Ein Freitag kann einen Montag retten

Eine Woche ist mal wieder rum. Dem aufmerksamen Leser von Kalendern wird nicht entgangen sein, dass heute wieder einmal Montag ist. In Hamburg sind Ferien, was dazu führt, dass ein stressfreier Berufsverkehr möglich ist. Einige werden eh noch komatös in irgendeinem Bett vor sich hin vegetieren. Was soll man auch an einem Wochenende machen als Schüler? – Richtig, man spornt die Leber zu Höchstleistungen an. So auch bei dem Kuschelpunker am Freitag geschehen. Ein guter Freund, eigentlich 2 sofern man Bier dazu zählen möchte. Ich möchte es.

 

Freitagabend, die Trinkersonne ist noch nicht ganz am Himmel. Ich wache gerade aus meinem Nachmittagsschläfchen auf. Noch genügend Zeit um eine zu rauchen, sich Hose, Jacke und Stiefel an den Körper zu tackern und anschließend schnell noch einen Döner zu mampfen. Ich bin verabredet, aber viel zu früh vor der Musikhalle. Kein Problem, schnell noch eine Kippe an den Hals und die Zeit vergeht wie im Flug. Seit dem Rauchverbot in öffentlich zugänglichen Veranstaltungen machen Konzerte nicht mehr ganz so viel Spaß. Ich lasse mich überraschen. Freue mich auf meinen Kumpel und seine charmante blonde Begleitung. Wenige Minuten, dann fahren sie ganz dekadent mit einem Mercedes samt Chauffeur vor. Wer hat der hat. Vornehm geht die Welt zu grunde. Macht ja nichts. Eine Umarmung, die zweite folgt sogleich. Begrüßungsprozedere abgeschlossen. Schnell flache Witze in die Runde geworfen und der Abend kann seine lustige Fortsetzung finden. Einen Großteil des Publikums kennt man. Es spielen 2 Musikkapellen auf, die in Hamburg-Harburg nicht ganz unbekannt sind. Dementsprechend hat sich die creme de la creme der knuddelsüchtigen Bekannten auch wieder versammelt.

 

Ich bekomme das erste Bier am heutigen Abend. Kühl, gut schmeckend aber leider nur in Probiergläsern ausgeschenkt suche ich mir und meinem Getränk mal einen Platz. Konzert beginnt. Ich stehe also mit meinem Freund und seiner charmanten Begleitung um einen Stehtisch. Kurze Entfernung zur Bar. Richtige Wahl. Die erste Band spielt. Alte Klassiker gemischt mit dem ein oder anderen neuen Werk. Stimmung kommt langsam auf. Dennoch….Schmachter. Raus zum rauchen. Zu dritt stehen wir vor dem Eingang. Bewegungsfreiheit ist noch vorhanden, aber nur weil der Bereich groß ist. Wieder ein paar flache Witze. Ideenaustausch. Ein paar alte Geschichten wieder aufgewärmt. Mist, Bier ist wieder alle. Entweder es ist in der Halle verdunstet oder irgendwer hat mich angestoßen und die hälfte des Glasinhaltes ist unbemerkt verschütt gegangen. Beide Möglichkeiten mag ich nicht. Wieder rein, nächstes Bier. Wieder raus…lachen, trinken und rauchen. … wieder rein. Die zweite Band spielt. Die Gesprächsthemen werden nicht anspruchsvoller, liegt wohl auch an dem Bier.  Die blonde Begleitung meines Freundes macht mir Angst. Schweigend steht sie neben uns und hört zu. Im Gegensatz zu ihrem Schreiben, präsentiert sie sich gerade nicht so wortgewand. Was mag wohl in ihrem Kopf vor sich gehen? Macht sie gleich den Mund auf und es kommt ein Spruch der jedem die Sprache verschlägt? Noch ein Bier bitte!

 

Konzert ist vorbei. Kein Problem. Wir gehen noch in unseren Stamm-„Irish Pub“. Lecker Cider. Es ist angenehm vor der Tür. Wir stehen zu dritt und lachen, trinken und rauchen. Die Gespräche werden entspannter. Muss der Abend denn gleich schon zu ende gehen? Er muss. So richtig möchte keiner gehen und ein wenig Traurigkeit liegt in jedem unserer Blicke. Es war ein toller Abend. Wir haben komische Gestallten gesehen, alte Bekannte getroffen und uns selbst bzw. unser Leben einmal nicht ganz so wichtig/ernst genommen.

 

Wer sich wundert warum ich das erst jetzt schreibe, der sollte sich mal selber an einen solchen Abend in seinem Leben zurückerinnern. Es floss Alkohol und die Eindrücke müssen doch erstmal verarbeitet werden. Traurige Tränen wird es dabei nicht geben, aber ein warmes Gefühl in der Brust und vielleicht ein viel dominanteres Katergefühl in der Magengegend. Jede Woche muss man das nicht mehr haben, würde auch nicht die gleichen Emotionen heraufbeschwören, aber es ist schön, dass man sich nicht ganz von Abenden wie diesen verabschieden muss nur weil man nicht mehr 18 Jahr alt ist.

 

Eine Erkenntnis aber bleibt mir:

 

Man kann schöne Abende nicht erzwingen, aber es ist gut zu wissen, dass gute Freunde immer zu solchen Beitragen, manchmal diese gar provozieren können.

 

Wer noch Fragen hat und Antworten sucht, der wende sich bitte an sein Bierglas und lehne sich an die Boxen seiner aufgedrehten Anlage!

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