie verpassen, ich will sie verpassen.

 

Und heute? Ja, heute ist Montag. wieder einmal ein Montag. Ein Montag mit Unwetterwarnung für die Hansestadt. Ich bemerke schnell die Richtigkeit dieser Angabe. Ich sitze im Bus. Ein Unwetter an Gerüchen prasselt auf mich und meine Nase ein. Knoblauch, alte Oma Parfum – die muss darin gebadet haben – und Jugendliche, die noch nicht gemerkt haben das ihr Körper ab einem bestimmten Alter Duftstoffe zum Anlocken von Weibchen von sich gibt. Es mieft und ich mittendrin. Ich habe an diesem Wochenende gut gelacht, viel Spaß gehabt und auch sehr gut gegessen. Schade, das ein Montag einem immer wieder alles versaut!

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